Susanne Haun

Der Eskimo – ein Symbol der Freiheit – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Zeichnung by Susanne Haun on 31. März 2013

„Die Eskimos waren einst das Symbol für Freiheit“ Imre Wirth

Klausbernd Vollmar hat mir seinen kompletten Text für unser „ARTis“ Projekt gesendet. Das obige Zitat steht als Überschrift oder auch als Leitfaden vor dem Manuskripttext. Ich habe es für meine heutige Zeichnung ausgesucht.

Die Freiheit des Eskimos ist doch anders zu verstehen als wie wir das Wort Freiheit verstehen. Freiheit ist ein Wort wie ein Kunstwerk mit endlosen vielen Möglichkeiten der Interpretationen und Deutungen.

Version 2 Die Freiheit der Eskimos (c) Zeichnung von Susanne Haun

Version 2 Die Freiheit der Eskimos (c) Zeichnung von Susanne Haun

Bedeutet Freiheit, selbstständig Entscheidungen treffen zu können? Wie viele Menschen haben die Eigenschaft, selbständig Entscheidungen treffen zu können? Sind 10% zu hoch gegriffen? Wie viele Erdenbürger sind lieber unzufrieden und suchen einen Schuldigen für ihre Unzufriedenheit als selbständig etwas zu ändern? Wie viele Menschen müssen die Last tragen, für das Glück eines jemanden verantwortlich zu sein? Letztendlich sind wir für unser Glück selbst verantwortlich, wir können diese Last und Verantwortung nicht auf andere abwälzen, auch wenn das sehr einfach wäre.

Sind Eskimos aufgrund ihrer Freiheit glücklich? Ist es Glück, seinen Fisch in Fellhosen zu jagen?

Neben dem Inhalt habe ich das Formale im Kopf. Klausbernd Text besteht aus 4 Kapitel, insgesamt 12 Seiten. Pro Kapitel 5 Grafiken. Ich habe beschlossen, einheitlich Radierungen in einer Auflage von 25 Stück plus 5 e.a. zu fertigen. 20 Blätter der Auflage werden in original Künstlerbücher gebunden. Eine 100 Auflage erscheint mit den gedruckten Grafiken von mir.

Ich zeichne also mit dem Gedanken im Kopf, die Zeichnungen in Radierungen umzusetzen.Beim Radieren arbeite ich in der Regel mit Wachs als Abdeckmedium für die Zinkplatten und kratze viele Linien in den Wachs. Als Kontrast dazu kann ich mir vorstellen, einige Arbeiten in Flächen zu ätzen. Dazu habe ich den jagenden Eskimo in der Version 1 gezeichnet. Den Himmel stelle ich mir tief Blau geätzt vor und das Eis im Vordergrund bleibt weiß. Die Figur erhält alle Ätzstufen, die die Säure hergibt.

Version 1 Die Freiheit der Eskimo (c) Zeichnung von Susanne Haun

Version 1 Die Freiheit der Eskimo (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nachdem Version 2 fertig war, stellte ich fest, ich bin wohl doch eine Frau der Linien. Für mich persönlich ist diese Version viel Eindrucksvoller. Da das Blatt zu Ende war, musste ich ein Neues anstückeln. Das ist nicht schlimm, gefällt mir.

For my english speaking readers:

„The Eskimos were once the symbol of freedom“ Imre Wirth

Klausbernd Vollmar has sent me his complete text for our „artistic“ project. The quotation above is a headline or as a guideline for his work. I have chosen the quote for my current drawing.

The freedom is a word as a work of art with many endless possibilities of interpretations and meanings.

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Arktische Fantasien, Text: Klausbernd Vollmar, Grafik: Susanne Haun

14 Responses

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  1. Utasflow said, on 31. März 2013 at 17:24

    Die Version 2 gefällt mir sehr gut. Ebenso die Zweiheit in der Arbeitsweise. Vielleicht sind es sogar zwei Prozesse. Die Wurfkraft des Speers nach der Fokussierung und die Standkraft, wie sie schon auf dem ersten angestückelten Bild deutlich wird, gefallen mir gut. Als Radierung kann ich es mir sehr gut vorstellen.

    • Susanne Haun said, on 1. April 2013 at 09:25

      Guten Morgen, Uta, ich selber war auch vom geteilten Eskimo angetan! Welch eine abstrakte Wirkung sich in der „Standkraft“ – Zeichnung entfaltet, wenn der obere Teil wegfällt!
      Ich freue mich auch schon auf den Radierprozeß.
      Einen schönen Montag dir, lg Susanne

  2. mikehowemusic said, on 31. März 2013 at 18:20

    Schöne clevere Zeichnungen, ich habe es wirklich genossen Blick auf sie, danke – Beautiful clever drawings, I have really enjoyed looking at them, thank you

    • Susanne Haun said, on 1. April 2013 at 09:31

      Thank you, mike, I like the blue of the ink I used and the lines of the drawing.
      Have a nice day, greetings from Berlin Germany sends Susanne

  3. seeds for fortune said, on 31. März 2013 at 18:46

    Freiheit ist ein großes Thema und ich könnte mir vorstellen, dass die Eskimos sie ganz anders beschreiben würden als wir. Ein Bekannter von mir, der beruflich viel in Nepal ist und dort immer bei Freunden in „Großfamilien“ lebt, wurde auf Schritt und Tritt von einem Freund begleitet. Als er irgendwann zum Ausdruck brachte, dass er einfach mal allein sein möchte, schaute ihn sein Freund aus großen liebevollen Augen an und fragte – „warum“?

    • Susanne Haun said, on 1. April 2013 at 09:33

      Ich denke auch, seeds of fortune, nicht nur die einzelnen Völker, jeder einzelne hat eine andere Definition davon. Spannend, oder?
      Eine schöne Geschichte, die du da erzählst, Grüße von Susanne

  4. Maxima said, on 31. März 2013 at 21:12

    Happy Easter!

  5. kbvollmarblog said, on 1. April 2013 at 18:38

    Huch, ich finde die erste Version des jagenden Inuk besser. Wenn ich mit Inuit auf der Robbenjagd war – und das ist die Ausrüstung für die Robbenjagd – dann wird die Harpune fast vertikal ins Eisloch geschleudert. Die Haltung ist perfekt im ersten Bild wiedergegeben. In der zweiten Version, well, da wird vielleicht ein Narwal harpuniert, bei dieser Haltung.
    Was für einen Inuk Freiheit bedeutet, könnte ich nicht genau sagen. Aber sicherlich im Unterschied zu Asiaten – wie Seeds for Fortune es beschreibt, was ich auch in Indien, Nepal und Tibet erlebte – das Alleinesein. Bei einer Seehundjagd am Atemloch verharrt ein Inuk oft viele Stunden in völliger Ruhe alleine. Bei Schlittenfahrten ist er auch meistens über längere Zeit alleine. Aber ich möchte nicht „den edlen Wilden“ hier beschwören, denn zur Freiheit gehört auch, sich bis zur Bewusstlosigkeit zu besaufen. Sehr spannend und komplex ist die sexuelle Freiheit der Inuit, gegen die viele christliche Missionare vergeblich kämpften. Aber wie gesagt, ich kann als Mitteleuropäer das nur aus meiner Sicht projizierend sehen. Das Wort „Freiheit“ habe ich nicht im Inuktitut-Wörterbuch gefunden, es wird eine Bildung von „atuinnaq“ sein, was soviel bedeutet wie, keiner sagt einem, was man tun muss. Der andere Begriff wäre „annakpok“, was nicht gefangen heißt. Auf jeden Fall ist für den Inuk Freiheit auch, sehr viel Raum zu haben, in dem er frei herumziehen kann.
    Liebe Grüße aus sunny Norfolk
    Klausbernd

    • Susanne Haun said, on 2. April 2013 at 06:54

      Das ist kein Problem, Klausbernd, bei einer Auswahl von zwei gibt es immer auch zwei Meinungen. Ich finde es sehr spannend, dass das Wort Freiheit auf Inuktitut nicht exisitert. Interessant. Ist es nicht auch das, was den kulturellen Austausch so schwierig macht? Ein Wort, was in der westlichen Welt eine so große Bedeutung hat, existiert nicht! Erstaunlich!
      Ich habe es etwas eilig, ich möchte in die Druckwerkstatt, liebe Grüße sendet dir Susanne

  6. Gaël LOAËC/Paul ANDREWS (Blog 3) said, on 2. April 2013 at 21:37

    vraiment du très bon travail de dessins sur les eskimos !!! j’aime beaucoup
    bien le bonsoir de Bretagne Susanne

    • Susanne Haun said, on 4. April 2013 at 05:54

      Merci, beaucoup, Gael, je n’es pas parlez francais bien.
      Do you speak english?

  7. Gaël LOAËC/Paul ANDREWS (Blog 3) said, on 4. April 2013 at 07:44

    I’don’t speak or read very well in english …mais j’utilises le traducteur pour pour lire donc…
    bon jeudi à toi Suzanne


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