Susanne Haun

Viele Gerberas und die Idee – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 16. Mai 2012

Die Gerbera wurde vor 1737  afrikanische Aster genannt.

1737 wurde sie in Holland beschrieben und mit dem Namen Gerbera versehen. Ich denke, dass die Gerbera unendlich oft seit ihre Entdeckung dargestellt worden ist und viele Künstler sich mit den Linien und Strukturen der Blume beschäftigt haben.

Ich lese gerade das Kunstforum 173 zum Thema „Kunst im Licht von Konkurrenz, Neid und Rivalität“.

Ihr fragt euch, was eine Gerberea damit zu tun hat?  Walter Holzer schreibt im Artikel „Art and its double“ über Original und Kopie.

Gerbera IV (c) Zeichnung von Susanne Haun

Gerbera IV (c) Zeichnung von Susanne Haun

„Es gibt immer nur ein „Original“, eine „Originalidee“. Ein Akt steigt als Idee nur einmal die Treppe hinab (auch wenn er nie unten anlangt). Danach wird der Abstieg Wiederholung, Kopie, Doppelgänger, Aneignung.“ Walter Holzer

Die Idee ist also das Wichtigste, und doch auch das am schwersten fassbare. Wie schützt der Künstler seine Idee? Mit seiner Unterschrift? Mit dem (c) ?

Der Artikel geht über 16 Seiten und ist auch sehr philosophisch. Ich kann euch nur empfehlen, ihn zu lesen; ich habe „ebay sei Dank“, einige Kunstforum Hefte ersteigert und schätze die Texte in den Heften sehr; sie eröffnen mir neue Sichtweisen und ich bekomme in jedem Artikel sehr viel Nachdenkenswertes!

Wenn ich ein Objektes wie die Gerbera zeichnen will, dann schaue ich sie erst einmal lange an. Die heutige Gerbera steht seit Sonntag auf meinem Schreibtisch und von Sonntag bis heute überlegte ich, wie ich die Gerbera als „meine Gerbera“ darstellen kann. Einen Vorteil habe ich dabei, ich habe meine ureigene Linie, die aus meiner Feder fließt, meine persönliche Art der Zeichnung.

Eine Gerbera ist, von meinem Verständnis her, deshalb schwer zu zeichnen, weil sie die Blume ist, die jedes Kind als Blume zeichnet: Kreis und Blütenblätter ‚drum herum. Wie also hole ich die Gerbera aus diesem „Kinderklischee“ heraus? Wie stelle ich sie dar, ohne dabei kitschig zu werden?

Ich kann sie in der Hand halten und dabei kommt es mir auf die Schatten an. Ich kann sie anschneiden, das bringt Spannung und dich kann sie abstrahieren und doch sichtbar lassen. Ich kann sie ganz auf die Farbe reduzieren.

Gerbera V (c) Zeichnung von Susanne Haun

Gerbera V (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wird die Idee meiner Gerbera erst mit meiner Serie sichtbar? Schütze ich mein Werk durch diesen Blog? Obwohl doch für jeden sichtbar und in der Einfachheit der Zeichnung wiederholbar? Holzer schreibt, dass das Werk im Kopf kein Urheberrecht besitzt. Zum Schutz der Idee muss diese dingfest gemacht werden, in Form von Gemälden, Fotos oder Skizzen.

Die Folgerung kann dann aber nur sein, dass die Idee die Menschheit ausmacht.

Hat noch jemand von euch den Artikel gelesen? Wie seht ihr das?

Viele Gerberas und die Idee – Zeichnungen von Susanne Haun

10 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Cordula Kerlikowski said, on 16. Mai 2012 at 18:55

    Wunderbar, wie du mit Farben und Formen spielst!

    • susannehaun said, on 17. Mai 2012 at 08:05

      Ich mag das sehr, die Dinge in verschiedene Lichter zu rücken…

  2. Elisabeth said, on 17. Mai 2012 at 07:22

    Bin beeindruckt von Deiner Gerbera- Serie! Die IV scheint mir wie ein abstraktes Gebilde – Du wolltest ja auch von der “ Kinderblume“ weg. Das ist Dir wunderbar gelungen!

    • susannehaun said, on 17. Mai 2012 at 08:05

      Danke, Elisabeth, es freut mich, dass sie dir gefallen, meine Gerbaras….

  3. […] zugeordnet sondern auf Politik, Soziologie und Metaphysik bezogen! Dabei sprachen wir erst gestern (siehe hier), dass die Idee das Wichtigste in der Kunst ist! Oscar Wilde (c) Susanne Haun […]

  4. VauKa said, on 20. Mai 2012 at 02:06

    Deine Gerbera sind einsame Spitze und gar nicht so alltäglich, du hast den Charakter sehr schön herausgearbeitet!

    Aber du hast wirklich recht damit wenn du sagst dass sie so aussehen wie jedes Kind Blumen malt. Ich vergesse oft dass diese Pflanzen Gerbera heißen (warum auch immer, andere Pflanzennamen kann ich mir gut merken aber dort hakt es irgendwie..), wenn ich dann aber sage „ich meine die Blume die einfach wie eine Blume aussieht, so wie gemalt“ dann kommt jeder direkt darauf dass ich ne Gerbera meine! 😀
    Vielleicht stand die Gerbera ja einfach schon zu oft Modell für Pflanzenzeichnungen?

    LG Verena.

    • susannehaun said, on 20. Mai 2012 at 16:34

      Hallo Verena,
      danke für dein Lob. Ja, ich denke auch, die Gerbera war schon soooooooooooooooooooooo oft Modell.
      Mir fehlt auch oft ein Wort, ich denke eher visuell und dann sehe ich im Kopf ein Bild und mir fehlt die Übersetzung 🙂
      Einen schönen Sonntag wünscht dir Susanne

  5. Christa Peters said, on 20. Mai 2012 at 19:28

    Hallo Susanne,
    ich habe mir Deine ganzen Werke sehr sorgfältig angeschaut und sie sind einfach toll,eine Liebe zu jedem Detail,sehr filigran und sehr ausdrucksstark in jedem einzelnen Bild zu sehen,
    einfach wunderschön.
    Viel Erfolg wünsche ich Dir,wenn nicht Du…dann wer.
    LG Christa

    • susannehaun said, on 21. Mai 2012 at 07:09

      Hallo Christa,
      danke für dein Lob, 🙂 da freue ich mich.
      Liebe Grüße und einen schönen Montag wünscht dir Susanne

  6. […] nahm meine Zeichnung von der Gerbera (siehe hier) und eine 15 x 30 cm große Zinkplatte mit. Bevor ich von Reinickendorf nach Kreuzberg aufbrach, […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: