Susanne Haun

Die Zionskirche und das Mauermuseum – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Foto by Susanne Haun on 8. November 2014

Morgen ist es soweit: der Mauerfall jährt sich zum 25. Mal.

 

Mauerfall November 1989 Bernauer Strasse (c) Foto von Susanne Haun

Mauerfall November 1989 Bernauer Strasse (c) Foto von Susanne Haun

 

Wir waren schon letzte Woche an der Zionskirche und schauten uns die Fotografien von Ann-Christine Jansson mit Zeitdokumenten der Friedlichen Revolution an. Der Titel der Ausstellung lautet „RADIKAL PERSÖNLICH“ (siehe hier). Sie ist so persönlich, dass ich weinte. Ich wuchs in West-Berlin Wedding auf. Meine Tante und Großmutter lebten im Spreewald. In der Regel beantragten meine Eltern die vollen sechs Wochen, die wir als West-Berliner in der DDR verbringen durften. Die Exponate der Ausstellung förderten längst vergessene Gefühle zu Tage.
Traurig ist der Zustand der Kirche: sie scheint gerade Innen dem Verfall preis gegeben.

 

Zionskircheskirche Innenraum (c) Foto von Susanne Haun

Zionskircheskirche Innenraum (c) Foto von Susanne Haun

 

Als Berlinerin war ich bis letzte Woche noch nicht am Mauermuseum. Ich bin dort an der Mauer fast aufgewachsen. Meine Freundin wohnte in der Hussitenstr. Ecke Bernauer Str. Wir sahen die Sprengung der Kirche auf dem Grenzstreifen und dort, wo das Mauermuseum nun steht, war das „Ersatzgemeindehaus“, in dem meine Freundin konfirmiert wurde.

 

Mauerfall November 1989 Bernauer Strasse (c) Foto von Susanne Haun

Mauerfall November 1989 Bernauer Strasse (c) Foto von Susanne Haun

 

 

Am Mauermuseum (c) Foto von Susanne Haun

Am Mauermuseum (c) Foto von Susanne Haun

 

Erkennt ihr das Haus auf beiden Bildern, dass links im Bild ist? Heute ist die Fassade mit der Malerei zur Dokumentation der Ackerstraße Teil des Mauermuseum.

In den 25 Jahren ist das Berlin ohne Grenzen der Normalzustand geworden. Selbst ich kann mir nicht mehr vorstellen, innerhalb einer Mauer in Bezug auf Berlin und natürlich außerhalb der Mauer in Bezug auf die DDR gelebt zu haben.

Ich habe in meiner Fotokiste gewühlt und die Fotos gefunden, mit dennen wir den November 1989 für unsere Familienchronik dokumentierten. Sie sind an derselben Stelle entstanden, wo sich heute das Mauermuseum befindet und zum Zeitdokument geworden.

16 Antworten

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  1. johncoyote said, on 8. November 2014 at 18:34

    All the photos are amazing. A interesting location.

    • Susanne Haun said, on 9. November 2014 at 11:48

      Thank you, Berlin was and is a great city!
      Greetings from Susanne

  2. kormoranflug said, on 8. November 2014 at 22:09

    Eine lustige Hose „oversize“

    • Susanne Haun said, on 9. November 2014 at 11:49

      Die wilden 80ziger, Tom: weite Jeans und blondiertes Haar mit Dauerwelle 🙂

  3. evajoachimsen said, on 9. November 2014 at 09:05

    Ein tolles Stück Zeitgeschichte.

    • Susanne Haun said, on 9. November 2014 at 11:50

      Ja, Eva, und wir waren gestern und werden uns heute auch die Grenze mit den Ballons anschauen. Ich werde berichten.
      Grüße von Susanne

      • evajoachimsen said, on 9. November 2014 at 12:33

        Schade, für uns ist es zu weit weg. Kaum zu glauben, dass die Grenze inzwischen nicht mehr zu erkennen ist.

        • Susanne Haun said, on 11. November 2014 at 08:49

          Das finde ich auch, Eva! An manchen Stellen, gerade am Mauermuseum, sehe ich sie noch vor meinem geistigen Auge! Mein Bruder meinte neulich, er dachte als kleines Kind, jede Stadt hätte eine solche Mauer 🙂

          • evajoachimsen said, on 11. November 2014 at 09:18

            Ich bin immer nur zu Besuch in Berlin oder in der DDR gewesen. Jedes Mal ein Erlebnis. Als ich vor ein paar Jahren am Bahnhof Friedrichstraße war, habe ich mir überlegt, wo diese Laufstege für die Soldaten mit Maschinengewehren gewesen waren. Ist nicht mehr zu erkennen.

            • Susanne Haun said, on 11. November 2014 at 11:17

              Um vergangenes Aufzuspüren ist das Mauermuseum besser geeignet, an der Bernauerstr. kann der Besucher noch gut die alte Mauer betrachten. Vielleicht können wir uns dort, wenn du das nächste mal in Berlin bist, treffen, schauen und einen Kaffee trinken.

              • evajoachimsen said, on 11. November 2014 at 13:05

                Wenn … Ich bin sehr selten in Berlin. LG Eva

                • Susanne Haun said, on 11. November 2014 at 20:36

                  Berlin ist immer eine Reise wert, Eva. Aber die Stadt liegt schon relativ Nord-Westlich in Deutschland und ist nicht von allen Orten gleich gut zu erreichen. LG Susanne

  4. Ulli said, on 9. November 2014 at 10:20

    danke Susanne für diese Zeitreise und deinen Artikel!

    herzlichst Ulli

    • Susanne Haun said, on 9. November 2014 at 11:52

      Gerne, Ulli, gestern waren wir uns die Ballongrenze anschauen. Es ist sehenswerte und so voll, dass man kaum vorwärtskommt. Heute sind wir Hauptbahnhof, meinen Sohn zum Zug bringen und schauen, wie die Ballons in den Himmel steigen.
      Liebe Grüße von Susanne

  5. entdeckeengland said, on 9. November 2014 at 21:10

    Liebe Susanne, ein schöner, persönlicher Bericht über ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Auch hier auf BBC werden heute die Bilder von den Feierlichkeiten in Berlin übertragen. Das macht Gänsehaut. Liebe Grüße, Peggy

    • Susanne Haun said, on 11. November 2014 at 08:52

      Liebe Peggy, ich bin immer wieder erstaunt, wie man selber als Mensch zu einem Stück Geschichte gehören kann. Obwohl unser Geschichts-Prof. an der Uni meinte, Zeitzeugen seien die schlimmsten, denn die seien ja dabei gewesen und wissen alles ganz genau! Natürlich fehlt mir als Zeitzeuge der globale, objektive Blick… Liebe Grüße sendet dir Susanne


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