Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 66 – Bücher der Weisheit

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 23. November 2014

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben
unter dem Himmel hat seine Stunde:

geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit.
(…)
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit.
behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit.
(…)

Das Buch Kohelet (Koh 3, 1-11)

Am Anfang des Jahres schenkte mir Doreen vom Blog herocra ein kleines Büchlein mit Fotos zum Buch Kohelet. Danke, Doreen.

Das Vergehen der Zeit - Ausschnitt Anemone - Entstehung Zeichnung (c) Susanne Haun

Das Vergehen der Zeit – Ausschnitt Anemone – Entstehung Zeichnung (c) Susanne Haun

19 Antworten

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  1. Martina Ramsauer said, on 23. November 2014 at 17:20

    Liebe Susanne, lieben Dank für deine Zeichnung und Worte zum Vergehen der Zeit. Das Bloggen hat wahrscheinlich auch seine Zeit?

    • dunkelpoet said, on 23. November 2014 at 19:08

      Wenn man beim Anblick von Kunst nicht seine eigene Seele sähe, seine Ängste und Hoffnungen, wäre Kunst umsonst. So denke ich, Sven 🙂

      • Susanne Haun said, on 23. November 2014 at 21:32

        Ja, Sven, Kunst soll aufzeigen, erschrecken und auch einen wohligen Eindruck und vieles mehr hinterlassen, möglichst allea auf einmal. Sie soll nachdenklich machen, inspirieren …..

      • Martina Ramsauer said, on 23. November 2014 at 21:33

        Sehr schön gesagt! Danke:)

    • Susanne Haun said, on 23. November 2014 at 21:31

      Ja, das Bloggen hat auch seine Zeit, Martina, viele Sekunden, Minuten und Stunden. Aber ich geniesse diese Zeit…

  2. dunkelpoet said, on 23. November 2014 at 19:16

    PS: Es gibt so viele Künster und so viele, die sich so nennen, dass ich sicher bin, dass sich wahre Kunst erst so nennen darf, wenn der Künstler gestorben ist und seine Werke überdauern. Bis dahin ist jede Kunst für mich ein Versuch, nicht mehr und nicht weniger.LG, Sven

    • Susanne Haun said, on 23. November 2014 at 21:36

      In dem Moment, wo der Schaffende seine Werke verkauft, ist es auch ein guter Zeitpunkt, ihn Künstler zu nennen. In dem Moment, wo er professionel als Künstler arbeitet und von seiner Kunst lebt. Ein unbekannter Künstler wird auch durch den Tod nicht bekannter. Wenn er es selber nicht geschafft hat, seine Arbeit bekannt zu machen, wer, Sven, soll es dann schaffen?
      Ach ja, und mit er meine ich auch sie……

  3. dunkelpoet said, on 24. November 2014 at 07:41

    Viele machen ihre Werke bekannt, verkaufen sie, aber post mortem verschwinden sie peu à peu aus dem Gedächtnis. Zu Poes Zeit etwa gab es viele Schriftsteller, die durchaus zu den Bestsellern der Zeit gehörten. Poe als Rezensent hat damals schon voraus gesehen, wer nur kurzfristig in Mode bleibt und wer langfristig überdauert. Die Namen kennt keiner mehr, denen Poe den Untergang ankündigte, aber die er für dauerhaft hielt, die stehen heute noch im jedem Bücherregal: Vorneweg Charles Dickens!

    Heute gibt es so viele Künstler, die Ausstellungen bestreiten und rege gehandelt werden. Mal sehen, wer morgen noch am Markt besteht oder in hundert Jahren .. Oder lieg ich wirklich so falsch mit meiner Meinung? Na gut: Ich bin lernfähig. Aber wenn alle überdauern, ist es dann noch Kunst? Kunst soll doch eine außerordentliche, eine einmalige Begabung benennen. Oder sind wir wirklich alle Künstler, wie es ein berühmter Mann einmal propagierte? Dann hol ich meinen Pinsel raus .. 😉 (Sry, mein Humor 😉 )

    • Susanne Haun said, on 24. November 2014 at 10:19

      Huhu, guten Morgen Sven,
      da Deutschland (Europa zum Teil) ein so reiches Land ist, gibt es gerade hier extrem viel Kunst. Die Menschen haben einen hohen Lebensstanddard und viel Freizeit. Selbst die Ärmsten sind noch reich im Verhältnis zu vielen Teilen der Welt.
      Schade, dass wir nicht mehr erleben werden, wer in Hundert Jahren noch als Künstler bekannt ist. Ist es bei der Menge an Künstler ein Zufall, wessen Bilder in der Erinnerung und an den Wänden bleiben? Ich weiß es nicht.
      Ausstellung ist natürlich auch nicht gleich Ausstellung und Käufer ist nicht gleich Käufer, wenn es um Dinge wie „bestehen“ geht. Wird ein Künstler von einem großen Sammler gekauft, ist seine Chance, auch in Hundert Jahren noch gekannt zu werden ungleich größer als wenn „Gretchen Müller“ ein Bild kauft. Das soll nicht abwertend gegenüber Gretchen Müller sein 🙂 🙂 ich finde es generell gut und erwähnenswert, wenn Originale gekauft werden. Es ist immer eine Unterstützung des Künstlers.
      Ist es für den Künstler wichtig, ob er in 100 Jahren noch an der Wand hängt?
      Ist nicht die Auseinandersetzung zu Lebzeiten viel wichtiger? Wann wird die Kunst Geschichte?
      Beuys wird meistens aus dem Kontext zitiert – er hat viel mehr als diesen einen Satz geschrieben 🙂
      Ich muß gleich los in die Vorlesung, einen schönen Tag, von Susanne

      • dunkelpoet said, on 24. November 2014 at 10:58

        Schönen Tag dir liebe Susanne. Meine Kunst ist es übrigens, immer ein wenig zu Provozieren und so weiß man nie, wenn ich mit ernstem Gesicht rede, ob ich es ernst meine oder ob der Schalk wieder aus mir spricht. Aber solange meine Beißerchen zum Denken und Vordenken und Nachdenken anregen und keine Schüsse fallen, erfüllen sie ihren Sinn 🙂 LG der Sveni 🙂

        • Susanne Haun said, on 24. November 2014 at 12:06

          Jetzt bin ich aber enttäuscht, Sveni 🙂 … nun habe ich dir so viele Fragen zur Diskussion gestellt und du gehst auf keine einzige ein…..

          • dunkelpoet said, on 24. November 2014 at 14:38

            Ich hab dir sehr wohl eine Antwort gegeben und zwar indirekt: Es ist wichtiger, die Fragen zu provozieren, als Antworten zu geben, denn deine Fragen sind Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss, liebe Susanne. Ob es dir wichtig ist, ob deine Bilder etwa noch in húndert Jahren an den Wänden hängen, diese Frage kann ich dir nicht abnehmen. Das musst du selbst entscheiden.

            Und so dachte ich, dass deine Fragen eigentlich keine wirklichen Fragen sind, weil sie die Antwort schon in sich selbst suggerieren. Wir Germanisten nennen das ‚Suggestivfragen‘. Ich kann dir keine Antworten geben, weil jeder die Welt für sich selbst klären muss. Und außerdem bin ich ein Kunstbanause: Ich stand im Louvre vor der verglasten Mona Lisa und hab mir die Mädels um mich angesehen: Die fand ich schöner. Mehr Humor, Susanne — und nicht immer so bärbeißig. Die Welt ist ein Irrenhaus und das Leben ist der Wahnsinn. Lachenm, Susanne, lachen. Über sich selbst und andere. Schau deine Bilder an, liebe Susanne — und lache: Dann hast du ihren Sinn verstanden 😉

            • Susanne Haun said, on 24. November 2014 at 15:37

              Das Smiley stand für mein Lächeln (oder den Schalk), dass ich beim Schreiben des Kommentars bezugnehmend auf deinen Text, im Gesicht hatte.
              🙂 Sven, diese Fragen hast du nicht provoziert, denn wenn ich mir diese Fragen nicht seit 20 Jahren immer wieder und wieder stellen würde, dann wäre ich keine Künstlerin. Und wieder ein 🙂 Lächeln! Die Auseinandersetzung mit diesen und ähnlichen Fragen ist einer der Gründe, weswegen ich meinen Blog schreibe. So bleiben mir Antworten, die auch zeitlich verortet sind, erhalten.
              Gestellte Fragen sollten in der Regel eine Diskussion entflammen – so ist es bei den Kunstgeschichtlern, Geschichtlern und Philosophen.
              Es ging nicht um meine Bilder an der Wand, Sven, es ging um die Kunst an den Wänden — du kannst es auch auf die Gedichte in den Büchern, die in hundert Jahren aufgelegt werden, beziehen.
              Wir müssen noch definieren, was Suggestivfragen sind. Ich würde „Bin ich dumm?“ als sugesstivfrage betrachten. Aber die Fragen u.a. wie „Wann wird Kunst zur Geschichte?“ meine ich ernst und nicht suggestiv.
              Ist aber nicht schlimm, Sven, habe einen fröhlichen Tag. Ich gehe jetzt in die Bücherei und lese von der romanischen Kunst in Wolfenbüttel. Freu!
              LG von Susanne

              • dunkelpoet said, on 25. November 2014 at 07:31

                Ja, deshalb wundert es mich ja, dass sich keiner beteiligt von den vielen Besuchern hier. Wenn ich mir etwa die Frage ansehe: „Wann wird Kunst zur Geschichte?“ Dann frag ich mich erstmal, was überhaupt „Geschichte“ meint. Ist es das, was Menschen in die Chroniken schreiben oder doch eher das, was sich selbst ständig einschreibt ins ewige Buch des Lebens und im ewigen Buch des Lebens ist das Kleinste so wichtig wie das Größte, denn alles was passiert, ist nicht mehr auszuradieren, auch wenn keiner das Buch später je lesen wird.

                Eine andere interessante Frage wäre: „Wo beginnt Kunst?“ Gibt es eigentlich die Vollendung, gibt es ein perfektes Kunstwerk oder sind wir alle nur auf dem Weg dorthin, ständig lernend, ständig uns vervollkommnend, immer uns nur ännähernd einem unerreichbaren Ziel?

                Ich habe Fragen gestellt, du hast Fragen gestellt, aber es gibt keine allgemeingültigen Antworten, weil jeder Mensch seine eigene Wahrheit in seiner eigenen Wirklichkiet lebt. Klar, kluge Menschen wissen auf alles eine Antwort, aber ich will gar nicht auf alles eine Antwort wissen, weil ich das Geheimnis, daa Mystische, das Unerklärbare und Mehrdeutige mag.

                Wenn alle Fragen geklärt wären, wäre die Welt des Zaubers enthoben. Ein Gedicht etwa hat viel mit Magie zu tun. Du kannst es analytisch zerlegen, aber du kannst nicht erklären, was sein Geheimnis ist. Und da kommen wir zur Seele. Kunst ist beseelt und die Seele ist nicht zu erklären.

                So muss es jedem Kunstschaffenden egal sein, wie er wirkt und wie seine Wirkung sich entfalten wird. Seine Befriedigung liegt im Schaffen, der Erfolg ist zweitrangig. Der Künstler will in erster Linie schaffen. Dafür darbt und hungert er. Zum Berühmtwerden hat er keine Zeit. Wird er es trotzdem, ist es eine schöne Bestätigung für ihn, aber eigentlich Nebensache. Denkt er an Berühmtheit oder Karriere oder in monetären Dimensionen, dann ist er ein Handwerker, ein Händler, ein Kaufmann, aber kein Künstler. ‚Künstler‘ sein, Schriftsteller, Bildhauer, Maler, das hat mehr mit einer inneren Einstellung zu tun: Es ist eine Lebensgrundhaltung.

                Hesse wollte entweder Schriftstller oder gar nichts werden. Künstlertum ist manchmal Opfer: Man zahlt mit dem Leben. Aber lieber ein Hungerkünstler, als es nie begonnen zu haben. Kafka etwa wäre heute unbekannt, denn er hat zu Lebzeiten wenig veröffentlicht und verfügt, dass seine Manuskripte post mortem verbrannt werden. Sein Freund Max Brod hat zu. Glück nicht auf den letzten Wunsch des Dichters gehört. Danke, Max!

                Schönen Tag dir und deinen Lieben 🙂

                • Susanne Haun said, on 25. November 2014 at 16:50

                  Danke für deinen ausführlichen Kommentar, Sven. Ich freue mich schon, ihn in Ruhe zu beantworten. Zur Zeit bin ich noch unterwegs, so dass die Antwort noch warten muss. LG Susanne

                • Susanne Haun said, on 25. November 2014 at 20:33

                  Viele Besucher lesen mit aber schreiben selten. Deshalb freue ich mich immer über Kommentare.
                  Ja, die Frage nach der Geschichte habe ich ja auch am Wickel. Wir haben Montag im Geschichtsseminar Theorie und Methode ausführlich darüber diskutiert. Aber natürlich sind wir zu keinem Ergebnis gekommen. Jedes Jahrhundert hat seine Geschichtswissenschaft und wir können immer wieder alles neu und zeitgemäß betrachten. Was immer zeitgemäß auch ist! Das kleine ist ja auch oft ganz groß! Es kommt ja auch immer darauf an, ob man Sozialgeschichte, Philosophiegeschichte etc. betrachtet. Und jeden Geschichtswissenschaftler interessiert auch wieder etwas anderes…
                  Ich denke, das perfekte Kunstwerk gibt es nicht. Vielleicht das inspirierenste? Oder geheimnisvollste, wie die Mona Lisa zum Beispiel, die du erwähntest und die dein Herz so gar nicht zum klingen brachte. Ich mag die Geschichte, dass sie Da Vinci als Visitenkarte diente, er sie überall mit hinnahm und so seine Kunst Auftraggebern zeigen konnte. … Das ist natürlich pure Spekulation!
                  Die Frage, wo Kunst beginnt, mag ich … ich denke noch ein wenig darüber nach ! 🙂
                  Die eigene Wahrheit … ach wie schön, über die Wahrheit zu reden. Nichts als die Warheit 🙂 ! Die tatsächliche Wahrheit 🙂 … Was ist das bloß, die Wahrheit? Ist es philosophisch?
                  Es ist sehr wichtig, dass der Kunstschaffende aus seinem Inneren schöpft und nicht für ein Publikum. Ich sehe die Kunst nicht als Opfer, obwohl man als Künstler nicht unbedingt Reichtümer erwirtschaftet. Ich sehe sie als großes Glück. Und ja, es ist eine Lebensgrundhaltung, denn ich komme mit viel weniger aus, als viele für möglich halten. Für mich ist der Luxus nicht im Konsum sondern in der Kunst machen.
                  Es ist eine Frage des Standpunktes. Ich kenne den Spruch: „Ein Leben für die Kunst!“ ich mag aber lieber den Spruch „Die Kunst ist eine eifersüchtige Geliebte.“
                  Soweit erst einmal bis dahin …. nun ruft mich die Kunst 🙂
                  Ich möchte noch schnell etwas zu Ende zeichnen.
                  Einen schönen Abend dir und deinen Lieben 🙂 von Susanne

  4. dunkelpoet said, on 26. November 2014 at 07:56

    Danke für deine grandiose Antwort, hab mich gefreut, dass wir grundsätzlich übereinstimmen.

    Dies sage ich euch zum Abschied: Höret auf den Vogel! Höret auf die Stimme, die aus euch selber kommt! Wenn sie schweigt, diese Stimme, so wisset, daß etwas schief steht, daß etwas nicht in Ordnung ist, daß ihr auf dem falschen Weg seid. Singt und spricht er aber, euer Vogel – oh, dann folget ihm in jede Lockung und noch in die fernste und kälteste Einsamkeit und in das dunkelste Schicksal hinein! (Zitat von Hermann Hesse)

    Du, liebe Susanne, hörst auf die Stimme deines inneren Vogels, du folgst ihm in Liebe. Das ist allein und für sich schon eine Kunst, wo alles gleichgeschaltet und vermasst ist. Aber was ich mit Opfer meinte, das ist diese Einsamkeit des Künstlers, dieses oft unverstanden sein, abseits der Gesellschaft: Man wird zum Heimatlosen, sitzt zwischen allen Stühlen:

    Vereinsamt

    Die Krähen schrei’n
    Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
    Bald wird es schnei’n –
    Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

    Nun stehst du starr,
    Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
    Was bist du, Narr,
    Vor Winters in die Welt – entflohn?

    Die Welt – ein Tor
    Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
    Wer Das verlor,
    Was du verlorst, macht nirgends Halt.

    Nun stehst du bleich,
    Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
    Dem Rauche gleich,
    Der stets nach kältern Himmeln sucht.

    Flieg‘, Vogel, schnarr‘
    Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
    Versteck‘ du Narr,
    Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

    Die Krähen schrei’n
    Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
    Bald wird es schnei’n –
    Weh dem, der keine Heimat hat!

    Friedrich Nietzsche

    Lieben Gruß und schönen Tag, Sven

    • Susanne Haun said, on 27. November 2014 at 09:28

      Ein schönes Gedicht von Nietzsche, Sven.

    • Susanne Haun said, on 27. November 2014 at 09:32

      Oh. So schnell wollte ich den Kommentar nicht wegsenden. …. ja. Der Künstler ist bisweilen sehr einsam. Daraus schöpft er auch Kunst! Liebe Grüße von Susanne


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