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Gibt es auch Philosophinnen? Ich denke an Hannah Arendt – Zeichnung von Susanne Haun

Die theoretische Philosophie ist von Männern dominiert.

 

Hannah Arendt (c) Zeichnung von Susanne Haun
Hannah Arendt (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Vorlesung der theoretischen Philosophie ist in gleichen Teilen von ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besucht. Wir sprechen in der Vorlesung über 15 philosophische Texte von männlichen Philosophen und nur einer der dazugehörigen 15 Hintergrundtexte ist von einer Frau geschrieben.

Der Dozent gibt sich große Mühe, diesen Mißstand auszugleichen. Alle Beispiele, die er uns gibt, sprechen von Philosophinnen!

Es ist auch nicht einfach, an eine Philosophin zu denken. Sie gab es zu allen Zeiten aber sie wurden nicht in dem maßen publiziert wie ihre männlichen Kollegen.

Mir fällt als groß Philosophin natürlich zuerst Hannah Arendt ein. Ihre Schriften stehen nicht auf unseren Lehrplan und da dieser sehr dicht gepackt ist, bleibt mir wenig Zeit, sie zu lesen.
Ich werde mich ihr wie immer bildlich und dann über ihre Ausführungen zur Autorität, in der sie auch das Plantonsche Höhlengleichnis anspricht, nähern.

Hier könnt ihr einen Beitrag vom Deutschland Radio zu Hannah Arendt hören. Arendt  fühlt sich keineswegs als Philosophin. Sie ist der Ansicht, dass ihr Beruf, wenn man überhaupt von einem Beruf sprechen kann, „Politische Theorie“ ist.

Es ist übrigens nicht einfach, eine ältere Frau zu zeichnen, sie wirkt schnell hart oder männlich. Wir können uns hier die Frage stellen, ob das mit unserem weiblichen Ideal von Schönheit zusammenhängt?

27 Kommentare zu „Gibt es auch Philosophinnen? Ich denke an Hannah Arendt – Zeichnung von Susanne Haun

    1. Danke für den Hinweis, Peter, ich setze die Werke von Jeanne Hersch auf meine Liste zum Lesen. Es wird wohl noch etwas dauern, bis ich dazu komme, aber was auf dieser Liste ist, das geht nicht verloren.

      1. Das mag vorgekommen sein, dass die Schrift einer Frau keine Verbreitung fand, weil ein Verleger diese nicht ernst nahm. Mir kommt die Deutung aber merkwürdig vor, wenn man sie verallgemeinerte. Denn wenn Frauen so intelligent waren, soviel Bildung genossen hatten, soviel Zeit und Geld investieren konnten, warum sollten sie dann nicht in der Lage gewesen sein, ebenfalls auch „Verleger“ zu werden? Könnte es sein, dass deine Deutung etwas aus der feministischen (wo ja die Männer eh an allem Schuld sind) kommt? Bitte nicht mit Teller werfen: Ich frag ja nur ganz höflich. Hab mir nicht ausgesucht, als Mann auf die Welt zu kommen und meine Leidensgenossen auch nicht … 😉

      2. Hat, denke ich, noch einen anderen Aspekt. Die Philosophie ist ja eine brotlose Kunst und die Philosophen haben ihr Geld meist als Professoren verdient. Weil Frauen aber noch bis vor 50 Jahren so gut wie nie eine Professorenstelle bekommen haben, mussten sie sich nach was anderem umsehen …

  1. Das liegt wohl an der Unterdrückung der Frau, die über die Zeiten entrechtet und an den Herd degradiert war. Es gibt heute noch Männer, die ein gekochtes Ei anbrennen lassen und den guten langen Tag ihren Hobbys frönen, weil Frau ihnen den gesamten Haushalt macht, ihre verschissenen Unterhosen wäscht und ihnen dreimal am Tag den Tisch deckt und eine viertes Mal dazu einen selbstgebackenen Kuchen hinstellt. Mal beim Abwasch zu helfen kämen diesen Weicheiern nicht in die Tüte, weil sie ja immer was zu tun haben .. Notfalls überflüssige Fotos für ihre Blogs schießen .. Kleine Buben, die sich von Mami verwöhnen lassen und natürlich sehr viel Zeit haben, zu philosophieren und die Welt in ihren Gedanken zu ordnen und dann noch großartige Kommentare zu den Werken der Weltliteratur abliefern .. Da könnt ich ausflippen 😉

        1. Das sind zwei bis drei mehr, Sven. 🙂 Wie ich schon geschrieben habe, die Verleger sind zum größten Teil Männer gewesen. Erst mit der Aufklärung bekamen Frauen, wenn auch langsam, ein Ohr.

          1. Es ist ein nonverbaler Austausch gewesen: Sie haben mir ihre Liste vorgelegt, um zu verifizieren, dass es sehr wohl weibliche Philosophen gab und gibt ..

            Ich habe ihnen geantwortet, indem ich ihnen wiederum eine Liste vorgelegt habe, um zu verifizieren, dass die paar Philosophinnen nicht wirklich ins Gewicht fallen und als Ausnahmen eher die Regel bestätigen ..

            bis hierhin mitgekommen ???

            Der „Abwasch“ stellt eine Metapher, ein Gleichnis, ein Bild dar, dass eben die Rolle der Frau in der Familie mit Kindererziehung und allem drum und dran symbolisiert ..

            Okay? Endlich verstanden? Puuuhhh, da war meine Magisterarbeit leichter .. 😀

              1. Ich habe Ihnen nur freundlich geantwortet und bitte um Verzeihung, aber ich bin ein emotionaler Mensch und wenn ich genervt bin, bring ich das auch zum Ausdruck. Das richtet sich nicht persönlich gegen sie. Das ist eine normale menschliche Reaktion, die ich lange versucht habe zu unterdrücken, aber ich bekam eine furchbare Hautkrankheit dadurch und meine Hautärztin hab gesagt: Sich aufregen ist das beste Mittel gegen Aufregung. Seitdem reg ich mich wieder richtig auf — und die Hautkrankheit ist seitdem verschwunden. Das sollten sie auch so machen, denn alles was man schluckt, geht einem unter die Haut und manche haben eine sehr dünne. Lieben Gruß an sie, Herr Zolaski_lz und verzeihen sie bitte, falls ich sie gekränkt haben sollte: Es war nicht meine Absicht. Bitte demütig um Absolution ..

      1. Danke für die ausführliche Liste, versteckter Poet.
        Frauen wurden in der von Männern bestimmten Wirtschaft wenig publiziert, gelesen und gelehrt. Langsam ändert sich das. Frauen müssen immer eine Entscheidung treffen: Kinder, keine Kinder, denn Frauen gebähren. Und es ist schon ein großer Fortschritt, dass sie diese Entscheidung im Prinzip alleine treffen können. Die Verantwortung für ein Kind macht vieles schwerer bringt aber auch große Inspirationen mit sich.

      1. Das hab ich auch nicht anders behauptet, obwohl ich viele solche Fälle kenne, mehr als mir lieb ist. Und wenn du dich fragst, warum Frauen historisch gesehen unter den Philosophen so selten sind (die meisten Beispiele gehören zur näheren Vergangenheit), dann liegt das eben daran, dass die Gleichberechtigung eine sehr kurze Vergangenheit hat. Frag dich nur, wie lange es her ist, dass Frauen nicht wahlberechtigt waren oder warum George Sand sich als Mann verkleiden und ausgeben musste, um studieren zu dürfen. Na gut, zugegeben: Ich habs etwas flapsig ausgedrückt, was wohl davon kommt, dass ich lange Zeit Satiren verfasste, was meinem bisweilen tiefschwarzen Humor entgegen kam. Bitte nicht böse sein, ich meins jedenfalls niemals böse, auch wenn ich gerne provoziere, aber die Provokation ist ein Stilmittel der Kunst.

        WundergeschöntengutenTagallerseits
        wünscht der Sven vom Bieberer Berg 😉

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