Blatt 40 – Aufgereiht ins Nirgendwo – Collage von Susanne Haun

Zu Jugendzeiten meiner Eltern war die Polonaise noch sehr beliebt.

Es erforderte Mut, sich an erster Stelle des Tanzes zu stellen, die Musik wurde laut aufgedreht und es ging nicht nur durch die ganze Wohnung, es wurde bei den Nachbarn des Miethauses geklingelt und es ging durchs gesamte Treppenhaus bis der Kreis der Feiernden sich fast verdoppelt hatte.

 

Blatt 40 - Aufgereiht ins Nirgendwo - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun
Blatt 40 – Aufgereiht ins Nirgendwo – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Ich als Kind unter 10 Jahren konnte mit dieser Polonaise nichts anfangen und fragte mich, ob die Erwachsenen wohl den Verstand verloren hatten.

Im Wikipedia habe ich erfahren, dass die Polonaise (siehe hier) ein polnischer Nationaltanz ist.
„Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Polonaise-Rhythmus aus der Zeit vor der Christianisierung Polens stammt und keine Musik im engeren Sinne war, sondern lediglich dem Ritual der Teufelsaustreibung durch die Volkhvy (heidnische Priester der vorchristlichen Rus) diente.“ steht unter anderem in dem sehr interssanten Artikel.

In einem der „entsorgten“ Fotoalben aus dem Müll, habe ich ein Foto von Tanzenden einer einer Polonaise gefunden. Da auf meinem Arbeitstisch noch die Puppe und das Torsofragment der Schaufensterpuppe lag, habe ich die Empfindungen, die ich aus meiner Kindheit noch zu spüren glaubte, gezeichnet.

4 comments

  1. :-I Ich hatte keine Ahnung, dass Polonaise ein polnischer Nationaltanz ist, ich dachte dieser Form der Bewegung war Urdeutsch. 😮
    Die Collage ist toll geworden!
    Eine schönes Wochenende dir,
    wünschen wir vier in Bonn und Cley
    Dina

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