
Wir verweilen hier
„Dann packt mich das Grauen, ich fühle, wie meine Haare sich sträuben, und es scheint mir, als sähe ich auf Schritt und Tritt die Schatten der Verstorbenen, doch nicht mit ihren bekannten Gesichtern, sondern mit schrecklichen Antlitzen, die Ihnen, ich weiss nicht woher, gekommen sind, um mich zu verstören.“
Boccacio, Giovanne, Das Dekameron, Band 1, Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, Berlin 1985, Seite 28.
Zum Jahresende
Zum Jahresende schreibe ich noch etwas grausiges. Die Dekamerone ist wahrlich auf seinen ersten Seiten sehr düster.
Spiegelt diese Stimmung unseren Zeitgeist wieder?
Trotz aller Einschränkungen bin ich nicht dieser düsteren Stimmung sondern eher zukunft zugewandt.
Bin ich auch Traurig?
Ja, ich bin oft traurig dieser Zeiten und sehne mich nach dem unbeschwerten Leben vor der Pandemie. Mir fehlen Salon, Ausstellungen, Reisen und Kaffeepausen beim Spazieren gehen. Aber das habe ich schon so oft geschrieben.
Schatten der Verstorbenen?
Ich habe bisher zum Glück noch keine Verstorbenen zu beklagen. Ich hoffe, das bleibt auch so.
In diesem Sinne einen guten Rutsch ins Jahr 2021.
Auf das es besser wird als das vergangene!
Weitere Zeichnungen von mir zum Dekameron könnt ihr unter folgendem Link auf meinem privaten Blog sehen (-> Klick). Die neusten Beiträge werden zuerst angezeigt, durch Scrollen gelangt ihr zu den ältesten Beiträgen.
Das Dekameron
Das Dekameron ist eine Sammlung von 100 Novellen das Mitte des 14. Jahrhunderts von Giovanni Boccaccio, geschrieben wurde.
In ein Landhaus in der Toskana flüchteten sieben Frauen und drei junge Männer vor der Pest, die 1348 in Florenz tobte. Die aus der Stadt zurückgezogenen Florentiner und Florentinerinnen unterhielten sich während ihrer Quarantäne damit, dass sie sich gegenseitig Geschichten erzählten. Eine oder einer wurde jeden Tag auswählt, den Themenkreis zu bestimmen, innerhalb derer sich die Geschichten bewegen sollten. Jeder der Anwesenden dachte sich eine Geschichte zum Thema aus. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novelle wurde die Quarantäne beendet und die jungen Leute kehren nach Florenz zurück.
Zeichnungen zum Il Decamerone
Schon Mitte November entschloss ich mich, mit Zeichnungen zu diesen Klassiker der Geschichte zu beginnen. Mit den Verschärfungen der Quarantäne Regeln und dem harten Lockdown finde ich es passend, sich mit dieser Geschichte auseinander zu setzen.
Il Decamerone ist italienisch und stammt vom griechischen δέκα déka „zehn“ und ἡμέρα hēméra „Tag“ ab und deutet auf die Anzal der Geschichten hin, die dieses literarische Werk erzählt.
