Susanne Haun

Kalendervorstellung in Schmetterlingshorst – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Publikationen, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 29. August 2016

 

Gestern war die Ausstellungseröffnung PROträts – Susanna Cardelli und Utz Benkel.

Während der Vernissage wurden auch die Kalender Starke Frauen 2017 und Männer 2017 präsentiert.

 

Kalenderbeiteiligte 2017 (c) Foto von M.Fanke

Kalenderbeiteiligte 2017 (c) Foto von M.Fanke

 

Utz Rede zur Ausstellung hatte den Schalk im Nacken. Er erklärte, dass er seit 40 Jahren dasselbe Linolschnittmesser benutze und alle Werke, die zusehen seien, wären mit diesem Messer geschnitten. Das Messer hätte länger gehalten als seine Ehe! Nun sei es zerbrochen. Was das wohl bedeutet? Ich dachte gleich an meinen ersten Marderpinsel, den ich noch zu Schulzeiten mir zum Geburtstag wünschte und der immer noch in meinem Pinselglas steht. er dürfte um die 35 Jahre alt sein und hat meine beiden Ehen überdauert!

Gregor Gysi, der Schirmherr der Ausstellung,  ging in seiner Rede auf Utz frühere Tätigkeiten als Hausbesetzer, Anarchist und Gotteslästerer ein. Gegen Utz wurde im Freistaat Bayern der erste Gotteslästerungsprozeß nach dem Krieg ermittelt. Die Anklage und das Verfahren wurden wegen § 166 Gotteslästerung aufgrund seines Artikels „Gottseidank” im Stadtinfo geführt.

Mehr erfahren wir über den Tatbestand der Gotteslästerung in der Kolumne von  Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe  in der Zeit (siehe hier).

„Gott – jeglicher denkbare Gott – mag alles Mögliche benötigen, aber gewiss keinen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch, der seine „Lästerung“ verbietet.“ schreibt Fischer dort. ²

Es war insgesamt eine gelungene Veranstaltung, bei der alle trotz 34 Grad im Schatten viel Spaß an Kunst, Musik und Gesprächen hatten.

 

_________________
² Fischer, Thomas. In: Zeit, Ist Gotteslästerung ein notwendiger Straftatbestand? – Eine Kolumne von Thomas Fischer. Hamburg 2015.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/blasphemie-gotteslaesterung-straftatbestand-religion , 29.8.2016, 11:31 Uhr

6 Antworten

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  1. SätzeundSchätze said, on 29. August 2016 at 17:05

    Klasse … dein Bericht ist so lebhaft, wie der Termin sicher auch wahr. Ich wäre gerne dabei gewesen, zumal ich von Utz die Gotteslästerungs-Geschichte erst gehört habe – und übermorgen in Memmingen bin 🙂
    Und Dein Warhol macht sich wirklich gut im Kalender! Großes Kompliment!

  2. mohammed ben tsurf said, on 30. August 2016 at 17:48

    Mein Gott, hat dieser tolle Typ auch noch neuere Stories als die, wo er noch Haare hatte und Provokation so einfach war wie ein Loch in den Schnee zu pinkeln?
    “ Leute, was war ich für ein Anarchist! Hab` Bukowski gelesen und Rotwein getrunken!“

    • Susanne Haun said, on 31. August 2016 at 15:11

      Hallo Mohammed,
      jede Zeit hat ihre politischen Akteure. Damals war die Provokation anders als heute jedoch nicht minder polarisierend. Im laufe der Historie ändert sich die Gesellschaft und die jeweilige Vorstellung von Skandal.
      Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

      • mohammed ben tsurf said, on 5. September 2016 at 15:39

        Genau. Gelber Schnee von vorgestern.Bei jeder Selbstdarstellung prominent platziert. Gähn. Salaam

        • Susanne Haun said, on 7. September 2016 at 07:19

          Guten Morgen, Salaam, ja – die Selbstdastellung ist ein wichtiges Element als Künstler. Gruß Susanne


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