Susanne Haun

Südliches Afrika – Namibia – Spitzkoppe – Bericht von Susanne Haun

Posted in Namibia, Reiseberichte, Südliches Afrika, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Mai 2018

 

Um Spitzkoppe herum (c) Zeichnung von Susanne Haun

Um Spitzkoppe herum (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Berge haben etwas erhabenes, steht man auf dem Gipfel und schaut um sich, kommt man tatsächlich den Gedanken über die Welt zu schauen.

Die Alpen sind uns Europäer ein vertrauter Anblick, schon wenn wir in Richtung Süden blicken und das Berchtesgadener Land vor Augen haben, wird uns bewusst, wie eindrucksvoll die Natur beschaffen ist.

 

 

Spitzkoppe war sehr eindrucksvoll, ich habe mir gerade mein Sprachmemo zum zweistündigen Spaziergang durch diese rote und vor allem sehr heiße Wüstenbergwelt angehört:

16.2.18 im Truck:

„Mitten in der Wüste stehen Berge, rote Steine, die wie hingeworfen aussehen. Mit einem ortsansäßigen Ranger haben wir einen zweistündigen wirklich anstrengenden Spaziergang unternommen. Ich hätte nicht gedacht, dass Spitzkoppe anstrengender ist als die Düne 45 und die Sossusvlei (siehe hier). Ich hatte das Gefühl, es ist so warm, dass man es kaum aushalten kann.“

Wir schauten uns auf der Tour auch die Zeichnungen der Buschmänner an. Tatenda, die in Swakopmund Deutsch studiert hat, meinte, dass die Zeichnungen so ungefähr 200 Jahre alt sind. Ich kann das nicht beurteilen. Auf jeden Fall sind sie nicht mit Lascaux zu vergleichen, was schon daran zu erkennen ist, dass jeder über die Zeichnung auf dem Stein mit der Hand streichen kann, ohne dass es jemanden stört. Die verschiedenen Familien der Buschmänner unterhalten sich auf diese Weise, den Zeichnungen ist zu entnehmen, wie groß die Familien sind, was sie als letztes gejagt haben. Die Farbe besteht aus Fett und Blut der erlegten Tiere. Die Linien der weißen Zeichnungen bestehen aus Ritzen im Fels.

 

Beindruckt hat mich der Felsbogen, es war nicht einfach, zu ihm zu gelangen und auf dem Rückweg musste ich auf dem Po den Felsen herunterrutschen, um nicht zu fallen. Der Schatten im Schutz des Bogens war angenehm und erholsam.

An diesem Abend campten wir an einem schönen Ort mit Zitronenbäumen. Wir aßen die Zitronen vom Baum und empfanden sie nicht als sauer, offensichtlich brauchten wir die Vitamine der Bäume. Es war die kälteste Nacht der Tour und ich zog sogar die Kapuze meines Schlafsacks über den Kopf. Der Boden jedoch war aufgeheizt und warm.

 

 

Viele Neugierige fragen mich nach den Toiletten und Duschen auf der Reise. Hielt der Truck unterwegs an, dann galt die Regel, dass hinter dem Truck die Männer und vor dem Truck die Frauen ihre Notdurft verrichteten. Wenn es so gar keinen Busch oder Baum als Schutz gab, dann stellten wir uns um unsere Reisegenossin, damit sie geschützt war. Die Duschen waren unterschiedlich gut, manchmal hatten wir kein Wasser aber bestes WLan, manchmal hatten wir kochend heißes Wasser, da die Leitungen gleich unter dem Wüstensand lagen und manchmal da hatten wir gute Duschen aber keine Ablagefläche. Es war jedesmal wieder eine der  Überraschungen am Abend: wie sehen Duschen und Toiletten aus.

 

 

 

Mehr von unserer Afrikareise könnt ihr in der Kategorie Reiseberichte -> Südliches Afrika lesen (siehe hier). Die jüngsten Berichte sind immer zuerst, das heisst erst nach dem Scrollen könnt ihr die älteren Berichte lesen.
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Beate Gernhuber (siehe hier) von SafariScout.com stand uns bei der Buchung unserer Abenteuer Reise ins südliche Afrika mit Rat und Tat beiseite. Gerne empfehle ich sie an alle, die ähnliche Reisen planen, weiter. Sie hat sehr gute Kontakte zu Nomad und ist auch schon selber als Übersetzerin die Tour mitgefahren.

Ich werde zu jedem Beitrag die original Tourbeschreibung als Fußnote festhalten.

Day 08:
The massive granite formations of Spitzkoppe tower 700 metres above the desert plains below and the presence of rock art indicates their significance to the San people who lived here many years ago. We will enjoy a walk with a local guide and have the opportunity to view some examples of the San’s rock art before setting of for our overnight stop for the evening.

15 Antworten

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  1. gkazakou said, on 2. Mai 2018 at 17:30

    Liebe Susanne, ich brauche dir nicht zu sagen, wie beeindruckend die Landschaftsfotos und deine Zeichnungen, die du trotz Hitze machtest, sind.
    Gestern las ich – im Flugzeug von Stuttgart nach Athen – eine Novelle, die mich ständig an dich denken ließ und die ich dir wärmstens empfehlen möchte. Sie ist von Antony Doerr und heißt Memory Wall (auch die deutsche Ausgabe), spielt in Kapstadt und teilweise eben auch in den extrem einsamen hohen Bergen…. Wenn du mal etwas Zeit zum Lesen hast: es lohnt sich, und es wird dein Bild von Südafrika bereichern.

    • Susanne Haun said, on 8. Mai 2018 at 06:30

      Liebe Gerda,
      ich habe mir das Buch gekauft, nicht nur Kapstadt sondern auch mein Thema „Erinnerung“ wird dort behandelt. Ich freue mich, wenn ich die Zeit finde, es zu lesen.
      Liebe Grüße von Susanne

  2. juergenkuester said, on 2. Mai 2018 at 19:27

    Liebe Susanne!
    Das sind wirklich beeindruckende Fotos und ein mehr als interessanter Bericht: ein Abenteuer, das wohl noch lange nachwirken wird, oder?
    Liebe Grüße
    Juergen

    • Susanne Haun said, on 8. Mai 2018 at 06:32

      Ja, Jürgen, noch sehr lange. Ich komme nicht davon los. Heike und deine Post liegt noch unausgepackt auf dem Schrank und auch dein Satzanfang ist noch nicht von der Skizze zur Zeichnung gekommen. Meine Masterarbeit ruht und ich denke, ich muss meinen Kopf von Afrika in großen Arbeiten freizeichnen, ehe ich wieder meinen Altag aufnehmen kann.
      Liebe Grüße von Susanne

  3. Ulli said, on 2. Mai 2018 at 20:05

    Liebe Susanne,
    ich bin total beeindruckt von diesen Bergen und Steinen, die tatsächlich wie hingeworfen aussehen und nun frage ich mich schon wieder nach der Geologie, der Entstehung … nein, nicht dich, sondern ganz allgemein, da werde ich mal forschen.
    Beeindruckend fand ich auch die Skelette (teilweise hatte der Löwe ja noch etwas Fleisch an den Knochen gelassen) und ganz besonders den Felsenzeichnungen. Du weißt ja, dass ich großer Fan von Höhlen- bzw. Felsmalereien bin…
    Diese Reise ist unglaublich reich gewesen und ich freue mich sehr, dass du sie mit uns teilst! Danke auch an M., der immer wieder so schöne Fotos macht, besonders von dir 😉
    herzliche Grüße, Ulli

    • Susanne Haun said, on 8. Mai 2018 at 06:34

      Liebe Ulli,
      ich habe gerade schon auf Jürgens Kommentar geschrieben, wie schwer es mir fällt, mich gedanklich von Afrika zu lösen. Ein wahres Erlebnis und ich komme nicht zur Ruhe.
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

  4. Pit said, on 2. Mai 2018 at 22:54

    Deine Skizzen gefallen mir sehr, liebe Susanne.
    Hab’s fein,
    Pit

    • Susanne Haun said, on 8. Mai 2018 at 06:37

      Danke, Pit, es macht mir immer Freude auf Reisen zu zeichnen.

      • Pit said, on 9. Mai 2018 at 00:47

        Ob ich jemals dazu komme? Ich weiss/glaube es nicht. Bei mir wird es wohl eher das Fotografieren sein.

  5. Arno von Rosen said, on 3. Mai 2018 at 10:08

    Kollosale Aufnahmen liebe Susanne, besonders hat es mir der Baumkühlschrank angetan 😉

  6. ernstblumenstein said, on 4. Mai 2018 at 17:50

    Grossartige Aufnahmen, Susanne. Ich bin gerne mit dir auf diesem eindrücklichen Trip mitgereist, einfach fantastisch.
    Ein lieber Gruss. Ernst


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