Ein Portrait von Henoch – Zeichnung von Susanne Haun

„Über alles möchte ich etwas erfahren…“ spricht Henoch im Kapitel die Reise nach Westen in den Aprkryphen.

Die 10 Meter meiner zweiten Rolle (siehe hier) reichen kaum aus, um das gelesene in Bildern zu verarbeiten. Wie stelle ich mir Henoch vor? Wie eine römische oder griechische lebendige Statue. Gut dass ich soviel Zeit in der Abgusssammlung (siehe meine Artikel dazu hier) verbringe. Dort gibt es Vorbilder über Vorbilder für meinen Henoch. Ich muss die Statuen nur aufwecken, denn Henoch ist in der Geschichte schliesslich ein Mensch aus Fleisch und Blut.

Die zweite Rolle hat nun einen Namen; „Die Rolle Henochs“.

Henoch und dieser Baum (c) Zeichnung von Susanne Haun
Henoch und dieser Baum (c) Zeichnung von Susanne Haun

Heute habe ich in zwei völlig gegensätzlichen Medien etwas über zeitgenössische Kunst gelesen. Beginnen wir heute mit der ersten Aussage, die mich besonders erstaunte.

Manfred Hönig schreibt in der neuen Palette, folgendes, dem ich vehement widersprechen möchte.
„Ideen dieser Art auszukochen, scheint nicht so schwierig zu sein, das kann wirklich jeder.“
Er betitelt damit das Werk “2 Metal Balls + 2 Metal Rings (Set Down in the Groove)”, dass auf der Art Basel 2011 für $160,000 verkauft wurde. Das Kunstwerk besteht aus nichts mehr als die Wörter auf dem Boden geschrieben.

Wenn es jeder könnte, so hätte es schon jeder getan, es hat aber vorher noch keiner getan. Und für mich ist die Idee das wichtigste eines Kunstwerkes. Denn ohne Idee kann gar kein Kunstwerk entstehen.
Die Konzeptkunst wird auch Ideenkunst genannt.

Ich lasse es ersteinmal dabei und frage euch, meine lieben Leser, was sagt ihr denn dazu?

Ein Portrait von Henoch – Zeichnung von Susanne Haun

2 comments

  1. Ich habe das Bild nicht gesehen, aber auch mir erschliesst sich nicht, worin die einzigartige Idee von “2 Metal Balls + 2 Metal Rings (Set Down in the Groove)” liegt. Die Ausführung, also Worte auf den Boden zu schreiben, ist wahrhaftig nichts Neues. Das ist sogar schon von Pythagoras überliefert, und auch ich habe zuzeiten Parolen auf Strassen geschrieben. Betrachtet man nun die Wahl der Worte, so scheint mir die Aussage „2 Metallkugeln und 2 Metallringe in eine Fuge gelegt“ als sehr beliebig. Es sind einfach nur Worte, wie es sie ja zuhauf gibt. Günstigenfalls lassen sie noch ein Bild entstehen, das allerdings sehr langweilig ist. Ich sehe alleine in der Auswahl dieser Worte noch keine grossartige Leistung.
    Interessanter wäre z.B. „Die Erde ist dreieckig“. Oder, fällt mir gerade ein: „Die elegante Krümmung des Raums“. Da würde die bildliche Vorstellung bei jedem Versuch an seine Grenzen stossen, egal in welche Richtung sich die Bilder aufbauen. Dagegen zwei Kugeln und zwei Ringe in einer Rille – naja.
    Deine Behauptung „Wenn es jeder könnte, so hätte es schon jeder getan, es hat aber vorher noch keiner getan.“ mag vielleicht für genau den Titel „2 Metal Balls + 2 Metal Rings (Set Down in the Groove)“ gelten, aber für die Idee, Worte auf den Boden zu schreiben, gilt es nicht. Generell stimmt deine logische Schlussfolgerung nicht, denn jeder könnte sich z.B. aus einer Stradivari einen Zahnstocher schnitzen, deswegen hat es aber nicht schon jeder getan.
    Wenn für das Werk $160.000 bezahlt wurden, muss es allerdings mindestens eine Person geben, die nicht meiner Meinung ist.

    1. Danke für deine ausfühliche Antwort, Reinhard.
      Bei dem Kunstwerk hat man die Idee, nicht den Text gekauft. Die Idee, diese Skulptur realisieren zu dürfen. Niemand darf diese Skulptur mehr bauen oder die Worte als Kunstwerk benutzen außer den Käufern.
      Ich habe mich da vielleicht etwas doof ausgedrückt. Hier der Link zu einem Artikel http://www.thedailybeast.com/newsweek/2011/06/26/collectors-who-spend-thousands-on-artist-s-ideas.html über das Werk.

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