Blumen und Pflanzen · Zeichnung · Zitat am Sonntag

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 110 – Ernst Haeckel

„Die Früchte vom Baume der Erkenntnis sind es immer Wert, daß man um ihretwillen das Paradies verliert! Also nur immer fortgefahren und mit äußerster Konsequenz in die letzte Pforte der Erkenntnis vorgedrungen.“²

Ernst Haeckel

 

Vertrockneter Hibiskus - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten
Vertrockneter Hibiskus – Zeichnung von Susanne Haun – 20 x 20 cm – Tusche auf Bütten

 

Ich mag von Haeckel besonders das Buch „Kunstformen der Natur“, das Petra auf Philea’s Blog so gut beschreibt.

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² Quelle: “Haeckel”, Dargestellt von Johannes Hemleben, Haeckel an Anna Sethe am 29.Mai 1859, S.83; Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, 1964.

Zitiert nach Wikiquote, Aufruf am 21.8.2015 um 16:30 Uhr

Gefunden habe ich das Zitat jedoch nicht bei Wikiquote sondern auf Jargs Blog.

14 Kommentare zu „Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 110 – Ernst Haeckel

  1. Ein problematischer Knabe, dieser Erich Haeckel. Was er mit dem Zitat sagt, beinhaltet ja auch, dass man die Suche nach Erkenntnis, also die Forschung, ohne Rücksicht auf moralische Prinzipien weitertreiben sollte. Was hier so fortschrittsorientiert und positiv klingt, nämlich die Ausweitung der Erkenntnis, hat bei Haeckel selbst ja dazu geführt, dass er nicht nur ein Vordenker der Eugenik gewesen ist und jemand, der die „Rassenhygiene“ propagiert hat, sondern dass er auch ein Vertreter der Euthanasie gewesen ist. Weshalb ihn die Nazis natürlich prima fanden.
    Er ist im Grunde ein schönes Beispiel dafür, was Horkheimer und Adorno mit der Dialektik der Aufklärung gemeint haben: Aufklärung, Erkenntnisstreben, ist nicht in sich gut, die radikale Aufklärung schlägt schnell um in Barbarei …
    LG Martin

    1. Danke für diese Hinweise, Martin. Ich habe mehr die Zeichnungen als die Lehre dahinter gesehen. Wie recht haben Adorno und Horkheimer. Fortschritt und Wissenschaft ist nicht immer positiv zu betrachten. Ich frage mich oft, wie die Wissenschaftler damit umgehen oder umgegangen sind: ließ sie es tatsächlich völlig kalt? Ich habe mich mit dem Thema jedoch noch nicht wirklich beschäftigt und werde es in nächster Zeit auch nicht schaffen. Dürer und seine Proportionslehre und Hegel und die Ästetik stehen auf meinem kommenden Semesterplan.
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

        1. Ja, ich freue mich trotzdem schon sehr auf das Seminar. Für das 2. Semester ist Hegel auch heftig, Martin. Ich bin inzwischen im 5. immatrikulierten Semester und habe davor 4 Gastsemester bestritten. Ich bin erstaunt, wie schnell die Zeit vergeht.
          Wie stehst du heute zu Hegel? Oder warst du nach dem 2. Semester und Hegel so bedient, dass du ihn nicht nochmal angefasst hast?
          Viele Grüße von Susanne

  2. ich finde, deine Zeichnung zeigt sehr gut das Drama, das sich abspielt, wenn das Paradies zugunsten der Erkenntnis verlassen wird. Ein Todesdrama, bei der die lebendige senkrechte Bewegung in eine horizontale Knickbewegung übergeht. Der Kopf beugt sich über das sogenannte Wirkliche, studiert es, analysiert es, zerschneidet es, und verliert dabei den Kontakt zum Großen Ganzen. – Die „Kunstformen der Natur“ sind dennoch bewundernswert.

    1. Ja, Gerda, an das Paradies ist es einfach zu glauben und es scheint einfach erreichbar. Der Weg der Erkenntnis ist viel härter und mit bei weiten viel mehr „Arbeit“ erreichbar.
      Leider wissen wir immer noch so wenig und immer, wenn wir wenig wissen, benötigen wir entweder philosophische Erwägungen oder Religion. Ich entscheide mich da eher für die Philosopie!
      Einen schönen Montag von Susanne

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