Die Farben Valazquez – Portraits von Susanne Haun

Vor 12 Jahren habe ich mir Gedanken über die Farbe der Haut gemacht. Dabei habe ich erfahren, das jeder der alten Meister seine eigenen Mischverhältnisse für die Hautfarbe hatte. Ich laß mich durch die Bücher der alten Meister der Humboldtbibliothek.

Ich mochte und mag am liebsten das Mischverhältnis von Valazquez. Er grundierte die Leinwände zuerst lila (Weiß, Ultramarin und Zinnober), dann setzte er die Körper Gesicht auf die Grundierung. Als ich am letzten Freitag für die Aktausstellung rahmte, fand ich dieses Selbstportrait von 1999 von mir. Ich mag es immer noch sehr.

1999 - Selbstportrait Susanne Haun - Acryl auf Papier 50 x 50 cm
1999 - Selbstportrait Susanne Haun - Acryl auf Papier 50 x 50 cm

Danach kam eine Zeit, ich glaube so um 2003 herum, da vergaß ich die realistischen Hauttöne und erforschte den Expressionismus, um dann festzustellen, dass ich Zeichnerin bin.

2004 - Susanne Haun - 100 x 80 cm - Acryl und Ölkreide auf Leinwand
2004 - Susanne Haun - 100 x 80 cm - Acryl und Ölkreide auf Leinwand

Mit Leib und Seele.

Ich habe es mir NICHT leicht gemacht, die Hauttöne zu vergessen, aber ich vermisse sie auch nicht.

Ich zeige euch hier eine meiner Lieblingsportraitzeichnungen von mir von 2009. Nein, ich vermisse die Farbe wahrlich nicht!

Der Nasenbohrer - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten
Der Nasenbohrer - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

7 comments

  1. die Entwicklung des eigenen Hauttons hat bei mir auch eine Zeitlang Priorität gehabt. Man kann sich monate wenn nicht jahrelang mit dem Thema auseinandersetzen. auch jetzt noch benutze ich bei gelegentlichen Auftragsportaits immer noch meine eigenen Töne.
    Ich mag das Portrait von 1999 sehr

    Lieben Gruß
    Anna

  2. ich glaube auch, dass du zeichnerin bist, Susanne.
    es hat etwas anruehrendes, wenn du diese erkenntnis hier so darstellst.
    mir gefaellt wiederum die 2009er zeichnung am besten. nun beneide ich dich nicht nur darum, wie du fuesse, sondern auch haende zeichnen kannst. die finde ich fast noch eindruecklicher (sprechender) als das gesicht an sich…
    lg
    Irisnebel

  3. Das würde meiner Theorie entsprechen, dass man entweder Maler (Farbe) oder Zeichner ist. Auch, wenn man als Maler auf keinen Fall ums Zeichnen können herumkommt.
    Da ich mich momentan auch mit Hauttönen beschäftige, habe ich einige von Degas Akten analysiert. Ich habe mir einen Farbkreis vorgenommen und die Farben ausgeschnitten, welche er eingestezt hat. Ich war doch sehr überrascht, was Degas benutzt und vor allen Dingen, welche Farben er ausläßt!

  4. Morgen,

    also ich finde den Nasenbohrer am besten. Mit wenig Farbe (nur einer) und ein „paar“ Strichen soviel Ausdruck rüber zu bringen, genial!!! Auch ein tolles Motiv.
    Aber auch die Athena von gestern ist echt toll.
    Ich beneide dich schon um dieses Zeichnen werde es auch mal probieren.

    Viele Grüße Tanja

  5. Danke! Ich freue mich sehr über eure Kommentare.
    Gerade, wenn ich in „alten“ Arbeiten von mir wühle, weiss ich, dass ich in der Zeichnung angekommen bin.
    Aber natürlich weiss ich das nur zu schätzen, weil ich den Weg kenne 🙂

    Gruß Susanne

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