Blumen und Pflanzen · Philosophie · Zeichnung

Ich brauche mein eigenes Bewusstsein – Zeichnung von Susanne Haun

In der letzten Vorlesung zur theoretischen Philosophie haben wir darüber gesprochen, dass wir uns in der 1. Person benötigen, um uns über das Bewusstsein klar zu werden.

Was macht Bewusstsein aus (c) Zeichnung von Susanne Haun
Was macht Bewusstsein aus (c) Zeichnung von Susanne Haun

In der 3. Person kann ich nie eindeutige Aussagen über das Bewusstsein machen, da ich ja nicht wissen kann, wie es im Bewusstsein einer anderen Person aussieht. Diese Aussage kann ich nur über mich selber und mein Bewusstsein treffen.

Das ist eine sehr interessante Erkenntnis, eigentlich ganz simple und trotzdem Weltumfassend.

Diese Woche sprachen wir über die Philosophie des Geistes.

Ulli vom Café Weltenall wundert sich in einem Kommentar zum Platon-Artikel, was für eine voll gepackte Vorlesung uns an der FU geboten wird. Es ist eine Einführungsvorlesung und wir sollen einen groben Überblick erhalten. Zusätzlich zur Vorlesung besuchen wir ein Seminar, wo Fragen aus der Vorlesung besprochen und Texte vertieft werden.

Unser Dozent sagte, dass er uns nur Teaser biete und wir selber entscheiden müssen, welche Teaser wir in unserem Studium vertiefen wollen.

Ich fragte mich gestern, ob es sinnvoll ist, so schnell durch die Lehren der großen Denker der Welt zu rasen. Hier nun habe ich vom Dozenten der Vorlesung meine Antwort erhalten.

9 Kommentare zu „Ich brauche mein eigenes Bewusstsein – Zeichnung von Susanne Haun

      1. Schön, dass du nachfragst, liebe Susanne!
        Ich versuche, es mal zu erklären: Ich habe in den 80iger Jahren ein Philosopiestudium begonnen, weil ich glaubte, dem Wahrheitsanspruch meiner Dichtung (die damals wild und kryptisch war) auf den Grund gehen zu müssen, und mein desolates No-Future-Dasein irgendwie zu konsolidieren. Ich wollte nicht nur, wie damals gängig, fernöstliche Weisheiten wiederkauen, sondern zuallererst begreifen, was es mit unserer abendländischen Rationaliät auf sich habe. Ich rang daraufhin lange Jahre mit der Zurichtung der Sprache für die Theorie, trieb konstruktivistische (immerhin) Wissenschaftstheorie und Sprachphilosophie und glaubte eine Weile, in der Argumentationstheorie und -praxis das Instrumentarium zu finden, mit dem sich meine Fragen würden beantworten ließen…
        Unterdessen habe ich ich ungefähr zwanzig Jahre das poetische Treiben hintangestellt – im Glauben, es gäbe Fundamente für das richtige Sprechen, oder diese ließen sich wenigstens schaffen.
        Vermutlich musste ich diesen Weg gehen, um heute meiner Inspiration zu folgen und mich selbst immer wieder zu überraschen. Allerdings wünschte ich mir, andere würden diese Umwege nicht gehen.
        Herzliche Grüße Björg

        1. Guten Morgen, Björg,
          ich bin immer wieder von der Sprache der Philosophie beeindruckt. Ich bereite gerade ein Referat über Descartes vor und mir fällt auf, wie wenig ich mir diese Sprache bisher angeeignet habe und freue mich darauf, sie immer mehr zu lernen. Eines ist aber schon geschehen: ich denke mehr über meine einzelnen Worte nach.
          Die Argumentationstheorie fällt mir schon schwerer. Ich finde sie sehr spannend und habe dieses Modul (heute musst du eine Reihe von Modulen als Leistungsnachweis durch(be)stehen) schon hinter mir aber ich merke, dass ich auch da Defizite besitze.
          Die Philosophie inspiriert mich, aber sie ist nicht mein Hauptweg. Mein Weg ist die Zeichnung und da sind mir meine kunsthistorischen Seminare näher.
          Es ist nicht einfach, den Weg zu finden und es gibt viele Kurven, die interessant sind.
          Viele Grüße aus dem noch dunklen Berlin sendet dir Susanne

  1. simpel, aber wahr, wohl wahr … so erlebe ich es mit vielen Wahrheiten, sie sind oft so einfach, dass wir es erst einmal nicht in Betracht ziehen … wir Menschen mögen es kompliziert, mögen Umwege, um dann eben doch zum Kern zu kommen!
    Ich finde es interessant wie sich diese Gedanken in den aktuellen Zeichnungen niederlassen, die Blüten öffnen sich, der Blick wandert zum Innersten …

    danke und herzliche Grüsse

    1. Es ist wirklich erstaunlich, wie einfach manche Dinge sind, Ulli. Aber es erfordert auch abstraktes Denken und gerade einfaches, abstraktes Denken ist sehr viel schwieriger, als wir denken 🙂 🙂 🙂
      Zum Thema, warum Geschichte so ein schwieriger Begriff ist, komme ich später zurück. Ich mache mir im Kopf ein Konzept dazu ….
      Liebe Grüße von Susanne

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