Unser tägliches Tageswerk besteht immer noch im Radieren. Wir sind bei der 265 von 380 angelangt.
Wir haben zwischendurch auch fleißige Hilfe von Melvin, der mit an der Maschine dreht und mir die fertigen Radierungen zum Trocknen reicht. Auch Daniel hat uns schon geholfen – er wollte wenigstens ein wenig Einblick in die Radierung erhalten und hat so seine erste Platte gedruckt – leider verkehrt herum. Der Druck von einer Zinkplatte ohne Linien sieht dann so aus:
Da die Radierung so etwas langweilig ist, habe ich einen Blütenzweig auf das Papier gezeichnet.
Koschatzky schreibt in seinem Buch „Die Kunst der Graphik“, dass die Radierung in Deutschland seit der Mitte des 15. Jahrhnderts existiert, die ersten Druckplatten waren aus Eisen. Blätter vor dem Auflagendruck nennt man Probedruck (avant la lettre) – hier probiert der Künstler die Farbe und Ätzung und verändert eventuell auch noch mit der Kaltnadel die Platten. Diese Blätter werden auch mit Probe signiert. Diese Blätter werden auch heute noch gerne gesammelt.
