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Ma chére Aline – Fundstück – Zeichnung von Susanne Haun

Letzte Woche fand ich in einem 2nd Hand Laden zwischen Vintage Kleidung eine s/w Postkarte mit einem etwas größeren Pinnstecker Loch. Die Ecken der Karte sind abgeplatz, der Poststempel ist von 1911.

Die Verkäuferin war erstaunt, dass ich diese Karte gerne kaufen wollte; sie schenkt sie mir und wies mich noch mehrere Male auf das Loch in der Karte hin. Ich versicherte ihr jedesmal, dass mir das Loch unwichtig ist. Ich habe mich sehr über das Kartengeschenk gefreut!

Die Karte ist zu Aline, Madame Lavachery, nach Frankreich gegangen. In die rue Americane nach Chelles. Obwohl ich 6 Jahre lang französisch Unterricht in der Schule erhalten habe, kann ich den Text der Karte nur grob übersetzen: Joséphine, die Kartenschreiberin, bedankt sich für Gastfreundschaft von Aline bei ihrem Besuch. Ich habe die Karte vorne und hinten eingescannt, vielleicht hat einer meiner Leser genügend französisch Kentnisse, um sie zu übersetzen.

Chere Aline – Postkarte 1911 (c) Foto von Susanne Haun

Die Karte vorne ist wunderschön kitschig. Durch das sichtliche Alter ist das aber wie eine Selbstverständlichkeit. Nichts auf der Karte deutet darauf hin, dass die Schreiber noch vor zwei Weltkriegen standen. Wie soll es auch darauf hindeuten? Wer kann schon in die Zukunft schauen. Wie alt sind Aline und Josephine wohl? Was verbindet sie? Wie sahen sie aus? Wie gelangte die Karte in den 2nd Hand Laden des Jahres 2012 über hundert Jahre später? Wie gelangte sie überhaupt von Frankreich nach Deutschland?

Ich sammle gerne alte Fotos. Oft schon habe ich hier davon berichtet. In schnellen einfachen Linien habe ich in meinem Skizzenbuch die Frauen auf der Karte und dem Foto festgehalten. Sie haben mir leider ihr Geheimnnis auch beim Zeichnen nicht offenbart.
Natürlich ist meine eigene Gemütsverfassung dafür in den Zeichnungen zu sehen. Deshalb zeichne ich so gerne von ein und dem selben Motiv mehrere Versionen.

Postkartenschönheiten (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english reader:
Last week I found in a 2nd hand vintage clothing store a black and white postcard with a slightly larger hole from a notepin. The corners of the card are broken, the poststamp is from 1911.
The front of the card is beautiful cheesy. By the time of the age is that not a matter of course. Nothing on the card indicates that the writers were even before two world wars. How could it indicate? Who can see into the future? How old where Aline and Josephine during writing and reading the card? What connects them? What were they like? Whowever came the card in the 2nd hand shop of 2012 over a hundred years later? How they ever came from them from France to Germany?

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