Kunstgeschichte · Pastell · Zeichnung

Poincarés Definition der Dimensionen – ich bin noch am Lernen – Susanne Haun

Als ich mich entschloß, Kunstgeschichte zu studieren, dachte ich, ich hätte schon ein umfangreiches Wissen zur Thematik!

Weit gefehlt!

Ich habe ein umfangreiches Wissen, aber immer aus der Sicht des produzierenden Künstlers gesehen.

Pastell Farberfahrungen (c) Susanne Haun
Pastell Farberfahrungen (c) Susanne Haun

So fand ich Poincarés Definition der vierten Dimensionen sehr interessant. Ein wenig erinnerte mich das Thema an meine alten Science Fiction Bücher.

Poincaré definierte 1905 in seinem Buch „Der Wert der Wissenschaft” die Dimensionen eines Raumkontinuums als Schnitte:

„Um den Raum zu teilen, braucht man Schnitte, die man Flächen nennt […] Um die Flächen zu teilen, braucht man Schnitte, die man Linien nennt; um die Linien zu teilen, braucht man Schnitte, die man Punkte nennt; man kann nicht weitergehen, und ein Punkt kann nicht geteilt werden.”²

Kann ein Punkt wirklich nicht geteilt werden?

Pastell Farberfahrungen Gelb und Blau (c) Susanne Haun
Pastell Farberfahrungen Gelb und Blau (c) Susanne Haun


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²Quelle: Poincaré, Henri: Der Wert der Wissenschaft. 3. dt. Aufl. Leipzig 1921.

7 Kommentare zu „Poincarés Definition der Dimensionen – ich bin noch am Lernen – Susanne Haun

  1. spannende Frage und eine spannende Umsetzung, liebe Susanne, die mich inspiriert … danke, dass du uns wieder und wieder an deinem neuen Wissen teilhaben lässt! Ich weiß das zu schätzen!

    herzliche Grüße Ulli

    1. Es freut mich, dass es dich interessiert, Ulli, es ist erstaunlich, was ein Kopf alles noch so aufnehmen kann….
      Ich schaue mir gerade die Haarlempjes von Ruesdahl an….
      Einen schönen Sonntagabend von Susanne

  2. Ein Punkt ist zunächst mal ein gedachter Ort im Raum. Ohne Ausdehnung. So oder so ähnlich habe ich es mal gelernt. Insofern ist ein Punkt eigentlich nichts. Nichts, was man teilen könnte …

    Linien – in der Zeichnung – sind ja in der Tat eine unglaublche Abstraktionsleistung der Hirns, weil die ja in der Realität eigentlich auch nicht wirklich existieren. Zumindest solche Konstrukte wie Umrisslinien. Und wenn ich mit dem angespitzten Bleistift einen Punkt auf mein Papier mache, ist das natürlich etwas anderes, als der gedachte Ort des Raumes, denn der Bleistiftpunkt macht diesen Ort erst sichtbar. Und die Aneinanderreihung unendlich vieler Bleistiftpunkte ergibt eine Linie.

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