Es ziemt der Vorsicht – Zeichnung von Susanne Haun

Ich bleibe heute in der Sagenwelt der Iren und bei den Knabenthaten des irischen Nationalhelden Cuchulinns.

Er fordert drei Königssohne der Mac Nechta zum Kampf heraus und das obwohl seine Wagenlenker Ibar warnt:

„Es ziemt dir Vorsicht für uns jenem gegenüber, kleiner Knabe!“

Den ersten Königssohn Foill tötet er mit einem zweimal geschmolzenen eisernen Apfel, der dessen Kopf durchbohrt.

Königssohn Foill - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten
Königssohn Foill - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Den zweiten Königssohn Tuachall durchbohrt er mit einer giftgetränkten Lanze das Herz.

Den dritten Königssohn  Fandle schneidet er mit dem Schwert den Rumpf auf.

Allen dreien nimmt er den  Kopf, um sie als Tropfäen mit nach Hause zu nehmen.

Die Sage ist schon sehr blutdrünstig und da ich so blutdrünstig nicht zeichnen will, mußte ich schon etwas überlegen, wie ich das gelesenen nun darstellen möchte. Ich arbeite mit  der Übersetzung von Ernst Windisch. Windisch war unter anderem auch  Indogermanist (erforscht mit historisch-vergleichenden Methoden Ursprung und Entwicklung der indoeuropäischen Sprachen).

Windisch hat die  „Knabenthaten des Cuchulains“  aus einem Manusskript des 12.Jahrhunderts übersetzt. Es gilt als ältestes erhaltenens Manusskript der irischen Sage, obwohl 1104 ein Mönch die bis dahin mündlich überlieferte Sage schon aufgeschrieben haben soll. Leider ist der Mönch von einem Wikinger erschlagen worden. Brutale Zeiten waren das früher und deshalb sind natürlich auch die Sagen brutal.

Königssohn Tuachall - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten
Königssohn Tuachall - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

2 comments

  1. Huh….das hört sich in der Tat sehr gruselig an, liebe Susanne. Mir gefällt, dass du diese drei Herren nicht im „Splatterhouse“-Stil gezeichnet hast, was ja naheliegend gewesen wäre. Durch die blutrote Tusche und den geisterhaften Gesichtsausdruck von Foill hast du den schaurigen Horror, der über der ganzen Geschichte schwebt, bestens hinbekommen.
    LG von Rosie

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