Mein Vater ist Glasermeister und hatte lange Jahre eine Glaserei in Berlin, die jetzt mein Bruder weiterführt. Er gab mir als Jugendliche den Ratschlag, öffentlich (geschäftlich) nie über Politik zu sprechen und damit diplomatisch jedem Streit aus dem Weg zu gehen.
So überlege ich mir auch heute noch genau, wann ich öffentlich Position beziehe. Dafür beziehe ich – vor allem auch im Spreeblick – sehr gerne Position. Ich denke, es ist das, was wir noch zur Weltverbesserung beitragen können – wählen gehen und unsere Meinung sagen. Ich gelte oft als naiv aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Welt sich bessern wird.
So hat mich die Nachricht, dass der Heizkostenzuschuss für Hartz IV Empfänger gestrichen werden soll, erschüttert. In Berlin gibt es viele Wohnungen mit Ofenheizung, die natürlich von der einkommensschwachen Bevölkerung bewohnt werden. Ich habe eine Fernwärmeheizung und ich schätze sie sehr und nehme sie nicht als selbstverständlich. Ich kenne aber Freunde, die Ofenheizung haben und ihre Kohlen vom Heizkostenzuschuss kaufen. Könnt ihr euch vorstellen, wie kalt solch eine Wohnung im Winter ist? Besonders bei dem harten Winter, den wir hatten? Müssen wir befürchten, dass Babys und alte Menschen wieder in ihren Wohnungen erfrieren?
Während ich das Bild der Bischofs-Skulptur zeichnete, mußte ich immerzu an den Heizkostenzuschuss denken. Auf dem Weg von einem unserer Parkplätze in Volterra kamen wir an der auf den Bildern gezeigten kleinen Kirche vorbei und mir gefiel sie sehr gut, ein wenig verfallen, alt und mit viel Atmosphäre. Die Sonnenuhr fand ich besonders bemerkenswert. Sicher ist das eine sehr viel preiswertere Variante als eine Uhr mit Uhrwerk. Lehrte uns die Kirche nicht Barmherzigkeit? Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not, so steht es im Wikipedia und so empfinde ich es auch.
