Es ist Herbst, die Kastanien fallen von den Bäumen und beginnen mit den Kastanienbaumblättern am Boden zu verwesen.
Die Vergänglichkeit ist bei den Pflanzen Jahr für Jahr wieder zu beobachten.
Die Blätter fallen zu Boden und werden im Laufe der Zeit wieder zu Erde. Gestern habe ich einige Kastanienschalen gefunden, die schon fast alle Feuchtigkeit verloren und dadurch bizarre, braune Stacheln gebildet haben.
Die Zeichnung der Schalen bildet den Sockel für mein nächstes Bild zur Vergänglichkeit. Ich habe wieder das große Format 65 x 50 cm gewählt. Über die Farbe der Tusche habe ich einige Zeit nachgedacht. Eigentlich wollte ich die Serie in Blautönen fortsetzen, aber ich werde das Thema „Guillotinierter Schafskopf“ mit der heute begonnen Arbeit fortsetzen und habe so zum Bordeaux gegriffen.
„Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub …“
sind die Worte unserer Beerdigungszeremonie. Dabei wirft jeder der zur Beerdigung erschienenen Erde ins frische Grab. Wenn ich bei einer Beerdigung bin, benutze ich meine Hände um Erde ins Grab zu werfen, drei Mal werfe ich Erde in das Grab; für den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. So habe ich es als Kind gelernt und ich behalte es traditionell bei, obwohl ich stark am Glauben zweifel und mich den Naturwissenschaften zugewandt habe. Das Grab wird damit für den Verstorbenen zum Ort der natürlichen Rückverwandlung, zur Verwesung wie alles irdischen Leben irgendwann wieder zu Erde wird. Es ist der Moment des Abschieds und des Abschlusses mit einem Leben. Hier ist die Vergänglichkeit am dominantesten.
Es ist der Weg alles Irdischen, den auch Gartenabfälle oder Obst- und Gemüsereste gehen. So ist der Herbst für mich auch immer wie die Beendigung einer blumigen, farbenfrohen Zeit.
Ich mag die Veränderung der Landschaft, die mit den vier Jahreszeiten einher geht.
