Diese Taschenuhr habe ich vor Jahrzehnten vom Freund meiner Oma geerbt.
Einen Tag bevor er und meine Oma heiraten wollten, hat er geträumt und ist bei Rot über die Ampel gegangen. Die ankommende Autofahrerin hatte keine Chance zu bremsen. Das war in den späten Siebzigern. So recht begriff ich es damals noch nicht, was der Tod bedeutet. Diese Uhr jedoch, die erinnert mich immer an Onkel Erich, wie mein Bruder und ich den Freund meiner Oma nannten. Er brachte uns das Schachspielen bei und wir kochten Karamelbonbons in der Pfanne auf Omas Herd.
Seine Uhr zeichne ich heute das erste Mal und kombiniere das glatte alte mit dem verwelkten geschrumpelten.
