Susanne Haun

Feuer, Adler und der gefesselte Prometheus – Zeichnung auf weißer Rolle von Susanne Haun

Posted in Illustration, Prometheus, Zeichnung by Susanne Haun on 25. September 2012

Unendlich oft ist der im Kaukasus gefesselte Prometheus in der bildenden Kunst und von den Literaten festgehalten worden.

Prometheus brachte gegen Zeus Widerstand den Menschen das Feuer. Das Feuer brachte große Veränderung für den Menschen, bei der Kombination denke ich immer an den Film „Am Anfang war das Feuer!„. Es ist merkwürdig, dass sich manche Dinge ein Leben lang in den Kopf einbrennen, selbst wenn es ein Film über das Feuer ist.

Ich zeichne Prometheus die Qual des Adlers neben dem Kopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich zeichne Prometheus die Qual des Adlers neben dem Kopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Prometheus wurde unter anderem wegen des Diebstahls des Feuers im Kaukasus an einen Felsen gekettet. Zeus sendete täglich einen Adler, der Prometheus Stücke seiner Leber entriss. Um die Folter ins Unendliche zu verlängern, heilte die Wunde über Nacht um am nächsten Tag erneut gerissen zu werden.

Prometheus spricht in Aichylos Tragödie:
„Nein, in tausendfachem Schmerz
Und Gram gebeugt, so geh ich eins aus dieser Haft –
Dem Werk der Ohnmacht vor des Schicksals ewger Kraft!“

Zeus bestraft Prometheus nicht nur wegen des Feuers, er will von ihm auch den Namen der Frau (Thetis), die ein Kind, einen Sohn von Zeus gebären würde, der ihn stürzt.

Da Zeus rechtzeitig gewarnt wird, verheiratet er Thetis mit einem Menschen und sie gebärt ihren bekannten Sohn Achilles.

Der Adler schwingt in die Lüfte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Adler schwingt in die Lüfte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wenn ich das bis eben von mir Geschriebene unverblühmt und ohne Ausschmückungen lese, klingt es wie eine Seifenoper. Die Menschheit ändert sich im technischen Fortschritt und im Wissen aber nicht in den wesentlichen, emotionalen Dingen des Lebens, sie scheinen durch die Jahrhunderte gleich zu bleiben.

Ich zeichnete heute auf der Rolle meine Eindrücke der Tragödie ohne sie ins korrekte Licht zu rücken. Korrekt müßte ich ein Feuer auf der Rolle zeichnen, ich zeichnete aber Orchideen, vielleicht die aus dem Paradiesgarten? Der Adler ist da, er schaut Prometheus ins Gesicht, sie fechten ihren stummen Kampf. Ich habe den Göttern meiner weißen Rolle Flügel gezeichnet, immer wieder läuft die Tusche an der Rolle hinunter und verbindet meine einzelnen Bildelemente.

Ich überlege, ob ich die Rolle als im Raum hängendes Objekt konzipiere, so kann der Betrachter um die Rolle herum gehen.

For my english reader:
Today I draw the eagle and Prometheus. The symbol of gods are the flights but I don’t translate the word exactly to my lines. Prometheus was an inspiration for my white role not a mechanism. I think about it, if I conceive the role of coherent object in space, so the viewer can move around the roller.

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Quelle: “Der gefesselte Prometheus”, Aischylos, Kindle Edition, Amazon Media EU S.à r.l.

4 Antworten

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  1. juergenkuester said, on 25. September 2012 at 20:22

    Hallo Susanne!
    Ich stimme mit Dir darin überein, dass es existentielle Themen in unserem Menschsein gibt, die unabhängig vom Stand der Zivilisation und dem technischen Fortschritt zeitlos sind.
    Was mich so fasziniert ist die Fähigkeit des Menschen in den Anfängen unserer Zeit und in so vielen unterschiedlichen Volksgruppen, dies in so wunderbaren Geschichten, Mythen, Erzählungen, Sagen, Märchen usw. zu fassen. Mich berührt und fasziniert dies ständig. Ich habe da vieles als Junge gelesen und kann bis heute davon nicht lassen.
    Gruss Juergen

    • susannehaun said, on 26. September 2012 at 06:45

      Hallo Jürgen,
      das geht mir auch so, ich mochte besonders den Kampf um Troja
      Ich setze das gelesene im Kopf sofort in Bilder um.
      Aber ich mag auch die Geschichten der eizelnen Götter, wie die von Hades, Demether und Persephone.
      Jetzt werde ich mich mit Ute auf den heiligen Antonius stürzen!
      Viele Grüße sendet dir Susanne

      • ute schätzmüller said, on 26. September 2012 at 09:17

        In dem es übrigens auch um die selben Themen geht, die uns in den Medien heute noch begegnen… (d.h. viel Tod und Gewalt, viel Körperlichkeit und Sexualität, dazu Intrige, Nachrede ein Wettkämpfe und schließlich in all seinen Facetten die Frage nach dem Sinn des Lebens… )

        Lg Ute


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