Betrachtungen zur Kunst · Portraitmalerei · Zeichnung

Modefotografie in der c/o Berlin und Mode zeichnen – Zeichnung und Bericht von Susanne Haun

Am Sonntag habe ich mir in der c/o Berlin die aktuellen Ausstellungen angeschaut.

Neben dem Postfuhramt fand ich die Fotos, die meistens aus den Vogues USA, Paris und London der vergangenen hundert Jahre stammten, sehr interessant. So interessant, dass ich mir heute gleich eine Vogue kaufen mußte. Ich war erstaunt, „so teuer“ ist eine Vogue gar nicht, 6€ kostet sie. Für ein art magazine zahle ich schon 9€. Das hängt sicher auch mit Angebot und Nachfrage zusammen.

Der Schal Tusche auf Bütten 20 x 15 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun
Der Schal Tusche auf Bütten 20 x 15 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ebenso interessant fand ich die Geschichte von Deborah Turbeville, die neben ihren Fotos hing. Sie löste mit einem Foto in der Vogue (siehe hier den Link zum Foto) einen Ansturm der Entrüstung aus. Das Foto galt als Pornografie und Obzön – und das in den 70ziger Jahren! Sinnlich trifft es wohl eher, denke ich!

Die Aufmachung der Vogue ist sehr schön, es ist die erste, die ich mir je kaufte. Beim Durchblättern fällt mir auf, dass nicht überall an jedem Foto der Name des Fotografen steht und das als Kapitel nicht  Hose, Jacke, Kleid etc.  stehen sondern die Labels fungieren. Für einen Mode interessierten ist das sicher alles klar, für mich ist es neu, denn mein Budget läßt kein Einkauf bei den gezeigten Marken zu. Überraschend fand ich deshalb auch die zwei Seiten H&M zwischen den Großen Namen.

Was ich auch überraschend fand, war die Pose der Manequins, die sich in den letzten Hundert Jahren anscheinend nicht viel geändert hat. Ich habe das mal in dem folgenden Foto demonstriert:

Die Haltung der Modelle ist in den 60zigern gleich den 2012ern (c) Gegenüberstellung Susanne Haun
Die Haltung der Modelle ist in den 60zigern gleich den 2012ern (c) Gegenüberstellung Susanne Haun

Gefallen hat mir die Dessous Foto Serie Tag – Träume in der Beilage der Vogue, fotografiert von Blaise Reutersward.

Spannend so ein Ausflug in eine fremde Welt!

Übrigens, die Models haben den Mund meistens halb auf, dass muss wohl als erotisch gelten. Ich achte darauf, dass die Modelle den Mund zu haben, denn ich mag keine Zähne auf den Zeichnungen! So hat jedes Medium auch seine Sprache!

For my english reader:
On sunday I was in the c/o Berlin in in th Postfuhramt. In time there ist the Exhibition „Timeless beauty – 100 years of fashion photography from Man Ray to Mario Testino“. In the discription of c/o Berlin you can read: „Seductive, provocative, commonplace, eccentric and above all powerful – for some time now fashion photography has no longer merely been contract work or aestheticising documentation. It has become a unique opportunity for experimentation, between commerce and creativity, mainstream and subculture, industry and art.“
I like the photos very much and I see there are others ways to present the models to photograph as to draw.

Modefotografie in der c/o Berlin und Mode zeichnen – Zeichnung und Bericht von Susanne Haun

4 Kommentare zu „Modefotografie in der c/o Berlin und Mode zeichnen – Zeichnung und Bericht von Susanne Haun

  1. Ich habe mir die „Vogue“ auch wieder einmal gekauft, aber wenn ich mir das so überlege, könnte man auf x Seiten verzichten. Du sagst es schon richtig, als Otto Normalverbraucher, und zuerst Verdiener, kommen für mich die Designerlabels auch nicht in Frage. Für dieses Geld gehe ich doch glatt zwei und mehr Wochen in den Urlaub, wenn man sieht, was bei denen ein Mantel oder eine Tasche kostet.

    In der Schweiz zahlen wir übrigens glatte 2 Euro 30 mehr als in Deutschland. Für solche Magazine werden wir regelrecht abgezockt.

    Clever von der Redaktion ist, dass man zuerst beinahe 50 Seiten bis zum Inhaltsverzeichnis, das in Raten daherkommt, blättern muss. So kann man sich am Anfang des Heftes noch überhaupt kein Bild machen, das in diesem Falle ja eh nicht möglich ist, da es verschweisst war. Die besten Artikel fangen für mich erst im hinteren Drittel an: „Made in Africa“ ist schon von den Fotos her grossartig, die Reportage über Taiwan oder auch die Aufnahmen von Salma Hayek, die ich im Film als Frida Kahlo geliebt habe, finde ich Klasse. Dann sind wir, für meinen Geschmack, mit den Glanzpunkten durch. Fototechnisch sind die Modeaufnahmen sicher toll, aber die meisten Models finde ich zu dürr, da ist mir die sinnliche und weibliche Hayek lieber, zudem ist dies eine Frau und kein Mädchen mit Magersucht.

    LG buechermaniac

    1. Ja, das mit dem Inhaltsverzeichnis ist wirklich clever gemacht – ich verschaffe mir auch gerne vor dem Kauf einer Zeitschrift einen Überblick.
      Das ging bei diesem Heft aber so oder so nicht, weil es ja „so nett“ verpackt war, dass man es eh‘ nicht öffnen konnte (siehe Foto) .

      Ich habe mir das Heft auch wirklich als „Fotobuch“ gekauft.

      Erstaunt war ich über die H&M Werbung in den ersten 50 Seiten, dort wird ein Pullover für 14,95 € angepriesen. Zwischen den teuren Kleidungsstücken ist es mir auch sofort aufgefallen.

      Ich mag auch lieber kurvigere Modelle, die lassen sich viel besser zeichen als ganz dünne und ich mag es von der Estetik viel lieber.

      Die Fotos von „Made in Africa“ finde ich auch klasse, besonders das Foto von Queen Eteme. Ja und Selma Hayak mag ich natürlich auch — sie erinnert mich an Anna Magnani in der „Tätowierten Rose“ mit Burt Lancaster – ein hervorrander Klassiker!

      Die höheren Kosten für das Magazin liegen sicher an der Landessteuer. Ich gebe auch zu bedenken, dass das durchschnittliche Grundeinkommen der Schweizer höher als das der Deutschen liegt.

  2. Das mit Anna Magnani hat was. Das war auch so eine Wahnsinnsfrau, ganz zu schweigen von ihrer Schauspielkunst. Mit dem Grundeinkommen der Schweizer hast du zweifellos recht, aber es bleibt immer weniger im Portemonnaie zurück. Wenn du für eine englische Ausgabe von „Harper’s Bazar“ (es gibt sie nicht mehr in deutscher Ausführung bei uns) beinahe 15 Euro hinblättern musst, dann hörst du auf, an den Kiosk zu gehen.

    1. Ja, das gebe ich dir recht, da gehe ich dann lieber ins Antiquariat oder besuche zvab.com und bekomme da um einiges mehr für das gleiche Geld.
      Ich bin auch kein regelmäßiger Zeitschriften leser. Ich kaufe, wenn es mich interessiert….

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