Bethanien – eine Radierung zum Lilienthal Konzept von Susanne Haun
Susanne Haun
Gestern sprachen wir in Bethanien von der „perfekten Platte“.
Die Farbe reibt sich gut auf der lauwarmen Wärmeplatte ein - Foto von Susanne Haun
Eine perfekte Platte ist eine Platte, die der Drucker gleichmäßig auswischen kann, ohne da ein bißchen mehr und dort bißchen weniger zu wischen. Ich finde, es hört sich gut an, die perfekte Platte und bei ihr merkt der Betrachter an Hand der Radierung am einfachsten, ob der Drucker gut gewischt hat!
Es ist schön, wenn verschiedene Projekte zusammenfließen. Anfang Dezember dachte ich noch, ich radiere ein Portrait von Lilienthal, bin aber im Laufe der Arbeit am Konzept davon abgekommen und habe mir meine Lieblingshand (seht hier) vorgenommen.
Der erste Probedruck zum Konzept Lielenthal von Susanne Haun
Die Druckwerkstatt in Bethanien ist sehr gut mit professionellen Geräten ausgestatten. Neben dem wirklich sehr großen Staubkasten mag ich auch die riesigen Waschbecken und die großen Wärmeplatten. Auf den Wärmeplatten ist es kein Probelm das Vernis Mou auf die 40 x 30 cm große Zinkplatte zu verteilen. Auch kann der Radierer sehr gut auf der Wärmeplatte die Farbe in die fertigen Radierplatten einreiben. Durch die Wärme wird die Farbe viel geschmeidiger. Natürlich ist es einfacher, die große Platte auf einem festen Untergrund einzureiben als aus der Hand. Ansonsten lasse ich zur Radierung die Fotos spreche.
Im Mai erscheint mein Buch „Die Kunst der Radierung“ (hier bei Amazon) im Edition Michael Fischer Verlag, das Manuskript ist abgegeben und der Lektor Manfred Braun ist bei der Arbeit. Er ruft bisweilen an und findet die Gliederung ein wenig anders verständlicher oder schimpft nett über unscharfe Fotos. So habe ich gestern beim Radieren einige Fotos „scharf“ wiederholt und habe dabei an einer 40 x 30 cm großen Zinkplatte mit einem Lilienthal Motiv gearbeitet (siehe hier unser Blog zum Tegel Projekt).
Lilienthal - Radierung von Susanne Haun - Aquatinta 30 x 40 cm auf Hahnemühle Kupferdruckkarton
Zuerst kommt das Vernis Mou auf die große Platte – Foto von Susanne Haun
Ich mag die große Wärmeplatte in Bethanien – Foto von Susanne Haun
Von der größe verdoppele ich das Motiv – Foto von Susanne Haun
Um den Rand „zu sichern“ streiche ich zusätzlich zum Vernis Mou noch Abdecklack über – Foto von Susanne Haun
Da ich ungeduldig bin, föhne ich den Abdecklack trocken – Foto von Susanne Haun
Nach dem Ätzen der Linien löse ich nur das Vernis Mou mit Verdünnung – Foto von Susanne Haun
Jetzt kommt das Kolofonium auf die freien Flächen der Platte – Foto von Susanne Haun
Um eine expressive Fläche zu erhalten, habe ich eine dicke Kolofonium Schicht auf die Platte gelegt – Foto von Susanne Haun
Ich mag das Bearbeiten der Platte – Foto von Susanne Haun
Nach der ersten Ätzstufe decke ich die nächste mit Abdecklack ab – Foto von Susanne Haun
Wieder der Fön – Foto von Susanne Haun
Die Waschbecken mit den Säureschalen in Bethanien – Foto von Susanne Haun
Das Eisendreichloris ist schon sehr verschlammt – Foto von Susanne Haun
Und die nächste Ätzstufe – Foto von Susanne Haun
Nach drei Ätzstufen reibe ich den Lack und Kolofonium ab – Foto von Susanne Haun
Die fertige Platte – Eisendreichlorid ätzt ganz anders als Salpetersäure – zarter würde ich sagen – Foto von Susanne Haun
Die Farbe reibt sich gut auf der lauwarmen Wärmeplatte ein – Foto von Susanne Haun
Ich mag die kleinste Presse in Bethanien, weil ich sie sehr gut alleine bedienen kann – Foto von Susanne Haun
— und weil sie ein so schönes rotes Gestell hat 🙂 – Foto von Susanne Haun
Der erste Probedruck zum Konzept Lielenthal von Susanne Haun
Ich ziehe nach dem ersten Probedruck noch einige Kaltnadellinien – Foto von Susanne Haun
Gefällt mir – Foto von Susanne Haun
Ein guter Druck – Foto von Susanne Haun
Lilienthal – Radierung von Susanne Haun – Aquatinta 30 x 40 cm auf Hahnemühle Kupferdruckkarton
Ich freue mich immer, wenn ich auf Bethanien zugehen – Foto von Susanne Haun
Blick aus dem Fenster der Druckwerkstatt Bethanien – Foto von Susanne Haun
NEIN – das stimmt nicht – Kreuzberg ist bunt – Foto von Susanne Haun