Betrachtungen zur Kunst · Zeichnung

Das Geheimnis der Farbe – Ein Bericht von Susanne Haun

Wie die Überschrift schon vermuten lässt: die Farbherstellung ist seit Jahrhunderten ein Geheimnis und so durften wir leider auch keine Fotos von der Betriebsführung bei Schmincke machen und ihr müsst meine Worte heute selber in Bilder umsetzen.

Frank Koebsch und ich waren beim Kunstfarbenhersteller Schmincke zu Besuch.

Früher so ab dem 1500 Jahrhundert hüteten die Maler Gilden die Rezepturen der Farben. Die Farben sind die Pigmente und Bindemittel. Das Bindemittel entscheidet, welche Art von Farbe wir vor uns haben. Zum Beispiel werden Pigmente und Öl zur Ölfarbe und Pigment und Gummiarabiquum zur Aquarellfarbe. Malen kommt vom zerstoßen der Farbe und M A L E N der Pigmente mit dem Mörser.
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Ich vor der Firma Schmincke - Foto von Frank Koebsch
Ich vor der Firma Schmincke - Foto von Frank Koebsch

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Leider sind über die Jahrhunderte und nicht zuletzt auch im zweiten Weltkrieg viele Rezepte verloren gegangen.

Bei Schmincke habe ich eine gute Mischung zwischen Manufaktur, Handarbeit und computisierte Abläufe gesehen. Die Aquarelltuben werden von Hand in die Maschine gelegt und mit Etiketten beklebt, während es für die größeren Acrylfarben eine Maschine gibt. Diese Maschine war wie in den Filmen in der Sendung mit der Maus anzuschauen.

Die Pastelle sind sehr empfindlich und werden deshalb mit der Hand verarbeitet. Die vielen Farben sehen klasse aus.
Sehr schön ist auch die Aufbewahrung der Pigmente anzusehen. Fass an Fass mit unterschiedlichen Farbpulvern. Es kostet große Beherrschung nicht mit den Finger in die Pigmentmasse einzutauchen.

Dirk Schmitt, Künstler aus Köln, berichtete uns seine Erfahrungen mit den Farben und erzählte, dass das Rosa auf den Bildern der Impressionisten ursprünglich krapprot war aber das rot die Jahre nicht überdauert hat. Auch Turners Bilder sahen ursprünglich ganz anders aus.

Ich hatte ein ähnliches Erlebnis, als ich Fotos von der Sixtinischen Kapelle vor und nach der Restaurierung sah. Man bemühte sich, die Kapelle so farbenfroh und echt zu gestalten, wie Michelangelo sich das einmal ausgedacht hat. Das stieß zum Teil auf große Kritik, da die Sixtinische Kapelle so nicht bekannt war.

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