Ich bin Zeichnerin, Künstlerin.
Klausbernd Vollmar (hier ein Link zu seinem gemeinsamen Blog mit Dina), betitelte mich in seinem Blog als Kunstgeschichtlerin.
Das stimmte mich nachdenklich, obwohl es völlig korrekt gesprochen ist: ich studiere Kunstgeschichte und ich werde in naher Zukunft meine Bachelorarbeit schreiben und dann Kunsthistorikerin B.A. sein. Und selbstverständlich möchte ich danach auch weiter zum Master schreiten.
Ich bin Zeichnerin, Künstlerin.
Ich studiere nicht, um meinen Beruf zu wechseln. Ich studiere, weil mich die Kunstgeschichte und auch die Philosophie, mein Nebenfach, interessieren. Ich erweitere meinen Horizont und erhalte sehr viele Inspirationen für meine eigene Kunst. Eine Malschülerin von mir betitelte mein Studium als „Fortbildung für Künstler“. Für eine „Fortbildung“ muss ich sehr viele Prüfungsleistungen erbringen, aber es trifft den Kern.
Die Kunstgeschichte und Philosophie ist ein Teil meines Künstlerdaseins.
Im Moment bereite ich für das Seminar „Zeitgenössische Kunst“ mein Referat zum Thema „Sammlerinnen und Sammler“ vor. In der Unibibliothek fand ich folgenden Artikel in der Zeitschrift Kunstforum Nr. 211 : „Die Rubell Family Collection: Entdecken, Erfahren und Erleben – oder was eine Sammlerfamilie zusammenhält„. Hier ein Zitat von Mara Rubell: „Seien wir ehrlich. Es gibt keinen großen, der Geschichte unkundigen Künstler.“
Dieser Satz lies mein Herz klingen, aber deshalb bin ich immer noch Künstlerin.
Im selben Seminar besprachen wir Dienstag die Künstlerische Forschung. Erläuterungen zur Definition gibt Julian Klein in den Kunsttexten (hier der Link zu dem wirklich lohnenswerten Text im pdf-Format). Ein Zitat aus dem Text möchte ich allerdings hier schreiben: „Laut UNESCO-Definition ist Forschung „jede kreative systematische Betätigung zu dem Zweck, den Wissensstand zu erweitern, einschließlich des Wissens der Menschheit, Kultur und Gesellschaft, sowie die Verwendung dieses Wissens in der Entwicklung neuer Anwendungen“ (OECD Glossary of Statistical Terms 2008).²
Beispiele für künstlerische Forschung sind die Projekte der Gruppe „a rose is„, von denen mir besonders das Projekt „Brain study -Installation für vernetzte Gehirnspieler“ gefällt.
Abschliessend diskutierten wir im Seminar, ob „Masters of fine art“ auch in fine art promovieren können sollten. Bisher ist das in Deutschland nicht möglich. Was meint ihr dazu?
Egal ob Promotion oder nicht, für mich gehört die künstlerische Forschung zur Kunst dazu. In welcher Ausprägung sie bei jedem Künstler sichtbar wird, das mag erstmal nicht im Vordergrund der Frage stehen.
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²Julian Klein, Was ist künstlerische Forschung, in: kunsttexte.de/Auditive Perspektiven, Nr. 2, 2011 (5 Seiten), http://www.kunsttexte.de
³Kunstforum Band 211, http://www.kunstforum.de/inhaltsverzeichnis3.asp?session=&band=209&artikel=, 12.6.2014
