In Anchiano, ca. 3. km von Vinci entfernt, wurde am 15. April 1452 Leonardo da Vinci geboren.
Vinci liegt in der Toskana, in dessen Nähe wir dieses Jahr unseren Urlaub verbringen.
Ist es nicht selbstverständlich, dass ich als Zeichnerin ein großer Fan von Leonardo da Vincis Arbeit bin? Und ist es nicht genauso selbstverständlich, dass ich unbedingt den Geburtsort des großen Meisters der Renaissance sehen wollte?
Leider beginnen wir unsere Besichtigungstour mit dem Leonardo Museum in Vinci, was genau die falsche Reihenfolge ist. Ich habe schon schönere toskanische Städte gesehen und das Museum versucht mit Gewalt und etwas angestrengt, einen Einblick in Leonardos Arbeit zu vermitteln.
Dafür entschädigt das Geburtshaus Leonardos mit guten Einblicken und Ausblicken und einem Leonardo darstellenden Hologramm, das in abwechselnden Vorstellungen italienisch oder englisch spricht. Dabei werden einige seiner Zeichnungen groß an die Wand projiziert, so dass die Linien detailgenau zu sehen sind. Dazu eine dramatische Musik und schon ist der Besucher ergriffen von der Bild- und Tongewalt.
Im Inneren der Häuser ist das Fotografieren verboten. Außen steht dementsprechend eine kleine Ansammlung von Menschen mit Handys, Kompaktkameras und den Spiegelreflexkameras mit kleinen bis großen Objektiven.
Das Geburtshaus ist von Olivenbäumen umgeben. So sah es sicher auch zu Lebzeiten von Leonardo aus. Er ist als unehelicher Sohn einer Magd mit dem Namen Caterina und des Notars Ser Piero da Vinci geboren worden. Sein Großvater registrierte die Geburt mit exaktem Datum und Uhrzeit in einem Schriftstück, was heute noch erhalten ist und von dem eine Kopie im Geburtshaus gezeigt wird.
Dieses Schriftstück ist ein großer Schatz, selten ist die Geburt einer großen Persönlichkeit aus der Renaissance so gut dokumentiert.
Über eines muss sich der Besucher jedoch im Klaren sein: hier können nur einfache Faksimiles gezeigt werden! Die Werke Leonardos sind so wertvoll, dass sie in der ganzen Welt in den großen Museen verteilt sind.
Schade finde ich, dass einzelne Seiten aus einem Notizbuch da Vincis zum Teil ebenso in der ganzen Welt verteilt sind. Ich werde zuhause recherchieren, wann und warum diese Zerstörung der Bücher vorgenommen wurde. Aus dem Bauch heraus denke ich, dass die Beweggründe sicher Profit und Besitzerstolz waren, denn so eine Handschrift da Vincis ist sehr wertvoll, Bill Gates hat bei einer Auktion 26,7 Millionen Euros gezahlt.
