Ausstellung · Betrachtungen zur Kunst · Holzschnitt · Kunstgeschichte · Was es sonst so gibt!

Schütte Presse Preview im me Collectors Room Berlin – Bericht von Susanne Haun – Teil 1

Heute war ich beim Presse-Preview der Ausstellung

Schöne Grüße Thomas Schütte
Die Olbricht Collection
14. September 2013 – 23. März 2014
me Collectors Room Berlin
Stiftung Olbricht
Auguststraße 68
10117 Berlin
Öffnungszeiten: Di-So, 12-18 Uhr

Schöne Grüße Thomas Schütte,
Schöne Grüße Thomas Schütte,
Installationsansicht im / installation view at me Collectors Room Berlin, 2013
© Thomas Schütte, VG Bild-Kunst, Bonn 2013, Foto: Bernd Borchardt

Eine halbe Stunde wurde ich persönlich von einer der Pressesprecherinnen durch die Ausstellung geführt und konnte ihr Fragen über Fragen stellen.

Als erstes wollte ich wissen, wie es zum Titel der Ausstellung kam, der wie aus einer Mail entnommen klingt. Ähnlich war es dann auch. Nach einem zufälligem Treffen vom Sammler Olbricht und Künstler Schütte im Sommer 2012 in Berlin beschloss Olbricht, seine Sammlung von Arbeiten von Schütte im me Collectors Room auszustellen. Mit einer Neujahrskarte (Radierung) sagte Schütte handschriftlich seine Unterstützung für die Ausstellung zu und unterschrieb mit „Schöne Grüße“.

Natürlich interessierten mich die Holzschnitte, die gleich zum Beginn der Ausstellung hängen, sehr. Schütte hat das Wort „Holzschnitt“ wörtlich genommen und nicht wie im Hochdruck eine Druckplatte durch schneiden von Flächen und Linien hergestellt, sondern er hat das Motiv wie ein Puzzle zerlegt und die Holzteile wie Stempel mit Farbe eingerieben und mit einer tonnenschweren Walze gedruckt. Dabei verwendete er unterschiedliche Hölzer, die beim Druckvorgang auch in der Höhe ausgeglichen werden mussten. Durch die unterschiedlichen Oberflächen der Puzzleteile erzielt er eine interessante Ornamentik. Die bis zu 80 Teile pro Bild werden in einem Druckvorgang gedruckt.

Im art magazine wird in der letzten Ausgabe schon von den Holzschnitten Schüttes berichtet und ich diskutierte mit einigen Künstlern „das Wie“ der Herstellung. Nun – das Geheimnis ist gelüftet.

Präsentiert werden die 253 x 161,5 cm Arbeiten ohne Rahmen. Oben sind im Papier 3 Ösen (links, Mitte, rechts) angebracht. Mit Wandhaken wird der Holzschnitt durch die Ösen an die Wand angebracht. Zur Beschwerung und besseren Hängung sind auch am unteren Teil des Blatts zwei Ösen angebracht.

Ich mag diese Art der Präsentation sehr, denn sie hat etwas Unmittelbares, Kraftvolles.

Thomas Schütte, Portfolio of Nine Woodcuts (1), 2011
Thomas Schütte, Portfolio of Nine Woodcuts (1), 2011
9 farbige Holzschnitte auf Papier / 9 colored woodcuts on paper, je / each 253 x 161,5 cm
© Thomas Schütte, VG Bild-Kunst, Bonn 2013, Foto Nic Tenwiggenhorn

Der zweite Raum wird von zwei großen Frauenskulpturen dominiert. Schütte möchte nicht das Idealbild der Frau, das es nicht gibt, zeigen sondern viel mehr arbeitet er Formen heraus.
Besonders faszinierend fand ich die Keramik – Skizzen zu den großen Körpern. Leider gibt es dazu kein Pressefoto. Aber das sollte ich umso mehr animieren, die Ausstellung zu besuchen.
In den Skizzen ist Schütte der Fehler und das Scheitern wichtig, aus dem sich die neuen Formen an den Frauenskulpturen entwickeln. Seine Keramik – Skizzen sind ihm wichtig, er brennt und glasiert sie.
Aus den Fotos seiner Skulpturen entwickelt er 10 Jahre nach Entstehung Radierungen, in dem er seine Arbeit wieder aufnimmt und weiterentwickelt.

Schöne Grüße Thomas Schütte,
Schöne Grüße Thomas Schütte,
Installationsansicht im / installation view at me Collectors Room Berlin, 2013
© Thomas Schütte, VG Bild-Kunst, Bonn 2013, Foto: Bernd Borchardt

Zusätzlich zur Führung durch die Ausstellung erhielt ich auch eine ausführliche Mappe mit Informationen und Texten zur Ausstellung. Dem Text von Ulrich Loock habe ich folgendes Zitat entnommen:
„Bei vielen Gelegenheiten, und keineswegs nur in Beziehung zur Druckgraphik, hat Thomas Schütte hervorgehoben, er produziere seine Werke selbst, mit seinen eigenen Händen; er hat sich über Praktiken der Aneignung mokiert, die seit den 1980er-Jahren das Werk vieler zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen bestimmt; er hat Video als künstlerisches Element abgelehnt und daher seine eigenen Arbeiten als altmodisch, wenn nicht obsolet bezeichnet.“

An einem der nächsten Tage werde ich von den nächsten Räumen der Ausstellung berichten.

13 Kommentare zu „Schütte Presse Preview im me Collectors Room Berlin – Bericht von Susanne Haun – Teil 1

  1. Liebe Susanne, ich danke dir ganz herzlich für die Eindrücke, die du uns zu dieser Ausstellung und dem Künstler gibst. Ich wünsche dir einen erholsamen Sonntag. Ich heute heute ans Literaturfestival in Bellinzona. L.G. Martina

    1. Danke, liebe Martina, ich bin im Umzug aber nachdem alles gut angelaufen ist, werde ich mit Tag zu Tag ruhiger….
      Ich hoffe, du hattest einen schönen Tag beim Literaturfestival.
      Liebe Grüße und einen schönen Montag sendet dir Susanne

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