Susanne Haun

Tag des offenen Denkmals – ExRotaprint – Susanne Haun

Posted in Architektur, Berlin, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 12. September 2016

 

Am 10. und 11. September fand der Tag des offenen Denkmals in Berlin statt (siehe hier). Wir haben uns zwei Führungen aus dem 81 Seiten starken Programm herausgesucht. Dazu gehörte ExRotaprint (siehe hier), ein ehemaliger Produktionsbetrieb von Offsetdruckmaschinen.

 

ExRotaprint (c) Foto vom M.Fanke

ExRotaprint (c) Foto vom M.Fanke

 

Der junge Architekten Klaus Kirsten präsentierte sich mit seiner Architektur als moderner und fortschrittlicher Wirtschaftsbetrieb. Auf der Webseite von ExRotaprint könnt ihr hier die interessante Historie des Bauensembles nachlesen.

Prof. Helmut Engel, der Landeskonservator, schrieb 1991, dass „… die lange Tradition der Berliner Industriekultur, in der die Formengebung der Gebäude als wichtige künstlerische Gestaltungsaufgabe wahrgenommen wurde.“².

 

ExRotaprint zweiter Turm (c) Foto von Susanne Haun

ExRotaprint zweiter Turm (c) Foto von Susanne Haun

 

Rotaprint ist ein alter Weddinger Betrieb (siehe hier auf YouTube das Darstellungsvideo), der in der Gottschedstraße,  10 Minuten Fußweg von meinem Atelier, liegt. Zu Grundschulzeiten (1971 – 77) lag dort der Verkehrsgarten, den wir regelmäßig im Klassenverbund besuchten. So habe ich ExRotaprint als teil meiner Heimat, den ich nicht mehr bewusst wahrgenommen habe, empfunden. Nach der heutigen 2stündigen, sehr gelungenen und engagierten Führung von Daniela Brahm und Architekt Bernhard Hummel (noch einmal herzlichen Dank an dieser Stelle) empfinde ich das Baudenkmal neu.

Beim Betrachten des ungeputzten Betonturms (manche sagen für mich unberechtigt Bunker dazu), denke ich an die Architektur von Gropius Meisterhaus in Dessau (siehe hier). Ich mag die modulare Bauweise, die simple Form des Quaders ist interessant übereinandergestellt.

Geht die Besucherin durch das Eingangstor, sieht sie sich einer drei Flügelanlage mit vorgesetzten Pförtnerhäusern gegenüber. Geradezu ist das Herzstück der Anlage zu sehen, von außen gut durch den roten Anstrich markiert. Der dahinterliegende Raum ist durch die Fenster hell und früher war dort die Geschäftsleitung sowie die Ingenieure untergebracht. Ich habe sofort an eine „Denkfabrik“ gedacht.  Dieser Teil des Baudenkmals ist schon saniert, die Sanierung der Betontürme wird Anfang des folgenden Jahres ebenfalls in Angriff genommen. Die Sanierung erfolgt durch die Betreibung der Mieterinitiative die gemeinnützige GmbH ExRotaprint e.V., die 2007 gegründet wurde.

 

 ExRotaprint  (c) Foto vom M.Fanke

ExRotaprint (c) Foto vom M.Fanke

 

Buchtip:
Kirsten & Nather – Wohn- und Fabrikationsgebäude zweier West-Berliner Architekten
Hrsg. Daniela Brahm, Les Schliesser / ExRotaprint, Texte von Frank Seehausen, Alexander Hoff, Gundula Lang, Elmar Kossel, Daniela Brahm, Les Schliesser, Thomas Steigenberger, Gestaltung von Daniela Brahm, Carsten Eisfeld
2016. 272 Seiten, 245 Abb.
ISBN 978-3-7757-4068-5

 

 

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²ExRotaprint, Das Baudenkmal, http://www.exrotaprint.de/index.php?section=35, 10.9.2016, 20:46 Uhr

10 Antworten

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  1. Pit said, on 12. September 2016 at 17:09

    Hallo Susanne,
    ein hochinteressanter „Bildrundgang“: danke fuer’s Mitnehmen.
    Hab eine feine Woche,
    Pit

    • Susanne Haun said, on 13. September 2016 at 09:59

      Gerne, Pit, es war ein faszinierendes Wochenende, wir haben uns jedoch nur mit jeweils einem Bauwerk pro Tag beschäftigt. Viele sind von Führung zu Führung gepilgert. Davon bin ich kein Freund, ich lasse die Eindrücke lieber länger wirken. Auch dir eine schöne Woche, Susanne

      • Pit said, on 13. September 2016 at 14:08

        Wir lassen es auch immer lieber langsam angehen. Wir wollen uns nicht mit Eindruecken ueberladen.

        • Susanne Haun said, on 15. September 2016 at 19:29

          Ja, so bleiben die Eindrücke auch nachhaltiger. Morgen geht es zur Havel ins ehemalige Atelier von Kolbe, Rodins Zeichnungen werden dort gezeigt. Ich freue mich schon sehr darauf! LG Susanne

  2. Pit said, on 12. September 2016 at 17:11

    P.S.: Die Bilder zeigen faszinierende Perspektiven und Details!

  3. SätzeundSchätze said, on 13. September 2016 at 12:42

    Liebe Susanne, das Gebäude ist tatsächlich sehr interessant, und erinnert stark, wie du schreibst, an die Bauhaus-Architektur. Das müssen wir uns für den nächsten Wedding-Bummel nochmals vormerken. Liebe Grüße, Birgit

    • Susanne Haun said, on 15. September 2016 at 19:26

      Liebe Birgit, ich zeige dir das nächste mal sehr gerne ExRotaprint, vielleicht haben die Initiatoren da ja auch schon mit dem sanieren begonnen … LG Susanne

  4. […] untergeordnet. Die Führung hat uns ausgesprochen gut gefallen, wie am Samstag bei ExRotaprint (siehe hier) hat ein Gebäude aus der Nachbarschaft neues Leben […]

  5. […] Sohn hat das Experiment schlichtweg abgelehnt und findet, mein Leopoldplatz sowie Exrotaprint sähen aus wie von einem Kind in der Vorklasse gezeichnet. Naja, das Kind, das in der Vorklasse […]


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