Susanne Haun

Das, was ich nicht sehe – aus der Mythologie der Inuit – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, KuBa Kulturbahnhof Nettersheim, Projekt EISIG - EISWELTEN, Zeichnung by Susanne Haun on 28. Juli 2017

 

Wie spricht man Qikiqtarjuaq, eine Insel der Inuit und Uinigumasuittuq, (übersetzt: die keinen Mann haben will aus)?

Während der Ausstellungseröffnung Eiswelten im Kulturbahnhof Nettersheim (siehe hier)  werde ich die Geschichte „Sedna, Herrscherin über die Meerestiere“ lesen, die Schöpfungsgeschichte der Inuit aus dem Buch von Ansgar Walk, Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit.

 

Eiswelten - Fulmur und der Vater (c) Zeichnung von Susanne Haun

Eiswelten – Fulmur und der Vater (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

9 Minuten dauert die Lesung, vielleicht 20 mit Vor- und Nachwort. Natürlich lese ich mich vorher ein – nur so kann ich auch eine genaue Zeitangabe der Lesung geben. Wie meine Referate für die Uni, nehme ich den Text mit der App Sprachmemos auf meinem iPhone auf, um zu hören, wo ich Pausen und Akzente setzen muss. Die Pausen sind das wichtigste, denn ohne Pause wird ein Text mitunter unverständlich. Der Hörer muss Gelegenheit zum Verarbeiten des Gehörten haben.

Beim Einlesen entstanden weitere Zeichnungen in meinem Büchlein für arktische Mythen. In einer setze ich der Sedna die Eva mit Sinnflut aus dem christlichen Schöpermythus entgegen. Natürlich weiss ich, dass Eva und die Sinnflut zwei getrennte Geschichten sind.

Diese Zeichnungen beschreiben das, was ich nicht mit meinen Augen sehe, sondern was ich im Inneren zu den Mythen finde.

 

 

 

 

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Quelle: Walk, Ansgar. Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit, Bielefeld 2003, S. 49 – 58.

13 Antworten

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  1. denisfeuerstein said, on 29. Juli 2017 at 07:59

    Mythologie hat mich ja immer stark interessiert und gerade Polytheistische Glaubensstrukturen wie der Shintoismus haben es mir angetan. Dummerweise findet man dazu kaum Werke oder genauer – man findet kaum Werke, wo der Autor nicht versucht die fremde Religion mit bekannten westlichen Begriffen zu erklären.

    • Susanne Haun said, on 30. Juli 2017 at 17:03

      Ja, das ist immer das größte Problem. Jedoch braucht es immer einen Bezugspunkt, an dem man ansetzen kann. Ich denke, es würde den Inuit oder auch den Japanern schwer fallen, das Christentum zu erklären, ohne Bezug auf ihre eigene Glaubensrichtung zu nehmen.

      • denisfeuerstein said, on 7. August 2017 at 13:01

        Mhm, das ist richtig, den schließlich speist sich eine Sprache aus den Begrifflichkeiten eines Kulturkreises, weswegen ja auch eins zu eins Übersetzung zwischen zwei fremden Sprachen ja auch kaum möglich ist.
        Aber dann liegt es doch am Übersetzer oder Überträger die Brücke mit Anmerkungen und Fußnoten zu schlagen und dem Leser die Zusammenhänge zu erläutern.

        • Susanne Haun said, on 8. August 2017 at 07:17

          Ich finde es interessant, wie unterschiedlich das Latein der Philosophen übersetzt wird. Deshalb ist es ja auch immer wichtig, bei der Quellenangabe den Übersetzer mit anzugeben.

          • denisfeuerstein said, on 11. August 2017 at 10:45

            Da fällt mir der Sokrates ein, dem man ja immer den Spruch „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ unterschieben möchte. Wobei er ja eigentlich sagte „Ich maße mir nicht an etwas zu wissen, wovon ich eigentlich nichts weiß“ in Anspielung auf die Sophisten. Wobei die ganzen Halbwahrheiten, die um sich greifen, doch sehr an diese griechische Philosophieschule erinnert. Man will gar nicht darüber nachdenken.

            • Susanne Haun said, on 12. August 2017 at 07:49

              Danke für den Hinweis, Denis.
              „Ich maße mir nicht an etwas zu wissen, wovon ich eigentlich nichts weiß“ trifft das Thema der Halbwarheiten sehr gut und natürlich ist es eine völlig andere Aussage als „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.
              Vielleicht sollte über die Problematik der Wahrheit schon in der Schule im regulären Unterricht diskutiert werden. Wir hatten als Thema im Deutsch Grundkurs der 11. Klasse die Bild Zeitung und Günther Wallraff, das führt gut auf das Thema hin.

              • denisfeuerstein said, on 12. August 2017 at 11:45

                Aussagenlogik in der Schule – das wäre auch mein Ansinnen! Aber heutzutage neigt man ja eher dazu Unterrichtsstoff zu entfernen, als neuen Aufzunehmen.

  2. kopfundgestalt said, on 29. Juli 2017 at 10:28

    Was sind das für vegetative Fischfrauen? 🙂

    • Susanne Haun said, on 30. Juli 2017 at 17:03

      Hallo Gerhard, das ist Sedna, die Herrscherin über die Meerestiere aus den Mythologien der Inuit.

  3. gkazakou said, on 29. Juli 2017 at 16:55

    Fantastisch! Am lesbarsten ist für mich natürlich die Eva – mit Apfel und Schlange leicht erkennbar, herrlich, wie sie die Sintflut auf ihrem Bötchen bereitet – denn klar, sie hat überlebt, lebt immer noch zwischen uns. Aber auch die anderen Figuren, in Übergangsstadien zwischen Vegetativem, Flug- und Fischwesen zum Menschen hin – welch herrliche Illustration der Entwicklungsgeschichte, die sich bei Darwin eher trocken liest.
    Ich wünsche dir eine aufgeschlossene Zuhörerschaft und viel Freude beim Zeigen deiner Bilder.

    • Susanne Haun said, on 30. Juli 2017 at 17:04

      Danke, Gerda, ich bin gespannt, es sind ja noch drei Wochen bis dahin. Ich werde wohl das Lesen der Namen noch etwas trainieren. LG Susanne

  4. emhaeu said, on 29. Juli 2017 at 17:30

    Qikiqtarjuaq (Inuit pronunciation: ​[qikiqtaʁjuˈaq]; —- aber wie man die englische Lautschrift liest, weiß ich auch nicht …. habe mal ein anderees Wort gegoogelt, das spricht man genau so aus, wie man es schreibt, also wahrscheinlich auch Uinigumasuittuq genau so, wie man es schreibt. Wird schon kein Inuit da sein ….

    • Susanne Haun said, on 30. Juli 2017 at 17:06

      Ich denke, Martin, ich wrde mich fürs Aussprechen wie mans schreibt, entscheiden. Mit etwas Übung wird mir Uinigumasuittuq sicher leicht von den Lippen gehen 🙂


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