Betrachtungen zur Kunst · Radierung

Ätzzeiten bei der Radierung und der Fisch – von Susanne Haun

Die Ätzzeiten in der Säure sind das wohlgehüteste Geheimnis der einzelnen Radierer.

Beim Ätzen mit Salpetersäure habe ich die Zeiten im Blut, da ich seit 2003 mit dieser Säure arbeite. In Bethanien gibt es nur die Säure Eisen-III-Chlorid und in dem halben Jahr, in dem ich nun regelmäßig nach Bethanien zum radieren gehe, habe ich langsam die Kombination Zink und Eisen-III-Chlorid in mein Blut einsickern lassen.

Ich mag die großen Becken in Bethanien (c) Susanne Haun
Ich mag die großen Becken in Bethanien (c) Susanne Haun

In der ersten Zeit habe ich geflucht und mir immer nur wieder Salpetersäure gewünscht. Aber inzwischen kann ich gut Umsteigen. Das Eisen-III-Chlorid ätzt sanfter während die Salpetersäure sofort hart in die Zinkplatte eindringt. Beides hat Vorteile, die man gut für die jeweilige Arbeit nutzen kann.

Als ich am Dienstag in Bethanien war, hatte ich als einzigen Plan, die Auflage der Kuh (siehe hier) zu drucken und Stufen zu ätzen. So ist die erste Platte vom Fisch entstanden. Sie ist mit sanften Stufen geätzt und ich überlege nun, nachdem ich den ersten Probedruck aus der Presse geholt habe, wie ich mit der Platte weiter verfahre.

Drucken der Strichätzung Fisch (c) Susanne Haun
Drucken der Strichätzung Fisch (c) Susanne Haun

Mal schauen, vielleicht belebe ich die Platte mit Kaltnadellinien oder schleife ein wenig an ihr herum … oder ich lasse sie, wie sie ist. Das mag ich so am Radieren, die vielen Möglichkeiten, die vorhanden sind. Lege ich jetzt zweite gelbe Platte darüber, wird einiges im Druck grün oder ich wische sie verschieden aus oder ich drucke sie versetzt. Dann habe ich viele Unikate. So wie bei der Tulpenradierung vom letzten Jahr (siehe hier).

Der 1. Probedruck der Aquatinta (c) Susanne Haun
Der 1. Probedruck der Aquatinta (c) Susanne Haun

Der Erscheinungstermin meines Buches „Die Kunst der Radierung“ (siehe hier)  ist leider auf August verschoben worden.

Ätzzeiten bei der Radierung und der Fisch – von Susanne Haun

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