Es ist spannend, wie sich meine Sichtweise ändert, wenn ich mit bestimmten Aufgaben durch die Gemäldegalerie gehe.
Dieses Mal haben wir beim Besuch der Gemäldegalerie nach Schrift in den Bildern gesucht. Erst dachte ich, es gibt keine Bilder mit Buchstaben und dann habe ich entdeckt, dass fast alle Bilder Schriftzüge aufweisen.
Jeder von uns hat ein Bild beschrieben. Ich habe mir das Bild „Anna Parolini Guicciadini“ von Agostino Carracci (1557 Bologna – 1602 Parma) ausgesucht. Ich habe sogar ein lizenzfreies Foto des Gemäldes im Internet gefunden.
Rechts über ihrem Kopf steht geschrieben:
HANNA PAROLINA GUICCIADINI
IMAGINEM AVGUST CARRATIVS
PINXIT ANNO LCGG (1598)
Ich mag dieses Portrait, was mir trotz seines Alters so jung geblieben vorkommt. Wer war diese Frau? Sie war sicher belesen und klug. Ich finde leider nichts über sie im Internet.
Hat einer von euch bei der Recherche mehr Glück?
Durch das Gemälde wissen wir, wie sie aussieht und wir kennen ihren Namen. Wir wissen auch durch die Inschrift, wenn ich sie richtig verstehe, dass das Bild 1598 gemalt wurde. Das ist mehr, als wir von vielen, vielen anderen Frauen wissen.
Die Schrift im Buch, was sie hält, ist nicht zu entziffern, aber die Überschrift ist rot dargestellt. Das Buch ist die Gegenwart, die Realitätsebene des Bildes und die Bilddaten über den Kopf die Nachträglichkeit, die die Anna und das Bild formal beschreiben.
