Manchmal finde ich Zitate im Netz, die mir nicht gefallen, die mich wohl aber zum Nachdenken anregen und somit dann doch wieder mein Gefallen finden.
Über das Zitat „Mit der Zeit erkennt man, dass für einen kreativen Menschen die Ausdrucksmöglichkeiten in der Aquarellmalerei begrenzt sind und man sucht nach einer anderen Lösung.“ von Gudrun Röhm habe ich deshalb auch längere Zeit nachgedacht ….
Die Aquarellmalerei ist austauschbar… wir können hier auch Zeichnung, Ölmalerei etc einsetzen. Ich gebe da Frank Koebsch recht, der bei der Diskussion dieses Zitats auf seinem Blog schrieb, es liegt nicht an der Aquarellmalerei (Zeichnung) an sich, sondern an dieser Sehnsucht nach etwas Neuem.
Ich meine, es ist manchmal schwer, sich auszudrücken und sein Inneres für den Betrachter deutlich zu machen … da fehlen dem Autor die Worte und dem Zeichner die Linien….
Bei Babys oder kleinen Kindern sieht man dieses Gefühl, wenn sie ihre Ärmchen ganz schnell hin und her bewegen, dann können sie etwas nicht verarbeiten, nicht wiedergeben. Dieses Gefühl habe ich dann auch manchmal – es ist glaube ich eine Übersprungshandlung.
Ich kann dieses, was dann in mir ist aber nicht mit einem neuen Medium ausdrücken — dann verdränge ich es ja bloss, in dem ich das Neue lernen muss und wenn ich es gelernt habe, stelle ich fest, ich bin an derselben Stelle, wie ich schon einmal mit meinem „alten“ Medium war.
So habe ich durch Erfahrung gelernt meinen innere Sehnsucht nach Neuem in meinem Medium auszuleben. So sehe ich selber auch das Vorwärtskommen …..
So weis ich jetzt, dass es an der Zeit ist, die Arbeit für die nächste Rolle – das nächste Objekt zu beginnen.
Das Thema hat sich schon gefestigt, es wird ein Engel – Objekt werden. Die Darstellung der Geschichte des Buches Henochs.
Ich habe mich immer wieder mit dem Buch Henoch beschäftigt. Der curach-bhan Verlag hat zu meinen Sommerausstellungen in den Galerien Petra Lange, Berlin, Angelika Blaeser, Düsseldorf und Treffpunkt Kunst, Heidelberg einen Katalog meiner Zeichnungen mit dem Thema Engel herausgebracht.
Der Katalog kann hier bestellt werden..
Um eine kontinuierliche Zeichnung auf eine Rolle von der Größe 1000 x 40 cm zu setzen brauche ich so ca. ein halbes Jahr. Deshalb ist es wichtig, mir vorher Gedanken um die Farbe und das Thema und um „quer“ oder „längs“ zu machen.
Mein letztes Rollen-Objekt ist vom Papier längs in der Farbe Lotusgrün und mit dem Leben thematisiert. Es ist ab den 5. Juli in der Galerie Angelika Blaeser, Düsseldorf, Bastionstr. 10 zu sehen.
Heute habe ich quer in verschiedenen Rottönen das Paradies zu zeichnen begonnen. Ich beginne damit umgekehrt von rechts nach links … warum? Es hat sich so ergeben.
