Zeit = Bewegung –> Punkt + Bewegung = Linie –> Zeichnung von Susanne Haun

Ich berichtete euch gestern von der Universitätsbibliothek der FU Berlin. Ich könnte Stunden in ihr versinken.

Gestern habe ich willkürlich einen Ausstellungskatalog von der Kunstsammlung Chemnitz von 2005 zu den Arbeiten von Carlfriedrich Claus aus dem Regal genommen, dazu bin ich von den Architektur Reihen in die Reihen der Ausstellungkataloge übergegangen.

Der Katalog hat den Namen „Schrift.Zeichen.Geste. – Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock“ und enthält 543 Seiten mit Texten, Bilder, Erläuterungen und Zitate, so wie es sich für einen großen Bildband gehört.

Gedanken zur Lektüre von Carlfriedrich Weiß (c) Zeichnung von Susanne Haun
Gedanken zur Lektüre von Carlfriedrich Weiß (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sofort regt sich bei mir das Gefühl: „Dieses Buch will und muss ich haben!!!!“, leider ist es billigstens nur für 60 Euro zu kaufen.

Auf Seite 31 lese ich die Überschrift „Seh-Wege“, die mich animiert genau an der Seite mit der Lektüre zu beginnen und zu lesen:
„Der Beginn des frühen Textes „Das Wesen der Zeit und die bildende Kunst“ (von Claus) schließt direkt an Paul Klees Gedanken über den Zeitvollzug im Herstellen und im Rezipieren eines Kunstwerkes an, wie dieser sie 1918/20 in der „Schöpferischen Konfession“ ausgedrückt hat.

Wie kann es möglich sein, dass ein einziger Satz soviel potential zum Nachdenken und weiter Forschen enthält?

Ich versuche meine Gedanken dazu in Formeln zu fassen:

Zeit = Bewegung
Punkt + Bewegung = Linie

Literatur = Text = graphisch = Bild

In einer Linie - Gedanken zur Lektüre von Carlfriedrich Weiß (c) Zeichnung von Susanne Haun
In einer Linie – Gedanken zur Lektüre von Carlfriedrich Weiß (c) Zeichnung von Susanne Haun

Doch welche Linie bewegt sich schneller? Ist die SChnelligkeit in direkter Abhängigkeit vom Material, wie Ölkreide, Bleistift oder Tusche?

Claus erstellt Sprachblätter, er setzt aus Buchstaben Bilder, am Anfang sehen sie eher aus wie Gedichte am Ende wie Zeichnungen. Ich will erfahren was in antreibt und zeichne die Lampe meines Arbeitsplatzes in der Bücherei. Ich nehme mir sein Portrait vor und stelle umfahre es mit Buchstaben: interessant.

Aber ich muss ihn, Carlfriedrich Claus, auf meine Art erfahren, als Sinnbild von dem, was ich wahrnehme. Als Linie. Mit einem Kugelschreiber. In meiner Schnelligkeit und Bewegung.

For my english reader:
Yesterday I’ll reported from the University Library of the FU Berlin. I could spend hours in her sink. I found ​​an exhibition catalog of the art collection of Chemnitz from 2005 from the work of Carl Friedrich Claus. Again I grabbed the book at random, but I changed the rows of architecture in the ranks of the exhibition catalogs.

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Quelle
Schrift.Zeichen.Geste. – Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock, Wienand Verlag, Kunstsammlung Chemnitz, 2005, ISBN 3-87909-867-0

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