Armageddon – Zeichnungen von Susanne Haun

Armageddon bezeichnet in der Offenbarung des Johannes den Ort der endzeitlichen Entscheidungsschlacht im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“.

Armageddon  (c) Zeichnung von Susanne Haun
Armageddon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Heute ist dieses Wissen als Allgemeinwissen verlorengegangen. Ich weiss selbst nicht viel über diese letzte Schlacht. Ich verbinde das Wort Armageddon mit Posaunen, dem Ende der Welt und die Sinnflut. Ich stelle mir melodramatisch vor, es stehen die Boten Gottes auf einen Berg und spielen das Ende der Menschheit an. Ich sehe es wie ein Märchen, eine Sage eine nette Geschichte.

Es ist interessant, wenn ich christliche Bilder betrachte, muss ich mir den historischen Kontext erst erschliessen. Zum Beispiel wird oft eine Frau mit einem Wagenrad dargestellt. Ich wusste nicht, das wir hier die Märthyrerin Katharina vor uns haben, die gerädert wurde und nun auf den Bilder als Erkennungszeigen das Wagenrad mit sich trägt. Vor der Neuzeit waren alle Bilder mit christlichen Inhalt. Die Kirche war der Auftraggeber für die Maler, die damals vom Status Handwerker waren und in der Darstellung wenig Spielraum besaßen.

Natürlich ist Armageddon auch ein gutes double bind Vergänglichkeits Thema …
Aber ehrlich, da ist bei mir wenig gespalten, Engel die auf einen Berg das Ende der Welt einblasen? Ne, das ist doch wirklich etwas verrückt. Das kann ich nur als Märchen sehen.

17 comments

  1. obwohl die offenbarungstexte wirklich alles andere als ein märchen sind. gut, märchen sind auch ein gutes stück weit grausam, aber immerhin ist das involvierte personal begrenzt (vor allem von sich selbst leicht abzugrenzen) und am ende wird ohnehin alles gut. während die bedrohungen der offenbarung wirklich in die vollen gehen. ich habe vor vielen jahren angefangen, sie zu lesen und schnell wieder damit aufgehört.

    1. Sie verstärken die Zeichnung, machen die Eindringlichkeit deutlich. Der Pfeil ist für mich eines der stärksten Symbole überhaupt. Die Vögel, es ist ein beliebiger Vogel, angefangen vom heiligen Geist über den Geier, der den Tod abwartet, zeigen das Fremdbestimmte, was über die Erde schaltet und waltet. Da war mir auch ein einziger zu wenig.

    1. Danke, Peggy, ich lerne jeden Tag bei den Bildbeschreibungen der Arbeiten vor der Neuzeit an der Uni Neues über die christliche Religion. Mir gefällt die Vorstellung des Hortus Conclusus, Maria sitzt in einem geschlossenen Paradiesgarten und hält Hof. Sie ist die, die das wieder gut macht, was Eva mit der Vertreibung aus dem Paradies verbrochen hat. Gläubig werde ich dadurch trotzdem nicht. Aber ich finde es gut, mir das Wissen anzueignen. Liebe Grüße von Susanne

  2. Hallo Susanne!
    Auf jeden Fall ist es ein starkes Bild, diese Engel mit den Posaunen. Und es tippt uns an. Es berührt mich sogar. Und es enthält sicherlich eine Botschaft.
    Genau hier setzt „double bind“ an: die Ratio sagt „nein“, der Bauch bejaht ein solches Szenario.
    LG Juergen

  3. Ich dachte eigentlich zuerst an die Posaunen von Jericho, eine andere alttestamentarische Geschichte. Nur als Märchen würde ich diese Erzählungen jedoch nicht einordnen wollen – sie sind eher Metaphern.

      1. Hallo,
        ich wollte das nicht als Kritik verstanden wissen – ich sah das Bild und assoziierte eben zunächst Jericho. Das geht natürlich manchen Kunstwerken so: dass der Betrachter etwas anderes zunächst denkt.
        Viele Grüße Birgit

        1. Das habe ich auch nicht so aufgefasst, Birgit, ich freue mich über andere Gedanken zu meinen Bildern… ich wollte dir nur erklären, wie ich dahin gekommen bin … Ist es nicht toll, wenn ein Bild so viele Gedanken auslöst! Das ist mein Ziel und nicht die Festlegung auf dem, was ich gedacht habe!

  4. Ja hättest Du denn lieber, dass der Weltuntergang statt von trompetenden Engeln vom Tagesschausprecher verkündet wird?
    „Nach übereinstimmender Meinung sämtlicher Wissenschaftler wird es morgen früh um 6:23 mitteleuropäischer Zeit so weit sein: Die Welt wird untergehen.“ ——-
    Es gibt übrigens eine feine Science-Fiction-Story (deren Name ich vergessen habe), die genau das durchspielt: Die Nachrichten verkünden, dass es fest steht, dass am nächsten Morgen gegen 6 Uhr ein Komet die Erde vernichten wird. Und was tun die Leute? Nichts, was sollen sie auch tun, es gibt nichts mehr zu regeln, hat alles seinen Sinn verloren, also schauen sie das Fernsehprogramm bis zum Ende und gehen ins Bett …..

    1. Eine lustige Vorstellung. Jedes Zeitalter hat seine Unglücksboten.
      Was soll der Mensch auch angesichts des grössten Unglücks aller Zeiten machen? Auf jeden Fall hat die Unterhaltungsindustrie ein großes Thema damit….

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