Letztes Jahr bekam ich zum Geburtstag pechschwarze Chinatusche.
Ich benutze sie in der Regel für meine 80 x 60 cm großen Tuschezeichnungen aber neulich wollte ich in meinen kleinen Blumenzeichnungen den stärksten hell/dunkel Kontrast erreichen, den es gibt und das ist für mich schwarz und weiß.
Vor bestimmt 20 Jahren habe ich mich mit der chinesischen Tuschemalerei beschäftigt und für ein Jahr ganz auf Farbe verzichtet und nur schwarz gezeichnet. In diesem Jahr – ich glaube es war 1994 – habe ich sehr viel gelernt.
Zur chinesischen Malerei gehört Pinsel, Tusche, Papier und Reiber, diese vier Arbeitsmittel sind nicht passiv in China sondern sie bedeuten den Chinesen so viel wie die Malerei selber (aus „Chinesische Aquarelle der Shanghaier Malerschule“ von Josef Hejzlar) und gehören in jedes Studierzimmer. Übersetzt heißen sie pi, mo, chih, yen.
Es sei nur soviel gesagt, dass ein einziger Pinsel eines wahren Meisters ein Leben lang hält. Dadurch, dass er diesen einen Pinsel benutzt, ist sein Werk von natürlicher Formgebung und einheitlichem Ausdruck.
Das sind alles Dinge, die mich schon vor 20 Jahren beeindruckten und die mir in der Anwendung meiner Zeichnung sehr helfen und mich vorwärts bringen.
Meinen ersten Pinsel besitze ich noch genauso wie meinen ersten Aquarellkasten. Beides erhielt ich zum Abitur von meiner Großmutter. Mein erster Pinsel ist ein Rotmaderpinsel der Stärke 20. Er hat immer noch eine hervorragende Spitze.
Ich gebe lieber richtig viel Geld für einen Pinsel aus als das ich mir jeden Monat neue Pinsel kaufe. Die Echthaarpinsel halten das Wasser gut im Pinselbauch und geben es sehr gleichmäßig ab. Das alles trägt natürlich auch zum gelingen der Zeichnung bei. Es ist schon wieder Jahre her, dass ich einen neuen Pinsel benötigte und wenn dann meistens, weil ich einen verschluse.
