Spielleute im Land und ein Interview mit mir – Zeichnung von Susanne Haun

Früher waren die Länder sehr viel kleiner, denn die Könige mußten ihr Land kennen und verteidigen.

So stand an der Furt, die ich gestern zeichnete, Conall Gemach einer der heldenhaftesten und kampfreichstesn Krieger Irlands und paßte auf, wer ins Land kam und ging.

„Wenn ferner Spielleute in das Land kommen, so soll er der Mann sein, der ihnen Bürge ist, dass die die Gunst Conchobars (des Königs) erlangen …“

Spielleute - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Spielleute - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Ich frage mich, ob das so eine Art DSDS war? Die Spielleute mußten erst vor dem Wächter vorspielen und nur wenn sie von ihm für gut erachtet wurden, durften sie einreisen.

Vor 30 Jahren als ich 16 war, protestierte ich schon gegen Atomkraftwerke. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die felsenfest davon überzeugt sind, dass wir ohne die AKWs keinen Strom hätten. Vor 700 Jahren hatten wir im Rheinland das letzte Erdbeben der Stärke 6 – heute steht dort ein AKW. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Erdbebens?
In der USA in Kalifornien steht auf der St. Andreas Spalte ein AKW.
30 Jahre lang frage ich mich, ob die Mehrheit der Menschen irgendwann begreift, was das für ihre Enkel bedeutet. Nach der Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke habe ich die Hoffnung schon fast aufgegeben.

Ein Interview mit mir zu meinen Ansichten zur Kunst hat Anna Schüler mit mir geführt.
Ihr könnt es hier auf ihrem Blog lesen.

4 comments

  1. Ja, Susanne, gegen Atom hab ich schon in den 80ern protestiert, jeden Freitag auf einem zentralen Platz in Wien, mit meinem Sohn im Kinderwagerl!
    Puh, was wir da oft zu hören kriegten!
    Hat sich da was geändert?
    Scheinbar leider nicht …

    1. Ja, das Thema hatten wir heute auch — aber wir dürfen nicht aufgeben.
      Habe ich nicht irgendwo gelesen, dass es in Österreich keine AKWs gibt? Dann hat sich doch euer Protest gelohnt!
      In Deutschland scheint ja jetzt auch wenigstens das Aus für ein AKW anzustehen!

  2. Danke für die Einblicke in deinem Interview. Ich finde es immer sehr spannend zusätzliches über eine(n) Künstler/in zu erfahren.

    Die Geschehnisse in Japan erschüttern mich, gerade auch, weil ich so viel in der Natur unterwegs bin und die Menschheit diese mit beiden Füßen tritt.

    1. Ja, wenn ich mir vorstelle, nur 240 km von Berlin entfernt würde ein AKW hochgehen, dann würde ich doch mein Kind nehmen und „laufen“. Ich staune über die Ruhe der Japaner und ihr Vertrauen in die Regierung.
      Der Mensch schafft es anscheinend sich selber zu zerstören!

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