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Das Bild vom Künstler – Susanne Haun

Ich greife nochmals das Thema der Werbung auf.

In Facebook hat die Galeristin und Betriebswirtin Ines Richter folgendes auf meinen Artikel zur Werbung (siehe hier) in der Kunstwelt geschrieben:

„Werbung ist nur ein (kleiner) Teil des Marketings, welcher sich „offenbart“, sobald man mit einer Idee oder einem Produkt an die Öffentlichkeit geht. Marketing ist dann erfolgreich, wenn das gesamte Konzept konsistent ist. Bei Künstlern bedeutet das, Authentizität und „Bildsprache“ mit Wiedererkennungswert (Duktus).“ Ines Richter

Danke für deine Worte, Ines. Werbung ist doch auch gar nichts schlechtes! Es ist ein Muß, um Bilder zu verkaufen. Und am wichtigsten ist es doch, dass das Produkt stimmt, so wie du schreibst, dass ist in der Kunst der Duktus, Bildsprache und Authentizität. Ich verstehe nicht, warum Künstler nicht werben dürfen!

Leider haben viele noch den „armen Künstler“ oder sollte ich Poet sagen, im Kopf.
Ein Werk muß in existenzieller Not geschaffen sein, um ein Werk zu sein. Das ganze Leid des Künstlers muß einfliessen.  Aber ist das noch zeitgemäß?

Das Bild des Künstlers im Wandel der Zeit:

 

Ich 2002 (c) Foto von Susanne Haun
Ich 2002 (c) Foto von Susanne Haun

 

Ich 2015  (c) Foto von Susanne Haun
Ich 2015 (c) Foto von Susanne Haun

35 Kommentare zu „Das Bild vom Künstler – Susanne Haun

  1. Wo ist den mein Kommentar schon wieder hin? Ich sitze am Flughafen und warte und alles fliegt weg und ab. 😊
    Ich finde deine Art dich zu präsentieren erfrischend fröhlich, uneitel und einfach gut. 👍
    Noch dazu bist du immer authentisch und deine Bilder haben einen sehr hohen Wiedererkennungswert. 👍👍👍👍
    Von uns Vier aus Bonn und Cley,
    Hanne 💃🚶👭

    1. Ja, Hanne, Kommentare kommen und gehn und manchmal sind sie weg.
      Ich freue mich, dass du meine Zeichnungen immer wieder erkennst.
      Wir sitzen noch in Venlo und werden jetzt lecker frühstücken gehen. Dann geht es ab nach Berlin.
      Liebe Grüße sendet euch vier Susanne

    1. Danke, liebe Dagmar! Die alten Fotos habe ich beim Aufräumen gefunden. Ich war überrascht, wie schnell die Zeit vergeht. Die Jahre sind kaum ein Windhauch!
      LG von Susanne

  2. Der Künstler, der Architekt u.ä. wirbt durch seine Arbeit.
    Das Werbeverbot betrifft ja die mediale Werbung- Auf die kann ich (als Architekt) gut verzichten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen sie nichts bringt, bzw. steht bestenfalls in einem schlechten Verhältnis zum Aufwand.
    Sicher ganz klar ist das Thema wie präsentiere ich das Kunstwerk, wie mich als Künstler, also das was Frau Richter geschrieben hat, aber das fällt nicht unter das Werbeverbot.
    Und ich denke für eine Ausstellung kann man auch uneingeschränkt werben.

    Zu eurer Ausstellung die mir was ich auf den Fotos so sehe sehr gut gefällt, denke ich bezüglich der Präsentation, dass es verkaufststrategisch wahrscheinlich besser wäre, die Kunstwerke wertiger zu präsentieren, also mit Rahmen und / oder Passepartout u.ä.
    🙂

    1. Danke, Martin. Ich denke auch, dass die Präsentation der Kunst eine wichtige Rolle spielt.
      Je nach Ausstellungsort rahme ich meine Arbeiten in weiße Rahmen (Holzleiste) und Passepartout.
      Ich mag aber auch sehr die Präsentation wie Jürgen und ich sie in der Atelierausstellung hatten und nehme die Außenwirkung in kauf. Es ist so ein bißchen sie „Szene-Ausstellung“. In Berlin sind viele Galerien ebenso dazu übergegangen, ohne Rahmen zur hängen.
      Ist in der Architektur die Referenzliste wichtiger als die Werbung? Oder ist das Portefolio schon die Werbung?
      Ich wünsche dir einen schönen Abend, Susanne

    1. Danke, Rosie!
      Über das „jung“ denke ich noch nach, nächsten Monat ereilt mich die 50. 🙂 🙂
      Aber das macht nichts. Es ist für mich ein weiterer Geburtstag und nachdem ich so um die 30 Jahre alt war, hörte für mich die Wichtigkeit des Geburtstags auf. Andere Lebensepisoden wurden interessanter. So zum Beispiel Abitur meines Sohnes oder sein Studium, meine Zeichnungen, das Reisen, mein Studium und und und … die Reihenfolge ist willkürlich gewählt.
      Liebe Grüße von Susanne

    1. Danke für den Hinweis, es ist 5 Jahre her, dass du das Zitat von Clemens Meyer in deinem Blog schriebst und es ist auch 5 Jahre her, dass ich antwortete. Kann ich das Zitat für mein Sonntagszitag verwenden? Es hat nichts an seiner Aktualität verloren und besonders die Diskussion, die daraus folgt, gefällt mir.
      LG Susanne

  3. Im Übrigen: Werbung ist für einen Bildenden Künstler überlebenswichtig, in welcher Form auch immer.
    Zeitungsartikle, Blog, Internet, facebook, Twitter …

    Und, egal, was über Dich in der Zeitung steht: Hauptsache Dein Name ist richtig geschrieben.

  4. zu mir ich arbeite zu einem Drittel als Architekt zu zu 2/3 als Handwerksbetrieb.
    Eine Referenzliste ist sicher gut, ich habe auch eine lange, ich habe sie aber nur selten gebraucht. Für mich selber habe ich entschieden, weil ich Zeit und Geld in Werbung (auch mit einem Werbefachmann) gesteckt habe und es das nie gebracht hat, Akquise so wenig möglich zu betreiben und mich vielmehr auf die anstehende Arbeit zu konzentrieren. D.h. wenn ich arbeite dann will ich mit dieser Arbeit Geld direkt verdienen, und nicht auf spätere Zeiten hoffen. Kann sein dass durch deinen Werbeaufwand innerhalb kurzer Zeit lukrative Aufträge reinkommen, dann ist Werbung sicherlich der richtige Weg. Aber das solltest du selbstkritisch prüfen- und wenn das nicht der Fall ist dann würde ich die Akquise deutlich runterfahren.

    1. Guten Morgen, Martin.
      Ich bin seit 2002 hauptberuflich freischaffende Künstlerin. Die Zeit und das Geld was ich in dieser Zeit in die Werbung gesteckt habe, hat sich auch immer gelohnt. Ich frage meine Bild- und Buchkäufer sowie die Malschüler immer, wie sie auf mich aufmerksam wurden und die Antworten geben mir recht. Erst am letzten Wochenende kam eine Besucherin der Ausstellung aufgrund des Zeitungsartikels. Es ist wie Armin sagt: der Name des Künstlers sollte so oft wie möglich in allen Medien auftauchen.
      Seit 3 Jahren studiere ich nochmal Kunstgeschichte. Daraus folgt, dass ich weniger Zeit für die Akquise aufwenden kann. Das merke ich seit ca. einem Jahr. Die ersten zwei Jahre wurden noch von meiner Werbung der vielen Jahre davor getragen. Aber nichts geht von alleine, denn es gibt keinen Zauberei. Die Kunst hat keinen Nutzen im Gegensatz zum Handwerk oder zur Architektur.
      Manchmal dauert es übrigens bis zu 5 Jahren, bis die Werbung fruchtet. Viele Käufer, Galeristen und Verleger beobachten ersteinmal den Künstler auf seine Beständigkeit. Ein Kontakt, den ich jetzt aufbaue, könnte also 2020 früchte tragen!
      Kompetente Arbeit reicht leider in der Kunst nicht. Es gibt tausende sehr gute Künstler, sehr viel mehr als es Käufer für Kunst gibt 🙂
      Und zur Kunst gehört wesentlich der Künstler 🙂
      Einen schönen Tag und danke für die Diskussion. Schön, dass dein Geschäft ohne Werbung läuft, ich gratuliere dir dazu.
      Susanne

  5. Hallo Susanne,
    danke für deine Antwort. Ich bewundere deine Schaffenskraft und gleichzeitig deine Präsenz.
    Also in meinen Geschäft gibt es immer Zeiten der Unsicherheit und auch könnte der Verdienst besser sein, und ich würde auch gerne mehr mit kreativen Sachen mein Geld verdienen. Und deine Antwort stimmt mich nachdenklich doch mal wieder zu werben. Evtl. bin ich da auch zu introvertiert.
    Liebe Grüße
    Martin

    1. Hallo Martin,
      danke für das Lob. Natürlich gibt es in der Kunst auch Zeiten der Unsicherheit. So ist es, so glaube ich, in jeder Selbstständigkeit. Werbung kostet auch viel Kraft, Martin. Ich muß mich auch des öfteren aufraffen.
      Liebe Grüße und frohe Ostern sendet dir Susanne

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