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Gedanken zu Fischen und dem „freien Markt“ – Zeichnungen von Susanne Haun

Bis Ende 2007 zeichnete und malte ich neben den Papierarbeiten auch auf Leinwand. 2008 entschloss ich mich, mich ganz auf die Zeichnung zu konzentrieren. Meine Leinwände  von 2007 gehen schon sehr in Richtung Zeichnung, ich mischte Acryl mit Tusche und erzielte damit spannende Arbeiten. Statt der Feder verarbeite ich die Tusche auf der Leinwand mit einem Pinsel.

Erlegt 30 x 100 cm Tusche und Acryl auf Leinwand (c) Susanne Haun
Erlegt 30 x 100 cm Tusche und Acryl auf Leinwand (c) Susanne Haun

Vier Arbeiten habe ich für den Aktionstag (Ausstellung) zur Cuba Soli Spezial herausgesucht. Für ein Spezial benötige ich ja auch etwas spezielles zum Ausstellen. Natürlich gibt es auch aktuelle Arbeiten von 2012 von mir!

Die Aktion findet am Montag, den 30. April 2012 zwischen 12 und 19 Uhr statt. Dieser Monatag ist ein sogenannter „Brückentag“ und wir nehmen an, dass die Friedrichstraße und Unter den Linden zu dieser Zeit voll sein wird. Die U6 fährt an diesem Montag auch noch bis Stadtmitte und der S-Bahnhof Friedrichstr. ist ja so oder so ein Knotenpunkt, wo viele Züge eintreffen. Von beiden Bahnhöfen ist es gut zur Ausstellung zu laufen.

Im Möwengeschrei 70 x 50 cm Tusche und Acryl auf Leinwand (c) Susanne Haun
Im Möwengeschrei 70 x 50 cm Tusche und Acryl auf Leinwand (c) Susanne Haun
Vor ein paar Tagen sortierte ich meine Leinwände von links nach recht und entdeckte dabei meine Gedanken zu Fischen aus dem Jahr 2007.

Gestern hat mich der Saarbrücker Künstler Armin Rohr in meinen Kommentaren auf zwei Beiträge in seinem aufmerksam gemacht, die besonders zum Thema Kunst und Wirtschaft passen. Ich möchte euch die Links hier weitergeben, denn ich finde, er hat „den sogenannten Nagel auf dem Kopf getroffen“.

Der erste Beitrag ist zum Thema „kostenfrei ausstellen“ (siehe hier) und ich habe mich über seine Schilderung amüsiert, Armin hat mir aus dem Herzen gesprochen und ich habe dem Text seine Wut angemerkt. Es ist natürlich kein lustiges Thema und solche Angebote, wie Armin schildert, gibt es leider in Mengen.

Der zweite Beitrag (siehe hier) handelt von all den jenigen, die bei einer Ausstellung Geld verdienen und wie Armin mit einer städtischen Galerie verhandelt. Armin hat mich in diesem Beitrag fast aber wirklich nur FAST überzeugt, dass ich singen lernen muss.

Im Kunstforum Bd. 200 / 2010 habe ich ein Gespräch von Dieter Buchart und Gerald Nestler mit der Künstlerin Carey Young gelesen.

„Dem „freien Markt“ wird zugeschrieben, Sorge für alle Bedürfnisse zu tragen, ob kulturell, sozial oder politisch. Für Künstler ist das ein entscheidendes Feld der Diskussion und Kritik. Ich kaufe es niemanden ab, dass allein der Rückzug ins Atelier schon automatisch Widerstand bedeutet.“ sagt Carey Young

Ich denke, ein Rückzug ins Atelier wird von der Öffentlichkeit nicht mal bemerkt und selbst ein bekannter Künstler wird dann irgendwann schlichtweg vergessen. Und wie soll denn durch Rückzug der Protest bekannt gegeben werden? Rückzug ist ja passiv.

Ausstellungs Flyer CUBA_SOLI_SPEZIAL
Ausstellungs Flyer CUBA_SOLI_SPEZIAL

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Gedanken zu  Fischen und dem „freien Markt“  – Zeichnungen von Susanne Haun

6 Kommentare zu „Gedanken zu Fischen und dem „freien Markt“ – Zeichnungen von Susanne Haun

      1. Hallo Susanne, danke für die Verlinkung!

        Ich werde seit Jahren nicht müde, im Kollegenkreis auf solche & ähnliche Missstände & Schieflagen hinzuweisen. Liegt einfach an den Künstlern & ihrem beruflichen Selbstverständnis, dass sich hier so wenig bewegt. Natürlich kann man nicht pauschal eine Haltung zu diesem Thema entwickeln; vieles ist ja auch dem Verhandlungsgeschick.

        Lieber zwei Ausstellungen weniger im Jahr!

        Und: Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einer Ausstellung in einer öffentlichen oder privaten Galerie oder einem Kunstverein. Trotzdem sollte man nicht zu allem Ja & Amen sagen, was man an Bedingungen vorfindet. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, alles ist verhandelbar!

        1. Hallo Armin,

          ja, das sehe ich auch so – alles ist verhandelbar.

          Es gibt leider zu viele Künstler, die zu allem Ja & Amen sagen. Deshalb sensibilisiere ich dieses Thema sehr gerne. Manchmal hilft ja schon ein Denkanstoß!

          Grüße nach Saarbrücken von Susanne

  1. Liebe Susanne, da hast du recht. Rückzug ist immer passiv. Aktiv werden, nicht alles hinnehmen und fragliche Punkte auf den Tisch bringen….nur damit erreicht man evtl. etwas. Und wenn nicht, so hat man wenigstens Mumm gezeigt.
    LG von Rosie

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