Susanne Haun

Silent Green – das ehemalige Krematorium Wedding – Susanne Haun

Posted in Architektur, Berlin, Foto by Susanne Haun on 14. September 2016

Es mutet ein wenig markaber an:

Am Sonntag besuchten wir zum Tag des offenen Denkmals eine Führung durch das ehemalige Krematorium Wedding. Wir waren schon öfter auf dem Gelände und haben neugierig die Veränderungen durch den neuen Besitzer silent green (siehe hier) an diesem für mich so vertrauten Anblick beobachtet. Das Krematorium liegt 10 Minuten von meinem Geburtsort und jetzigem Atelier entfernt. Ich bin sehr neugierig auf die neue geplante Ausstellungsfläche für bewegte Bilder. So etwas hat Berlin noch nicht und selten wird Video- oder Filmkunst alleinig gezeigt. Die von 1993 – 1996 erbaute unterirdische Parentationshalle wird zu einer riesigen Ausstellungsfläche umgebaut, ideal für bewegte Bilder.

 

1 Ehemaliges Krematorium Wedding - silent green Kulturquartier (c) Foto von Susanne Haun

Ehemaliges Krematorium Wedding – silent green Kulturquartier (c) Foto von Susanne Haun

 

Die Grundfläche des ehemaligen Krematoriums sieht ein wenig aus wie die Enterprise, die Gebäude sind der Funktion eines Krematoriums untergeordnet. Die Führung hat uns ausgesprochen gut gefallen, wie am Samstag bei ExRotaprint (siehe hier) hat ein Gebäude aus der Nachbarschaft neues Leben erhalten.

Mit Karl dem Großen und seinem Edikt von Paderborn 785 n. Chr. wurde die Verbrennung von Toten als heidnischer Brauch bei Todesstrafe verboten und erst 1878 wurde die Feuerbestattung beginnend im Herzogtum Sachsen-Coborg-Gotha wieder zulässig. Gegen den Widerstand der Kirche setzte sich diese Art der Bestattung durch.

 

3 Ehemaliges Krematorium Wedding - silent green Kulturquartier (c) Foto von M.Fanke

Ehemaliges Krematorium Wedding – silent green Kulturquartier (c) Foto von M.Fanke

 

Der Friedhof in Wedding wurde der Armenfriedhof genannt. Hier entstand 1874 das erste Krematorium Preußens. William Müller entwarf das Gebäude, das zwischen Historismus und moderne vermittelt. Der Bauschmuck ist frei von christlicher Symbolik. Die Trauerhalle besitzt einen achteckigen Grundriss und bot Platz für 400 Urnennischen.

1982 wurde es nochmals für ca. 20 Millionen DM saniert, um dann nach 6 Jahren, 2002, schon wieder geschlossen zu werdne, da in Treptow-Köpenick 1999 ein neues Krematorium eröffnet wurde und der Senat beschloss, das Krematorium Wedding trotz guter Funktion und Beliebtheit aufgrund des ästhetischen würdevollen Bauwerks zu schliessen.

Nach 10 Jahren 2013 wurde der Ort neu belegt, das silent green Kulturquartier erwarb das Gelände. Heute finden dort viele Veranstaltungen statt, es wird Kunst gezeigt und Musikfreunde können in der alten Kuppelhalle Konzerten lauschen.

Ich möchte mich bei Jörg Heitmann bedanken, der die Führung unterhaltsam und informativ gestaltete.

 

_________________
Quelle:
silent green Kulturquartier GmbH, Vom Krematorium zum Kulturquartier, 2016, http://www.silent-green.net

3 Antworten

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  1. SätzeundSchätze said, on 14. September 2016 at 17:21

    An diesen Ort habe ich sehr nette Erinnerungen! Tolle Fotos, Susanne und zusätzliche neue Infos, danke Dir!

    • Susanne Haun said, on 15. September 2016 at 19:34

      Gerne, Birgit. Das Team von green silent möchte wohl in nächster Zeit regelmäßig Führungen anbieten, vielleicht ist das auch etwas für deinen nächsten Besuch. Oder wir besuchen ein Konzert in der Kuppelhalle, die Akustik ist hervorragend. LG Susanne

  2. […] Meine Zeichnung entstand auf A4 Layoutpapier von Hahnemühle an meinem kleinen Arbeitstisch im Atelier. Die Originalzeichnung hängt im Mars des Silent Green Kulturquartier, Gerichtsstr. 35, 13347 Berlin und kann dort besichtigt werden.  Ich berichtete bereits über das Silent Green im Rahmen des offenen Denkmals (siehe hier). […]


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