Aus der Gegenwart in die Vergangenheit betrachtet – Zeichnungen von Susanne Haun

Es ist spannend, wie sich der eigene Blick ändert, wenn man neue Dinge hinzulernt.

Gesichter (c) Zeichnungen von Susanne Haun
Gesichter (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Die Betrachtungsart der Dinge ändert sich und so schaue ich meine 10 Jahre alten Zeichnungen anders an als zum Zeitpunkt der Entstehung.

Ich befinde mich in einem ständigen Veränderungsprozeß – nicht nur von der Technik, der Umsetzung und dem Designo, dem Ingenio, der Inspiration, sondern auch von der Betrachtung.

Meine Zeichnungen respektiere ich von 1999 an, bei meinen Gemälden sieht das anders aus. Ich werde nochmals einen großen „Sortierlauf“ starten und aussortieren. Ich male seit Febraur 2008 nicht mehr. Ich zeichne. Entscheidungen treffen ist wichtig. Innerhalb meiner Serie „Zitate am Sonntag“ habe ich mir meine Gemälde nach langer Zeit nochmals angeschaut. Es ist wenig vorhanden, was meinen heutigen Kriterien für ein gutes Bild, also für Qualität, noch standhalten kann.

Ich mag diesen Erkenntnisgewinn.

Gesichter (c) Zeichnungen von Susanne Haun
Gesichter (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Gestern war ich im Ethnologischen Museum in Berlin Dahlem. Es war sehr interessant, wir waren nur zu viert und so konnten wir gut die Exponate anschauen und diskutieren.
Ich überlege mein Nebenfach zu wechseln: von Philosophie zur Ostasiatischen Kunst.
Ich kann einfach nicht zwei Dinge gleichzeitig gut machen und ich zeichne und stelle aus und ich studiere Kunstgeschichte. Das sind ja schon zwei Dinge, aber diese beiden Dinge sind sich nahe und ich bin organisatorisch gut und kann beides gut koordinieren.

Die Philosophie bekommt zu wenig meiner Zeit ab, entsprechend sind meine Wissenslücken groß. In der Vorlesung oder auch im Tutorium, da denke ich immer: „Klasse, das ist gut anzuwenden!“; Aber ich habe beim Anwenden Probleme. Mit der ostasiatischen Kunst habe ich mich von vorneherein schon viel beschäftigt, ich habe vor 20 Jahren zwei Jahre lang bei einer Chinesin Tuschemalerei gelernt und Holzschnitte sind so oder so mein Gebiet.

Es wäre vermessen von mir zu behaupten, dass ich Philosophie als Nebenfach nebenher studieren kann und es ist unbefriedigend für mich, etwas nur halb zu machen, ja es geht ja auch gar nicht!

Schön, diese Erkenntnis. Ich bin sehr zufrieden damit und entspannt. Vier Wochen werde ich mich weiterhin mit der Philosophie beschäftigen. Dann ist das Semester zu Ende. Und ich werde auch die Klausur mitschreiben, aber sehr, sehr viel entspannter als noch vor meinem Entschluss, das Nebenfach zu wechseln.

6 comments

    1. Hallo Martina,
      Entscheidungen sind das Schwierigste im Leben, es sind schließlich die Weggabelungen im Leben!
      Ist es nicht komisch, wie sehr uns selber auch bewusst ist, wann wir wieder vor so einer Gabelung stehen!
      Einen schönen Montag von Susanne

  1. Liebe Susanne, ja, es ist wichtig, das man sich auf das Wesentliche konzentriert, besonders, wenn man waehrend des Studiums so ein reichhaltiges Angebot hat. Ostasiatische Kunst faende ich auch spannend. Mein Mann und ich sind viel in Asien gereist. Ich fand die Architektur und Kunst dort immer sehr inspirierend.
    Ich wuensche Dir ein schoenes Wochenende, Peggy

    1. Liebe Peggy,
      je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr gehe ich immer mehr in diese Richtung!
      Ostasiatische Kunst ist sicher sehr interessant und mein Gebiet, die Holzschnitte von Hokusai oder die ganze Tuschemalerei, die mich inspieriert hat.
      Aber ich denke, es war kein Fehler, zuerst Philosophie zu studieren, dann müsste ich aber alles geben und dann würde die Philosophie in Konkurenz zu meiner Kunst treten und ihr Zeit weg nehmen. Das will ich nicht.
      Dann würde ich unzufrieden werden.
      Also lieber noch ein Wissensgebiet der Kunst.
      Liebe Grüße von Susanne

    1. Das ist doch eine gute Idee, Tom…. 🙂
      Ich habe gerade schon Peggy geantwortet, dass die Philosophie eine zu große Konkurenz für meine Kunst wäre. Und ich bin Künstlerin und da gebe ich alles.
      Aber wo soll dann die Philosophie hin, sie kann nicht „nebenbei abgehandelt“ werden.
      Ich weiss gar nicht, wer auf die Idee kommt, Philosophie als Nebenfach zuzulassen 😉
      Einen schönen Tag dir von Susanne

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