Susanne Haun

Abhängen und Resümee zu Kosten und Zeit meiner Ausstellung in Roddahn – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Roddahn, Zeichnung by Susanne Haun on 17. November 2015

„Es war einfach großartig… Ich habe viele Interpretationen und Assoziationen mit Nina und Eva ausgetauscht, aber die Freude an Licht und Linie , die Deine künstlerischen Ideen auslösen, ist das Beste. „
schrieb Xenia Cossmann, nach dem Besuch meiner Ausstellung in Roddahn.

Gestern habe wir die Ausstellung in Roddahn wieder abgebaut. Schnell war die Ausstellungszeit herum. Das Abhängen ging viel schneller von statte als das Hängen – das ist immer so.

Ich muß die Knallfolie sortieren und schauen, ob ich genug bei habe (c) Foto von Susanne Haun

Ich muß die Knallfolie sortieren und schauen, ob ich genug bei habe (c) Foto von Susanne Haun

Ich habe bei dieser Ausstellung Kosten und Zeit analysiert, die nichts mit dem eigentlichen Produktionsprozeß der Werke zu tun haben und in der Kategorie „Was bei der Ausstellungsplanung alles zu beachten ist“ (siehe hier) aktuell berichtet.

Bei dieser Kostenanalyse FEHLEN die Gemeinkosten, wie Ateliermiete, Bürobedarf, Telefonkosten, Internetkosten usw. und die Materialkosten für die Werke und die Anzahl der Stunden, die ich an den Werken gearbeitet habe.

Viele Arbeiten, die ich bei anderen Ausstellungen selbst erledigen musste, hat meine Kuratorin Nina übernommen.

Egal, wie groß die Ausstellung ist, wie subjektiv gut oder schlecht die Lokalität ist, ich erledige immer die in der Liste aufgeführten Tätigkeiten.

Ich habe für die Ausstellung (ohne Produktion der Werke) 140,5 Stunden Arbeitszeit benötigt und bin mit knapp 1.600 Euro in Vorkasse gegangen!

Am Ende des Berichts habe ich meine Exceltabelle zur Kostenanalyse einkopiert. Habe ich Kosten vergessen? Wie plant ihr eure Ausstellungen.

 Das Abhängen des großen Bildes ist nicht einfach (c) Foto von Susanne Haun

Das Abhängen des großen Bildes ist nicht einfach (c) Foto von Susanne Haun

Bei einer Ausstellung geht der Künstler zum grössten Teil in Vorkasse.

Um eine Ausstellung mit Gewinn zu bestreiten, müssen also mindestens Bilder im Wert der doppelten Summe der Ausgaben verkauft werden.

Bei Ausstellungen bekommen der Musiker, der Redner, die Kellnerin etc. Honorare, nur der Künstler, der bekommt in den seltesten Fällen ein Ausstellungshonorar. Selbst in den staatlichen Galerien und Ausstellungsräumen wird kein Ausstellungshonorar gezahlt. Wird hier nicht massiv der Mindestlohn übergangen?

 

Hier die Liste der Tätigkeiten, Zeit und Kosten, die ich für die Ausstellung ausgeführt, ausgegeben habe:

Aktion Datum Stunden Kosten
Gedanken zum Titel 6. Juni 2015 2,0
Terminabsprache für Ausstellung 20. Juni 2015 2,0
Erstellen der Einladungskarte 21. Juni 2015 5,0
Ortsbesichtigung / Bahnticket 26. Juni 2015 5,0 19,60 €
Erstes Gespräch Bewirtung 29. Juni 2015 1,0 12,00 €
Kommunikation mit Kuratorin / Mail / Sockel 29. Juni 2015 0,5
Kommunikation mit Kuratorin / Mail / Einladungskarte 30. Juni 2015 0,5
Gedanken zum Konzept 7. Juli 2015 8,0
Bestellung der Postkarte (100 Stück) / Druckkosten 10. Juli 2015 1,0 43,41 €
Kommunikation mit Kuratorin / Material Sockel 12. Juli 2015 0,5
Kommunikation mit Kuratorin / Einladungskarten 22. Juli 2015 0,5
Homepage / Blog Aktualisierung Termine 27. Juli 2015 0,5
Versendung Einladungskarten zu Karatorin / Versandkosten 29. Juli 2015 1,0 3,89 €
Veranstaltung online eintragen yenyoo 4. August 2015 0,5
Veranstaltung online eintragen openeventnetwork 11. August 2015 0,5
Veranstaltung online eintragen Facebook 25. August 2015 0,5
Sockelgrößen überlegt und aufgeschrieben 23. September 2015 0,5
Mail an Kuratorin mit Terminabsprache 24. September 2015 0,5
Portfolio erweitert (Zitate über mich) 24. September 2015 2,5
Portfolio erweitert Künstlerbücher aufgenommen 25. September 2015 1,5
Adressen für Einladungen per Post heraussuchen, auf Umschläge drucken und Einladungen eintüten 26. September 2015 3,0
Telefonat mit Karatorin 27. September 2015 0,5
Nachtrag Adressen drucken und eintüten 28. September 2015 0,5
Formulare ausfüllen für Infopost 29. September 2015 0,5
Infopost zur Post bringen / Versandkosten 30. September 2015 1,0 42,62 €
Berechnen der Maße und Materialien für Sockel (M.F.) 30. September 2015 0,5
Bestellen des zugeschnittenen Holzes im Bauhaus (M.F und S.H) Stunden doppelt 30. September 2015 2,0
Abholen des Holzes für die Sockel im Bauhaus (M.F und S.H) Stunden doppelt 1. Oktober 2015 2,0 28,90 €
Selektieren des email Verteilers für die Einladungsmail 2. Oktober 2015 1,0
Kuratorin Nina Alice Schuchard im Atelier zur Auswahl der Arbeiten für Ausstellung 2. Oktober 2015 3,5
Zurückgekommene Briefe neu frankiert und auf den Weg geschickt / Versandkosten 3. Oktober 2015 0,5 6,20 €
2 Sockel mit M.F. gebaut 3. Oktober 2015 3,0
Sockel S.H. 3. Oktober 2015 2,0
Einladungen per Mail senden 4. Oktober 2015 2,0
Streichen der Sockel (Farbe – Rolle) 5. Oktober 2015 1,0 44,84 €
3. Sockel begonnen M.F. 6. Oktober 2015 1,0
Bilder einrahmen 6. Oktober 2015 1,0
2 Rahmen 70 x 90 89,90 €
1 Rahmen 60 x 80 38,45 €
16 Rahmen 40 x 50 370,08 €
1 Rahmen 25 x 60 13,78 €
12 Rahmen 30 x 40 196,68 €
14 Rahmen 40 x 40 cm 252,70 €
3 Rahmen 20 x 20 cm 20,07 €
3 Rahmen 30 x 30 cm 46,86 €
Neues Holz für Sockel kaufen (M.F.) – bestellen und abholen 6. Oktober 2015 2,0 80,00 €
Feststellen, welche Rahmen fehlen und bestellen 7. Oktober 2015 2,0 147,95 €
Rahmen 8. Oktober 2015 0,5
Sockel bauen, Micha 8. Oktober 2015 3,0
Sockel Schraubenlöcher zuspachteln und schleifen 9. Oktober 2015 1,0
Sockel streichen 9. Oktober 2015 2,0
Sockel streichen 10. Oktober 2015 1,0
Kaufen von 20 Haken bei boesner 10. Oktober 2015 0,5 16,18 €
Rahmen 11. Oktober 2015 1,5
Preisliste schreiben 11. Oktober 2015 2,5
Einpacken der Arbeiten für Transport 12. Oktober 2015 3,0
Preisliste für Bücher 12. Oktober 2015 1,0
Veranstaltung in xing eintragen 13. Oktober 2015 0,5
Passepartouts kaufen (verschnitten) und neu Rahmen 12. Oktober 2015 0,5 9,19 €
Einladung über xing versenden 13. Oktober 2015 1,0
Werkzeug und Haken sortieren 13. Oktober 2015 1,0
Knallfolie kaufen gehen 15. Oktober 2015 1,0 40,00 €
Wein für Vernissage kaufen 15. Oktober 2015 0,5 28,20 €
Tanken für An- und Abfahrt Roddahn und Anfahrt Roddahn zur Vernissage 16. Oktober 2015 2,5 42,01 €
Hängen Roddahn 4 Personen a 7 Stunden 16. Oktober 2015 28,0
Aufstellen der Objekte und Präsentation, Vorbereitung Vernissage 4 Personen a 1 Stunde 17. Oktober 2015 4,0
Vernissage 17. Oktober 2015 3,0
Heimfahrt Roddahn 17. Oktober 2015 2,0
Koordination Ausstellungsbesucher 23. Oktober 2015 0,5
Roddahn Anfahrt und Abhängen 16. November 2015 15,0
Bilder auspacken, wieder verstauen etc. 17. November 2015 2,0
Summe 140,5 1.593,51 €

 

 

 

30 Antworten

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  1. Druckschrift said, on 17. November 2015 at 18:14

    Ich will es ja gar nicht sooo genau wissen, aber ich hoffe doch, dass die Ausstelluhg für Dich auch den gewünschten finanziellen Gewinn gebracht hat.

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 08:21

      Ja, Ingrid, so genau wollte ich es auch nicht wissen aber es hat mich einfach einmal gereizt, es ganz genau zu wissen…..
      Es hilft bei meiner Jahresplanung für 2016 und 2017.
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

  2. kormoranflug said, on 17. November 2015 at 18:21

    Die Langzeitwirkung und mögliche Ausstellungsketten sind schlecht zu berechnen. Gut wenn die Künstlerin einen Mäzen oder einen Sammler hat.

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 08:24

      Das sehe ich auch so, Tom und für mich ist es eine Bereicherung!
      Meine Arbeit in einem Ausstellungskontext im Zusammenhang zu sehen ist etwas anderes als sie einzeln an meiner Wand oder im Netz zu sehen. Ich habe mir sogar vorgenommen, mein Galeriezimmer besser mit meinen Werken zu komponieren.
      Ein Sammler oder Mäzen reicht da leider nicht, besser du hast mehrere…. 🙂

  3. Vera Komnig said, on 17. November 2015 at 19:28

    Hoffentlich hat es dir auch den gewünschten doppelten Gewinn gebracht!

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 08:25

      Das kann ich noch nicht überblicken, Vera, Kunst wird nicht von einem Tag zum anderen gekauft, sie will beim Betrachter (Käufer) wirken und irgendwann dann, dann kommen die Betrachter und leisten sie sich.

  4. emhaeu said, on 17. November 2015 at 20:04

    Meist addiert man die Kosten nicht so genau, wie du das gemacht hast, und macht sich dann Illusionen. gut, die rahmen kannst du sicher noch weiter verwenden, aber trotzdem ist der Aufwand an Zeit und Geld sehr hoch. – Es geht ja heute noch weiter: Da es so viele Leute gibt, die ausstellen wollen (und das nötige Kleingeld haben), lassen sich immer mehr Veranstalter dafür bezahlen, dass ein Künstler bei ihm ausstellen kann. sämtliche Nebenkosten gehen dann wie selbstverständlich auch auf Kosten des Künstlers … ist schon hart — liebe Grüße, Martin

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 16:18

      Ich muß ja so oder so Kassenbuch führen, Martin, das möchte ja das Finanzamt 🙂 🙂 🙂 und so dachte ich, es wäre mal ganz schön, Kostenstellen einzuführen und zu schauen, wofür ich meinen Gewinn wieder ausgebe. Und da war es auch ein leichtes, sich einmal über die Zeiten klar zu werden, die ich für bestimmte Dinge benötige. Ich war schon erschrocken, wie hoch die Zahlen sind. Damit hatte ich nicht gerechnet. Natürlich ist das Kaufmännisch gedacht, aber ich habe die Zahlen bei meiner Jahresplanungen 2016 / 2017 im Kopf.
      Ich bezahle grundsätzlich nichts für eine Ausstellung, denn auch die GaleristenIn müssen ihr Geld schon noch vom Sammler und nicht vom Künstler einnehmen. Ich weiß aber, dass es gerade bei den Freizeitkünstlern üblich ist.
      Einen schönen Abend wünscht Susanne

  5. gkazakou said, on 17. November 2015 at 20:47

    Bravo, Susanne! Es tut richtig gut, dass hier jemand die Kosten genau auflistet. Wie Martin sagt, kommen manchmal sogar Raummieten o.ä. hinzu, oder ein Kritiker, der einen Artikel schreibt, will dafür ein Bild. Die Galerie behält Bilder zurück und/oder bezahlt nicht. Ist mir alles schon passiert. Bei einer Ausstellung in Athen, wo ich für 6000 Euro verkaufte, habe ich keinen Cent gesehen. Vereinbart war die sowieso schon horrende 50:50 Teilung der Einnahmen. Die Galerie weigerte sich mir meinen Anteil zu geben, ich nahm einen Rechtsanwalt, dessen Brief landete im Papierkorb, ich hätte vor Gericht ziehen müssen und vielleicht nach fünf Jahren …Na, ich resignierte. Die Bilder sind natürlich auch weg. Bleibt die Bitterkeit („Sie können froh sein, bei uns ausgestellt zu haben“). – Kurzum: alle verdienen an der Kunst, nur der Künstler nicht (abgesehen von den paar unter-der-Hand-Verkäufen).

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 16:25

      Es freut mich, dass dir mein Artikel gefällt, Gerda. Ja, einige der Dinge, von denen du berichtest, habe ich auch schon erlebt.
      50:50 Teilung ist in Deutschland schon fast der Alltag im Geschäft mit den Galerien. Aber ich gebe einer guten Galerie gerne 50%, wenn sie auch ihre Arbeit als Galerie wahrnimmt und ich auch „nur“ mit meinen gerahmten Bildern in Vorkasse gehen muß. Natürlich möchte ich dann auch meine 50% Erlös erhalten – aber auch da hatte ich schon Streiterein. Seither schaue ich mir die Galerien auch viel genauer an. Ich belasse meine Arbeiten ein Jahr dort, sollte dann nichts verkauft werden, möchte ich meine Arbeiten zurück. Auch das funktioniert manchmal nur holprig. Meistens erhalte ich sie, wenn ich die Rechnung über alle Arbeiten der Galerie zusende.
      Wie Tom schon schrieb: am Besten ist, wenn du einen Sammler oder Mäzen besitzt!

  6. Ulli said, on 17. November 2015 at 23:06

    Das sieht bei der Schriftstellerei nicht sehr viel anders aus und auch nicht in der Musikbranche, alle verdienen, nur die Kunstschaffenden am allerwenigsten. Verdrehte Welt!
    Ich hoffe, dass es sich dennoch am Ende für dich gerechnet hat.
    Herzliche Grüsse
    Ulli

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 16:26

      Ich bin zufrieden, Ulli und wie Martin schon schrieb, die meisten Rahmen bleiben in meinem Besitz, allein die verkauften Bilder behalten ihren Rahmen, denn ich verkaufe die Zeichnungen immer inklusive Rahmen, damit meine Zeichnungen in ihrem neuen Zuhause auch sofort an die Wand gehängt werden können.
      Liebe Grüße von Susanne

  7. veitraum said, on 18. November 2015 at 10:32

    Ein immer wiederkehrender wunder Punkt, den man mit sich und dem Aussteller jedes Mal neu verhandeln muss. Ich denke das Thema Ausstellungshonorare wird von vielen Ausstellern gerne abgebügelt, da sie ja schon ihre Räume zu Verfügung stellen, das sollte doch reichen. Doch dem ist nicht so, wie Du schon schreibst, alle bekommen ihren Aufwand bezahlt, lediglich derjenige um dessen Arbeiten es geht, nicht. Bei Deiner Auflistung wird mir schummrig, doch so ist es nun mal und total wichtig es sich ab und zu vor Augen zu führen. Was auch keiner sehen möchte ist, dass die Arbeiten durch jedes Hantieren der Gefahr ausgesetzt werden einen Schaden nehmen können, der auch durch den Künstler zu tragen ist und und und ….
    Der irrigen Annahme, dass ein Künstler lediglich von Luft und Liebe zu seiner Kunst lebt muss ein Riegel vorgeschoben werden. Und dazu müssen wir auch selbst unseren Teil beitragen in den Gesprächen mit Sammlern und Ausstellern.
    So, nun aber wieder an das Bilderumsetzen wollen, denn das ist der eigentliche Antrieb.
    Dir trotz der rauen Luft einen sonnigen Tag
    Volker

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 16:32

      Ja, Volker, das habe ich nicht geschrieben, meine schönen weißen Rahmen sehen nach 3 bis 5 Ausstellungen aus als ob sie schon 100 Jahre alt sind. Da hilft auch die viele Knallfolie nicht, die ich um sie herum wickel. Die meisten Aussteller und Galerien sind dazu übergegangen, an der Kunstversicherung zu sparen. D.H. du unterschreibst oft auch mit dem Kommissionsvertrag, dass deine Werke unversichert gezeigt werden. Grausig!
      Ich werde gleich „entspannt“ eine blaue von Gerda inspirierte Blume zeichnen. Aber vorher werde ich noch mein Kassenbuch auf den neusten Stand bringen. Wie oft wünschte ich mir, ich könnte nur zeichnen und lesen und studieren. Meinst du, dass das die Künstler „früher“ konnten? Vielleicht Cezanne, in dessen Familie Geld war? Aber wenn ich an den verarmten Rembrandt denke, der genau wie viele von uns auch unterrichtete, so wird es in der einen oder anderen Art immer schon so gewesen sein!
      Auch dir einen schönen Tag von Susanne

      • veitraum said, on 19. November 2015 at 09:53

        Ich denke, dass Künstler zu allen Zeiten sehr auf die entsprechenden „Gönner“ angewiesen waren. Es gibt da natürlich Ausnahmen, doch das ist ein geringer Anteil, wie heute halt auch. Alles beim Alten. Ich glaube nicht an die Geschichten, die das Künstlerleben glorifizieren. Wir machen einfach nur das was wir für uns für richtig halten und das immer noch gerne.
        Bis demnächst, Volker

  8. Sabine Oetjen said, on 18. November 2015 at 10:39

    Liebe Susanne,
    ganz herzlichen Dank für so eine ausführliche Kostenrechnung. Mir hilft das sehr bei meiner noch jungen Ausstellungstätigkeit. Ich glaube meinen Vorschreibern und auch Dir gerne das es schwer für hauptberufliche Künstler ist Geld mit der Kunst zu verdienen. Wird hier nicht der Mindestlohn übergangen? Ja sicherlich aber voran mag das liegen? Vielleicht auch ein bischen an uns selber die wir uns mit solchen Machenschaften abfinden oder aufgeben? Ärgert sich jeder im stillen Kämmerlein oder demonstrieren wir für Bezahlung nach Mindestlohn? Warum tun wir nichts, schließen uns zusammen und zeigen Flagge?
    Interessante Fragen die ich wohl heute Abend auf dem Stammtisch stellen werde.
    Liebe Grüße und einen kreativen Tag wünscht Dir
    Bine

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 16:36

      Liebe Bine,
      wir professionellen Künstler machen das auf jeden Fall. Ich bin froh, im bbk (siehe hier) zu sein, von dem ich mich gut vertreten fühle. Natürlich muß auch dort Geschlossenheit demonstriert werden.
      Es gibt viele Freizeitkünstler, die ihr Geld nicht mit der Kunst verdienen sondern mit einem anderen Job. Sie haben einen anderen finanziellen Spielraum und nehmen oft Angebote an, die sich ein professioneller Künstler nicht leisten kann. Und solange es also Ausstellungen umsonst gibt, wird es schwer sein, Ausstellungshonorare durchzusetzen. Der Markt reguliert den Wert einer Leistung.
      Ich wünsche dir auch einen schönen Tag, lg Susanne

  9. Armin said, on 18. November 2015 at 15:15

    Sehr gut, diese Aufstellung, Susanne!

    Es liegt an den Künstlern, an dieser Situation langfristig was zu ändern! Nicht zu allem & zu jeder Bedingung in einem Ausstellungsvertrag Ja & Amen sagen. Einfach mal Ausstellungen absagen.

    Es ist auch nicht in Stein gemeißelt, dass ein Galerist 50 % bekommt. Für viele sind 30 % schon überzogen – was bedeutet eigentlich professionelle Galeriearbeit?

    Ich habe ja gelegentlich auch schon in meinem Blog Missstände angeprangert:

    http://arminrohr.blogspot.de/2015/04/so-oder-so-ahnlich-nachtrag.html

    http://arminrohr.blogspot.de/2012/11/crailsheim.html

    http://arminrohr.blogspot.de/2010/09/sehr-sehr-verargert.html

    http://arminrohr.blogspot.de/2008/04/verfluchter-wandel.html

    • Susanne Haun said, on 18. November 2015 at 16:39

      Danke für die vielen Links, Armin, wir sprachen ja schon öfter über dieses Thema!
      Ich sage inzwischen mehr Ausstellungen ab als das ich sie annehme.
      Ja, für 50% muß der Galerist auch gute Arbeit leisten! Darunter würde ich zum Beispiel verstehen, dass ich die gerahmten Arbeiten zur Verfügung stelle und alle anderen kaufmännischen und werbetechnischen Arbeiten müssen dann vom Galeristen geleistet werden. Das ist dann schon eine sehr gute Galerie!
      Grüße aus dem windigen Berlin von Susanne

  10. Anja said, on 19. November 2015 at 07:48

    Der letzte Absatz des Textes oben ist so nicht richtig. In den kommunalen Galerien Berlins wird ein Ausstellungshonorar gezahlt. Und auch sehr viele der oben genannten Aufgaben werden dort übernommen. In vielen Galerien gehört sogar ein (von der Galerie finanzierter) Katalog zu jeder Ausstellung.

    • Susanne Haun said, on 19. November 2015 at 08:00

      Danke für deinen Kommentar, Anja, ich habe wieder im Wedding, noch in Reinickendorf oder Lichtenberg (noch in der Galerie Arcus) oder in Steglitz ein Ausstellungshonorar erhalten! In welchem Berliner Bezirk werden Ausstellungshonorare in der Komunalen Galerie gezahlt?

      • Anja said, on 19. November 2015 at 08:34

        Das Ausstellungshonorar wird seit Mitte 2014 in fast allen Berliner Bezirken gezahlt. Von Steglitz-Zehlendorf weiß ich es ganz sicher. Dort erhält seit Februar 2014 jeder Künstler, der in der Kommunalen Galerie ausstellt, ein Ausstellungshonorar. Das wird auch sicherlich so bleiben, da für die kommenden Jahre extra vom Senat ein Fond aufgelegt wird, aus dem diese Mittel an alle Kommunalen Galerien gezahlt werden.
        http://www.kulturradio.de/nachrichten/2015/09/Renner-kuendigt-Ausstellungshonorare-an.html

        • Susanne Haun said, on 19. November 2015 at 08:45

          Danke für diese Information, Anja, das ist dann Mitte 2014 im Wedding noch nicht angekommen 🙂 . Da habe ich in der Galerie Wedding ausgestellt.
          Ich freue mich, dass ich dann in Zukunft ein Ausstellungshonorar erhalte, wenn ich in einer kommunalen Galerie ausstelle.
          Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

  11. Armin said, on 19. November 2015 at 08:43

    Danke für den Hinweis, das werde ich gleich mal teilen. Ich habe in der Vergangenheit mit vielen Institutionen in unserer Region über das Thema gesprochen – Ausstellungshonorare waren da bislang leider noch kein Thema.

    Mich würde ja mal interessieren, wie sich dieses Ausstellungshonorar errechnet.


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