Susanne Haun

Weitere Skulpturen in Prag oder wie meine Stimmung die Skulpturen verändert – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 31. Januar 2011

Der Bildband von Prag steht immer noch neben meiner Postkartenkiste von Hahnemühle.

Ich zeichne weiter Skulpturen aus dem Buch auf die Postkarten. Hier könnt ihr die ersten Ergebnisse sehen.

Es ist erstaunlich, wie meine Stimmung in die Zeichnung einfließt. Ich habe dieselbe Skulptur zweimal gezeichnet und einmal ist sie wütend und das andere mal distanziert. Mal sehen, irgendwann zeichne ich sie ein drittes mal, welche Stimmung sie dann ausstrahlt.

Skulptur Version 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 10 cm auf Hahnemühle Postkartenaquarell

Skulptur Version 2 – Zeichnung von Susanne Haun – 15 x 10 cm auf Hahnemühle Postkartenaquarell

Ich lese wieder im Beckmann. Vor 20 Jahren waren alle diese Weisheiten, die die Grossen wie Beckmann, Klee und Picasso Anfang des 20. Jahrhunderts schrieben für mich Gesetz, ich sog sie auf und versuchte meine Kunstwelt darum zu bauen.

Heute ist das etwas anders. Heute diskutiere ich in Gedanken mit Ihnen und verändere die Sätze so, wie ich sie sehe und bilde meine eigenen Weisheiten daraus. Ich fürchte man nennt dieses Phänomen „Alter“ aber auch Erfahrung.

„Alles muss gegenständlich bleiben. Insofern, kann man sagen, bin ich auch heute noch ein Schüler von Liebermann und Leibl. Ich will dieselbe ehrliche Gegenständlichkeit haben wie sie.“ Max Beckmann im Juli 1919

Ich möchte auch gegenständlich sein, aber ich möchte innerhalb dieser Gegenständlichkeit immer abstrakter werden. Da habe ich noch einiges vor mir aber das empfinde ich spannend. Diese Abstraktion erreicht man durch Reduzierung, Maximierung und Modellierung.

3 Antworten

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  1. Helen said, on 1. Februar 2011 at 11:39

    Das ist spannend mit den unterschiedlichen Stimmungen, der wütende Ausdruck gefällt mir besonders. lieben Gruss
    Helen

  2. biancascheich said, on 1. Februar 2011 at 15:09

    Hallo Susanne, das ist wieder mal ein spannendes Thema .
    Deine Zeichnungen gefallen mir sehr, der Ausdruck und das Gefühl kommt beim betrachten sofort an. Das ist sehr schwer zu zeichnen, denn man muss es auch empfinden, oder?
    Abstrakt sein und werden ist aus meiner Erfahrung bisher folgende…ich werde immer abstrakt wenn ich nicht alles im Bild zugeben und zeigen will, dann fange ich an und erfinde neue Formen und Wesen. Ich verschleiere und verwandel die Situation in etwas neues. Oder auch wie Du sagst, reduzieren, maximieren, modellieren, ja so ist es auch abstrakt und wesentlich. Abstraktion ist voller Geheimnisse finde ich…LG Bianca 🙂

  3. susannehaun said, on 2. Februar 2011 at 08:30

    Ja, Bianca, das finde ich auch, Abstraktion hat etwas Geheimnisvolles. Aber ich versuche bisweilen auch mit der Abstraktion zu erklären. Das Geheimnis zu lüften, um dann festzustellen, dass es nur um so geheimnisvoller wird.
    Ich denke auch, dass man nur das zeichnen kann, was man empfindet, denn so wird es auch authentisch.
    Ich freue mich Helen, dass dir ausgerechnet mein wütender Ausdruck gefällt, denn oft ist es das Schöne, was die Menschen mögen.
    Ich wünsche euch beiden einen schönen Tag, liebe Grüße Susanne


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