Engel · Zeichnung

Ein Konzept für ein „Nicht-Konzept“ – Zeichnungen von Susanne Haun

Ich bin ein durch und durch durchorganisierter Mensch, denn ansonsten würde ich meine Vorhabungen (Ziele) nicht erreichen.

Bevor ich mich zu etwas entschließe, denke ich lange darüber nach. Und dann, manchmal, dann kommt meine Impulsivität zum tragen. Ich sage einen Termin spontan zu oder entschließe mich zu etwas, was ich eigentlich gar nicht geplant hatte.
Aber ist das ganze Leben planbar?

Geplant habe ich, bewusst, ein extrem hohes Pensum an der Uni für dieses Semester. Ich besuche je ein Einführungsseminar und je ein Aufbauseminar in Philosophie und Geschichte und das Vertiefungsseminar für Kunstgeschichte.
Wie aber sieht meine Kunst in der Zeit von nun bis Mitte Februar aus? Wie kann ich das bewältigen? Eine Zeichnung pro Tag muss schon sein. Und mögen es auch nur kleine Zeichnungen in meinem Collegeblock sein.

Walhalla Engel (c) Zeichnung von Susanne Haun
Walhalla Engel (c) Zeichnung von Susanne Haun

So habe ich einen Plan gefasst und mein handgeschöpftes A5 Silberburgpapier hervorgeholt. Auf diesem Papier werden die täglichen Zeichnungen entstehen. Ohne thematisches Konzept. Einfach nach dem Lustprinzip. Auch werde ich meinen linierten Collegeblock um ein A4 Skizzenbuch erweitern. Die Zeichnungen, die so entstehen, werden von den Seminarinhalten geprägt sein. Ich bin gespannt, was am Ende des Semesters entstanden ist.

Es kann gut sein, dass ich dieses Konzept auch über den Februar hinaus verfolgen werde, denn zu jedem Seminar gehört eine 12 bis 15 seitige Hausarbeit. Und wer schon einmal eine wissenschaftliche Hausarbeit geschrieben hat, der weiß, was für Kraft alleine schon die Recherchen und die Literaturhinweise brauchen.

Walhalla Engel für Monja (c) Zeichnung von Susanne Haun
Walhalla Engel für Monja (c) Zeichnung von Susanne Haun

12 Kommentare zu „Ein Konzept für ein „Nicht-Konzept“ – Zeichnungen von Susanne Haun

  1. Liebe Susanne!
    Natürlich ist es gut seine Kräfte mittels eines Planes zu steuern. Also: vernünftig gehandelt, meine ich.
    Aber: nichts trifft einen planenden Menschen stärker als der Zufall – sinngemäß von Max Frisch. Ist ja auch was dran, oder?
    Alles Gute, LG Juergen

    1. Lieber Jürgen,
      ich bin sehr neugierig, welche Zufälle mich alle während des Semesters treffen werden.
      Es ist sehr inspirierend und ich erfahre von so vielen schönen Dingen!
      Ich bin übrigens ein echter Frisch-Fan 🙂
      Einen schönen Tag wünscht dir Susanen

  2. Es ist enorm, was ein Mensch aus Strichen alles schaffen kann: Gerade Striche, gebogene Striche, runde Striche, gekrakelte Striche und klare Striche und doch ist es am Ende viel mehr als Striche und all das begann vor 40.000 Jahren in einer dunklen Höhle in Spanien .. You are wonderful 🙂

    1. Danke, Sven, die Linie ist schon ein außergewöhnliches Phänomen! Das empfinde ich auch so!
      Deshalb beschäftige ich mich auch jeden Tag aufs neue mit ihr!
      liebe Grüße aus Berlin von Susanne

      1. Strichkunst
        (für Susanne Haun)

        Es ist enorm,
        was ein Mensch
        mit einfachen Strichen
        alles schaffen kann:

        Gerade Striche,
        gebogene Striche,
        geschlängelte Striche,
        gekrakelte Striche,
        klare Striche ..

        und doch ist es am Ende
        viel mehr als Striche

        und all das begann
        vor tausenden von Jahren
        in einer der Höhlen
        unserer Vorfahren.

        ©Dunkelpoet

        (Du hast dein Gedicht übersehen bei mir auf dem Blog unter: „Moderne Kunst ist Höhlenkunst“. Musst nur runterscrollen ..) Gruß aus OF, Sven

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