Berlin · Betrachtungen zur Kunst · Foto

Auf der Jagd nach Buchstaben – Susanne Haun

Die Textkunst entwickelte sich im Mittelalter beginnend mit verzierten Großbuchstaben, aus dem später die Initiale hervortrat.

Die Seite eines Buches war ein Kunstwerk, die vom Anfangsbuchstaben des Kapitels bestimmt wurde. Es gab den Beruf des Buchmalers, der den Inhalt des Texts in dem ersten Buchstaben des Kapitels darstellte und die sogenannte Figureninitiale zeichnete.

Hau - Buchstaben (c) Foto von Susanne Haun
Hau – Buchstaben (c) Foto von Susanne Haun

Gestern habe ich in den Buchstabenschränken der Hochdruckwerkstatt von Bethanien geschaut und mich an den vielen verschiedenen Schriften erfreut. Auf dem Rückweg zur S-Bahn konnte ich einfach nicht an den Buchstaben der Häuser vorbei laufen.

Gerade habe ich mein Manuskript zum Thema Hochdruck in den Briefkasten geworfen, so dass mein Lektor am Montag die Fotos zum per Mail versendeten Text erhält. Ich freue mich schon darauf, morgen in der Gewissheit aufzuwachen, dass ich fertig bin!

 RIO  (c) Foto von Susanne Haun
RIO (c) Foto von Susanne Haun

Es ist lange her, dass ich nicht um 18 Uhr meinen Blog online gestellt habe. Heute war es mir wichtiger, mein Manuskript auf den Weg zu bringen als Punkt 18 Uhr zu bloggen!

Ich habe mich sehr gefreut, dass Hanne seit gestern meine Zeichnung von Oscar Wilde auf ihren Blog The World according to Dina zeigt.
Sie stellt dazu das Zitat “Irony is wasted on the stupid.” von Oscar Wilde zur Diskussion.
Mögt ihr mit diskutieren?

For my English-speaking readers:

The art of text developed in the Middle Ages starting with ornate capitals, from which later emerged the initial.

The page of a book was a work of art, which was determined by the first letter of the chapter. There was the occupation of the bookpainter that was the content of the text of the first letter of the chapter and drafted the so-called initial figure.

11 Kommentare zu „Auf der Jagd nach Buchstaben – Susanne Haun

  1. Das mit dem Schriften zeichnen „musste“ auch ich in meiner Lehrzeit erlernen (Setzer). Immer schön Strich neben Strich und ja kein „malen“, das war strengstens verpönt. Unser Lehrer in der Berufsschule hielt noch sehr viel darauf, dass man dem Kunden eine Skizze in der ausgewählten Schrift vorlegen konnte. Sehr zeitaufwendig. Heute mit der Verbreitung von PC und Drucker mal schnell im Layoutprogramm was zusammengestoppelt und dem Kunden vorgelegt. Ist wohl billiger. Aber das Handwerk kann heute so gut wie niemand mehr. Leider geht das Zeichnen auch mir nicht mehr so richtig von der Hand. Da fehlt die Übung. 🙁
    LG hereshecome

    1. Es ist schade, hershecome, das dieses Handwerk am Aussterben ist. Leider ist es mit vielen Gewerken so. Wenige möchten generell ein Handwerk lernen. Mein Bruder ist Glasermeister und findet immer schwer neue Auszubildende.
      Zeichnen erfordert wie Geige spielen (oder jedes andere Instument) das tägliche Tun, ansonsten laufen die Linien schwer vom Kopf in die Hand!
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, hier in Berlin schneit es schon wieder….
      Liebe Grüße von Susanne

      1. Bis vor kurzem hat es bei mir (Weiz, Steiermark) noch heftig geschneit (gute 30 cm haben wir von gestern Abend bis heute morgen abbekommen). Jetzt beginnt es aber zu tauen . Einen schönen Sonntag auch von mir und liebe Grüße

        1. Dann habt ihr ja das richtige Skifahrerwetter, hereshecomes…. In Berlin reicht es gerade für einen Winterspaziergang aber wir haben ja auch keine Berge.
          Einen schönen Abend von Susanne

  2. Liebe Susanne, ich danke dir herzlich für deine Erklärungen zu diesen doch speziellen Berufen, die leider am Aussterben sind; in unserer hektischen Zeit einen schwierigen Stand haben. Ich möchte dir auch sagen, dass ich begeistert bin von deinem Oscar Wilde Portrait. Ich wünsche dir einen erholsamen Sonntag. Liebe Grüsse Martina

    1. Danke, liebe Martina, das Oscar Wilde Portrait mag ich selber auch sehr. Natürlich mag ich alle meine Arbeiten aber den Wilde, den mag ich besonders gerne. Ja, unsere Zeit ist sehr hektisch und da ist es schwierig, in Ruhe und mit den Händen zu arbeiten.
      Ich wünsche dir auch einen schönen Sonntag Abend, liebe Grüße sendet dir Susanne

  3. Ich liebe auch Typografie und die Kunst, damit zu gestalten. Bin Drucker von Beruf [gewesen]. Zwar nicht Buchdrucker [so alt bin ich nicht], aber ich liebe Setzkasten und Schrifttypen. Und natürlich den Geruch der Druckfarbe!

    1. Guten Morgen Renate, dein Kommentar ist zweimal vorhanden, soll ich ihn einmal löschen?
      Der Beruf Drucker ist wirklich ausgestorben. Wie so manch anderer Beruf.
      Leider!
      Im Kupferstichkabinett gab es die Ausstellung „Schrift im Bild“ vor zwei Jahren, die war klasse!
      Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

  4. Auch ich liebe Typografie als Gestaltungselement. Ich bin Drucker gewesen. Nicht Buchdrucker, so alt bin ich nicht 🙂 und liebe Setzkästen und Schrifttypen. Und natürlcih den Geruch der Druckfarbe!

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