Susanne Haun

Was ist schön – Gegenüberstellung – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 9. November 2013

Ist die Vergänglichkeit nicht sehenswert oder gar häßlich?

Lilie - 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Lilie – 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich bin ausgesprochen zufrieden mit meiner aktuelle Serie zur Vergänglichkeit.

Natürlich höre ich Stimmen wie
„Das ist ja duster!“
„Das möchte doch keiner sehen!“
„Geht es dir gut?“
„Kannst du nicht ein bißchen freundlicher?“

Warum hat der Mensch soviel Angst vor der Vergänglichkeit, dass er sich nicht mit ihr auseinandersetzen will?

Ich habe heute Lilien gezeichnet und frage euch ganz ehrlich, welche Arbeiten bleiben euch mehr im Kopf? Die Lilien oder die Arbeiten zur Vergänglichkeit!

Und schon habt ihr einen meiner Gründe, warum ich weiter an der Vergänglichkeit arbeiten werde!

35 Antworten

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  1. Faktoid said, on 9. November 2013 at 18:24

    Und? Duster, ein wenig oder ein wenig mehr ist doch gut?
    Disney hat uns mit genug Bambi und ewig süß klebrig Lieblichem versorgt als wir alle brauchen.
    Und wenn das Leben vergänglich ist, muss dafür auch Platz sein.

    • Susanne Haun said, on 9. November 2013 at 20:58

      Ja, ich finde es wichtig, Faktoid, sich mit der Vergänglichkeit auseinander zu setzen. Es ist schon ein ziemlich großer Teil unseres Lebens.

  2. mimulux said, on 9. November 2013 at 18:30

    die vergänglichkeitsbilder! natürlich! die lilie ist schön….. nett….. aber eben.. schön und nett. tiefgang haben deine anderen zeichnungen .. deine neue serie… und das bleibt.. 🙂

    • Susanne Haun said, on 9. November 2013 at 20:59

      Aber morgen, mimu, da werde ich die Lilie – schön und nett – in meine Vergänglichkeitsbilder einarbeiten.
      Ich bin ja eine Lilie, das ist die Bedeutung vom hebräischen Wort Susanne.

  3. buchpost said, on 9. November 2013 at 18:48

    vielleicht würde ich das gar nicht gegeneinander stellen. auch das wirkliche wahrnehmen von schönheit ist für viele doch gar nicht möglich, weil sie so aufmerksamkeitszersplittert oder nur mit sich beschäftigt sind oder keine augen dafür haben. deswegen hat schönheit – und damit meine ich eben nicht irgendeine gefällige hübschheit – auch tiefgang, die zum staunen, innehalten verführen kann. LG Anna

    • Susanne Haun said, on 9. November 2013 at 21:13

      Schönheit ist auch wirklich ein sehr subjektiver Begriff, der sich über die Jahrhunderte immer wieder ändert.
      Sogar die Kleidergrößen werden dem Schönheitsideal angepasst, die Größe 38 ist glaube ich heute größer als vor 50 Jahren.
      Ich mag Bilder, die mich zum Nachdenken animieren, mich aufregen und an die ich mich reiben kann, aber ich muss sie trotzdem von Anfang an mögen. Verführen ist auch ein schönes Wort für ein gelungenes Bild, Anna.
      LG Susanne

      • buchpost said, on 9. November 2013 at 21:43

        Unsere Wahrnehmung dessen, was schön ist, ist subjektiv, das stimmt. Interessant, dass du schreibst, dass du dich an einem Bild reiben möchtest, es dich aufregen, zum Nachdenken animieren soll. Das alles finde ich in Ausstellungen und Museen auch faszinierend und interessant. Aber da merke ich, dass mein Schönheitsbegriff da eher ins ganz Gesammelte geht, auf die Konzentration auf das Wesentliche, auf den Kern einer Sache, einer Landschaft, eines Charakters im Porträt oder eines bestimmten Moments. Etwas, das ich gern und immer wieder anschauen mag. Und um auf das Beispiel deiner Lilie zurückzukommen: Wenn ich sie genau anschaue, mir dafür die Zeit nehme, denke ich deren Vergänglichkeit, deren Verwelken ja auch mit. LG Anna

        • Susanne Haun said, on 12. November 2013 at 08:34

          Guten Morgen, Anna,
          diese Konzentration auf das Wesentliche mag ich auch sehr. Natürlich denkt sich unser Geist immer den Augenblick vor dem Bild oder den danach. Ganze Diskussionen wurden am Anfang des 19. Jahrhunderts geführt, welcher Augenblick der Darstellung der Richtige ist! Das empfinde ich auch als ein sehr spannendes Thema und der Künstler hat immer eine Idee zu seinem Augenblick im Kopf!
          LG Susanne

  4. muetzenfalterin said, on 9. November 2013 at 19:09

    das ist wie mit dem leben, ich meine damit, die zeichnungen (oder das geschriebene) lebendig zu machen, das gelingt am besten, wenn man an irgendwelche grenzen geht, wenn man aushält, dass unter der schönen oberfläche etwas bedrohliches liegt, wenn man es schafft, in dem vordergründig düsteren, schrecklichen, das schöne, oder jedenfalls das faszinierende zeigen kann, so wie es dir mit den vergänglichkeitszeichnungen gelungen ist.

    • Susanne Haun said, on 9. November 2013 at 21:15

      Danke, Elke. Das bringt mein Künstlerherz zum schwingen.
      Ich könnte jetzt auch nicht aufhören, die Vergänglichkeit zu zeichnen, da ist noch so viel in mir, was heraus muss, was es zu erforschen gibt.
      Heute habe ich ein Buch mit vielen Galgenschlingen vorne auf dem Cover geschenkt bekommen. Mal schauen, was es für ein Text dazu gibt.

  5. Petra Gust-Kazakos said, on 9. November 2013 at 19:13

    Gut so, liebe Susanne! Vergänglichkeit gehört (leider?) zum Leben und es hat eine – klar – dustere Ästhetik, die aber dennoch sehenswert ist. Ich sah mal ein wunderschönes Video, in dem waren Früchte und andere Speisen in der Art eines alten Stillebens arrangiert. Wenn man das Video eine Weile betrachtete, veränderten sich die Speisen, wurden schimmlig, knittrig, faulig und das Stilleben wurde ein höchst modernes Memento mori, das mir großen Eindruck machte. Auch deine Zeichnungen und Radierungen gefallen mir sehr! Liebe Grüße
    Petra

    • Susanne Haun said, on 9. November 2013 at 21:17

      Das Video kenne ich, glaube ich, auch. Es kommt mir von deiner Erzählung her bekannt vor.
      Ich schaue mir gerade in einem Buch der Maria sibylla Merian die Metamorphosen der Schmetterlinge an. Es ist auch passend zur Vergänglichkeit, so wie die Eintagsfliege.
      Ich bin so richtig mit Elan beim Thema…..
      LG Susanne

  6. juttabaltes said, on 9. November 2013 at 21:39

    Mir fällt zu diesem Thema ein Gedicht meiner Lieblingslyrikerin Hilde Domin ein. Es heißt „Bitte“. Kennst du es vielleicht? Ich möchte es hier nicht einfach zitieren – ich mag es nicht, wenn man gedankenlos das Urheberrecht umgeht. Aber vielleicht magst du es dir ja mal hersuchen? Ich denke, es würde dir gefallen. 🙂

    • Susanne Haun said, on 12. November 2013 at 08:29

      Ich kenne das Gedicht nicht, Jutta, aber ich google es auf jeden Fall. Ich bin gespannt.
      Ich selber finde das Urheberrecht auch sehr wichtig, es wird viel zu leicht damit umgegangen und die meisten vergessen, das jedes Ding auch Arbeit macht und Lob und Anerkennung und Ruhm, Ehre und Vaterland zwar sehr schön ist aber leider nicht die Miete und die Brötchen bezahlt.
      Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

  7. kbvollmarblog said, on 10. November 2013 at 13:19

    Guten Tag, liebe Susanne,
    als ich deinen Blog las, fiel mir sofort Goethe ein, der alles Vergängliche als Gleichnis sieht. Das Vergängliche verweist also auf etwas, das außerhalb seiner selbst liegt oder anders ausgedrückt, nichts ist das, was es zu sein scheint. In der eso-bewegten Zeit wurde daraus, alles ist mir hilfreiche Lehre und unter der Hand wurde die Welt zum Symbol und damit ent-realisiert, man könnte sagen, sie wurde virtuell.
    Indem das Vergängliche zum Gleichnis wird, wird es symbolisch und damit zeitlos. Im Vergänglichen ist also die Zeitlosigkeit mitgedacht. Und damit kann in ihr das Wesen deutlich werden. Die verblühte Blume zeigt den Kreislauf „des ewigen Stirb und Werde“. Ich finde, es entspricht der Kunst, das Vergängliche in seinem Zerfall abzubilden, denn damit wird eine ewige Geschichte erzählt und Kunst wird zum Mythos.
    Ganz liebe Grüße aus Cley
    Klausbernd
    Siri und Selma rufen auch „Grüüüüüüüüüüße, ganz liebe!“

    • Susanne Haun said, on 12. November 2013 at 08:41

      Danke für deine sehr interessante Antwort. Darf ich dich bei meinem nächsten Beitrag zu Vergänglichkeit zitieren?
      Ich muss mir die Gedanken noch ein wenig verinnerlichen, denn ich bin zur Zeit wiedereinmal mit Projekten und Terminen und dem Studium sehr ausgelastet. Es ist ja sehr selten, dass ich so lange zum Beantworten eines Kommentars brauche 🙂
      Heute besuche ich noch mein Dürer Seminar. In dem Seminar ist es unsere Aufgabe eine Ausstellung im Kabinett der Gemäldegalerie mit dem Thema Meisterstiche zu planen. Spannend!
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

      • kbvollmarblog said, on 12. November 2013 at 15:51

        Liebe Susanne,
        jetzt bin ich auch gerade in Eile, da ich gleich zum Flughafenbus nach Norwich fahren muss, um Dina mit den munteren Kleinen abzuholen. Klar darfst du mich in deinedm Beitrag zur Vergänglichkeit zitieren.
        Ganz liebe Grüße aus Cley
        Klausbernd 🙂

        • Susanne Haun said, on 13. November 2013 at 06:47

          Lieber Klausbernd,
          danke, sobald ich zu diesem Thema zurückfinde, und das wird bald sein, werde ich dich zitieren.
          Ich wünsche euch allen viel Spaß und Freude und sende euch ganz liebe Grüße nach Cley

  8. entdeckeengland said, on 10. November 2013 at 14:20

    Die Vergaenglichkeit zeigt uns halt, wie schwach wir sind. Gegen den Lauf der Natur koennen wir zumindest noch nichts tun. Das macht vielen Menschen angst. Und vielleicht ist das ja auch gut und natuerlich. Das macht Deine Arbeiten zur Vergaenglichkeit auch so eindrucksvoll. Lieben Gruss, Peggy

    • Susanne Haun said, on 12. November 2013 at 08:43

      Ist die Vergänglichkeit Schwäche, Peggy, oder zwingt sie uns bloß, unsere Zeit sinnvoll zu nutzen und uns vor allem auch an ihr zu erfreuen!
      Ist es denn nicht eine pure Verschwendung, wenn man sie nicht geniesst?
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

      • entdeckeengland said, on 18. November 2013 at 21:27

        Liebe Susanne, natürlich ist das Leben genau deshalb so wertvoll, weil es vergänglich ist. Ich finde auch, dass wir deshalb jeden Tag genießen sollten. Aber ich denke auch, dass uns Vergänglichkeit zeigt, dass wir nicht allmächtig sind. Der Mensch hat schon so viel erobert und unterworfen. Aber die Vergänglichkeit wird er nicht bezwingen. Ich wünsche Dir einen schönen Abend, Peggy

        • Susanne Haun said, on 19. November 2013 at 09:13

          Liebe Peggy, ich sehe unsere Unsterblichkeit immer in unsere Kinder. Es ist doch erstaunlich, was wir ihnen von unseren Gesten und unserer Mimik unseren Werten und Wissen mitgeben.
          Ich wünsche dir einen schönen Tag,
          liebe Grüße von Susanne

          • entdeckeengland said, on 19. November 2013 at 20:24

            Ja, das kann ich nur bestätigen. In unserem Söhnchen sehe nicht nur manche Gesten und Persönlichkeitsmerkmale von meinem Mann und mir, sondern auch von den Großeltern, was ganz besonders überraschend ist, weil wir ja gar nicht so regelmäßig zusammenkommen. Ich wünsche Dir einen schönen Abend, Peggy

            • Susanne Haun said, on 23. November 2013 at 07:55

              Ich bin manchmal total verblüfft, mein Sohn ist ja zum grössten Teil bei mir aufgewachsen, konnte also durch abschauen nicht die Gesten übernehmen … so ist es ererbt!

  9. ernstblumenstein said, on 15. November 2013 at 19:56

    Die Vergänglichkeit gehört zum Leben und der Mensch tut sich schwer damit. Dein Projekt ist sehr interessant. Alber Schweitzer sagte einmal : “ Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“
    Liebe Grüsse. Ernst

    • Susanne Haun said, on 16. November 2013 at 06:43

      Ein wirklich treffendes Zitat, Ernst, ich werde es mir merken und vielleicht auch zu gegebener Zeit verwenden.
      Heute muss ich ersteinmal nach Dürer-Zitaten forschen. Ich werde sicher auch eines von Dürer für mein Zitat am Sonntag verwenden.
      Der Mensch hat mit der Vergänglichkeit sicher schon deshalb schwierigkeiten, weil sie so wenig faßbar und der Endpunkt des menschlichen Sein ist.
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

  10. Tobias said, on 8. Dezember 2013 at 19:43

    …hässlich ist nur ein Etikett, Vergänglichkeit hat eine ganz eigene Ästhetik. im Bezug auf das eigene Leben ist es ein Eckpunkt, der dazu führt das ‚Jetzt‘ anzuerkennen und zu würdigen, und wenn man es schafft, Frieden zu schaffen mit dem eigenen Dasein und Glück hervorzubringen… LG Tobias

    • Susanne Haun said, on 9. Dezember 2013 at 07:44

      Da gebe ich dir recht, Tobias und kommt Schönheit nicht von innen? Ich beobachte es bei der Begeisterungsfähigkeit von jungen Menschen und wenn der Mensch es schafft, diese Begeisterungsfähigkeit sein Leben zu bewahren, dann ist schon eine gute Voraussetzung für Frieden und Glück geschaffen….. Es ist natürlich eine Frage der Definition — nicht nur bei Häßlichkeit sondern auch beim Glück … lg Susanne


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