Susanne Haun

Die Legende Picasso, Tor, Schuhe und Einsamkeit – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 17. September 2012

Am Samstag Abend war ich im Salon in der Kufsteiner Strasse eingeladen.

Werner Spies las aus seiner Autobiografie „Mein Glück“ von seiner Zeit mit Picasso und Max Ernst vor.

Drei Dinge haben mich an Herrn Spies Erzählung besonders beeindruckt, ich habe mir dazu die Stichworte Tor, Schuhe und Einsamkeit gemerkt.

Schuhe Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Schuhe Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Tor von Picassos Haus blieb lt. Herrn Spies für die meisten Leute verschlossen und er empfindet es als sehr großes Glück, dass es sich für ihn öffnete. Herr Spies hat viele Bücher, Werkverzeichnisse und Kataloge geschrieben, die durch die Türen, die sich für ihn öffneten, einen besonderen Blickwinkel besitzen.

Nach Picassos Tod erhielt Werner Spies von Jaqueline ein paar Schuhe Picassos mit noch grünen Farbspritzern. Schuhe, die Werner Spies noch an Picassos Füßen gesehen hat und die in ihm sofort Picassos Haus in Mougins und die Arbeit Picassos vor Augen erschienen ließ.

Schuhe und Uhren sind für mich stark mit der Persönlichkeit der jeweiligen  Träger verbunden und sagen auch viel über deren Lebenssituationen aus. Vielleicht sollte ich eine Protraitserie beginnen; Brustbilder und in den Händen die Schuhe der Dargestellten. Ich erforsche heute erst einmal  meine Schuhe, die Schuhe die ich noch nie anhatte, weil sie mir zu hoch sind. Die habe ich gerade zur Verfügung. Meine Mutter trug früher immer ganz hohe Pfennigabsatzschuhe, noch heute stehen sie in Reih und Glied in ihrem Schrank. Ich habe nie aufgehört mich zu fragen, wie sie in diesen Schuhen laufen kann.

Dann erzählte Herr Spies, dass Picasso sagte, dass die Einsamkeit zur Kunst gehöre. Ich denke seit Samstag darüber nach. Über die Notwendigkeit der Einsamkeit des Kunstschaffenden. Die Kunst selber ist eine lebensbeherrschende Passion, Arbeit. Da sie so viel Zeit meines Lebens in Anspruch nimmt, habe ich für viele Dinge, die „normalerweise“ in einem Leben getan werden, keine Zeit. Ich brauche zum Zeichnen und zum Denken über die Kunst das Alleine sein, die unendliche Freiheit. Ich glaube, das zieht eine gewisse Einsamkeit nach sich, ohne dass ich mich aber eigentlich einsam fühle.

For my english speaken reader:
On suterday I was in the „Salon of Kufsteiner Straße“. Werner Spies, read from his autobiography, „My Happiness“ from his time with Picasso and Max Ernst. Stayed in my head there was the words gage, shoes and loneliness. Spies talked about the spattered green shoes of Picasso that he had get as present after the dead of Picasso from Jaqueline and the luck that the gage of Picasso was opened for him.
Picasso said that is neccessary for an artist being lonely. I think the same but I entitel it „beeing allone“ with me and the art.

Die Legende Picasso, Tor, Schuhe und Einsamkeit – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

9 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Coco Niehoff Kunst/Malerei/Gedanken said, on 17. September 2012 at 18:46

    ich liebe meine ruhe im atelier.hab gern besuch, aber bin in sachen kunst gern einsam, deshalb bin ich vielleicht aus buckau weg….zuviel künstler auf einem haufen…:-))….maler malen einsam….und das ist gut so, für die schönen stunden zu zweit hat man ja trotzdem noch zeit:-))) gruß cocoline

  2. susannehaun said, on 17. September 2012 at 18:54

    Ja, so ist es Coco, so sehe ich es ja auch … ich brauche beim Zeichnen auch Ruhe..

  3. dennilehmann said, on 17. September 2012 at 20:06

    dem kann ich nichts mehr hinzu fügen. Es ist wie es ist!
    Allein bin ich auch kreativer.

  4. wholelottarosie said, on 17. September 2012 at 21:39

    Ich denke, zwischen Einsamkeit und Alleinsein besteht ein Unterschied. Möchte ich z.B. zeichnen, liebe ich es, dabei allein zu sein und nicht gestört zu werden. Denn dann kann ich mich besser auf meine Werke konzentrieren und gedanklich quasi in ihnen versinken. Ich vergesse dann Ort und Zeit. Zwar bin ich dann allein, aber nicht einsam, da ich ja mit der Gemeinschaft und der Gesellschaft innerlich verbunden bleibe.
    LG von Rosie

    • susannehaun said, on 18. September 2012 at 06:42

      Genau, Rosie, da ist ein Unterschied! So sehe ich das auch.
      Und einsam fühle ich mich auch nicht, sondern ich bin im Einklang mit mir und dem was ich tun möchte!
      LG von Susanne

  5. annaschueler said, on 18. September 2012 at 14:44

    Iich weiß gar nicht ob ich allein kreativer bin als im Trupp, die Frage hat sich mir so noch nie gestellt. Ich hab es noch nie anders versucht. Aber ich brauche das allein sein ohnehin ob mit malen oder ohne. ich kann sonst nicht atmen und nicht denken. All.Ein.Sein ist schön!

    Und wie man auf diesen SChuhen laufen kann hab ich auch noch nicht rausgefunden.
    Liebe Grüße vom Schreibtisch
    Anna

  6. Helen said, on 25. September 2012 at 09:52

    Ich liebe das allein sein auch und brauche es für meine Arbeit und auch sonst.Die englischen Worte dazu finde ich sehr schön „I am bei my self“.“Allein sein heist nicht gleich einsam sein“ schrieb Klaus Hoffmann in einem Lied.Aber trotzdem finde ich es nicht schlimm, wenn man sich auch einmal einsam fühlt. Das gehört zum Mensch sein glaube ich dazu und kann auch ein Motor sein,Gibt es eigentlich ein Wort für zuviel Zusammensein mit Anderen. Wie fühlt man sich dann, überschwemmt? Egal. Kreativ sein kann ich aber auch in unserem Gemeinschaftsatelier, da entstehen ganz andere Bilder und es ist sehr wichtig für mich. Ich brauche Beides, aber von der Gewichtung her mehr „I am by myself“
    liebe Grüsse und Deine Schuhe mag ich sehr!

    • susannehaun said, on 25. September 2012 at 13:41

      Ja, Helen, das hast du schön geschrieben.
      Es ist ein genauso intensives Gefühl wie Glück, das einsam sein. Naja, es gibt noch ein sehr intensives Gefühl, was ich aber, glaube ich, noch nie so richtig verspürt habe (ein Glück) das ist der Haß. Und die Trauer.
      Ich habe festgestellt, dass mir die FU Berlin, die Uni, für den Gedankenaustausch gut gefällt. Da geht es weniger ums aktives künstlerisches Arbeiten sondern um den Austausch, das Lernen von Sichtweisen und Dingen aus der Vergangenheit in die Gegenwart hinein. Es inspiriert mich unglaublich in meiner Arbeit im Atelier.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: