Susanne Haun

Almbachklamm und die Eiskapelle am Königssee – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berchtesgadener Land, Landschaft, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Juli 2017

 

Ein wenig muss ich in mich gehen, um mir die Stimmung der Berge wieder hervorzurufen. Es sind nun schon zwei Wochen seit der kurzen Stipvisite in den Bergen vergangen.

Die Almbachklamm in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land habe ich schon mehrfach besucht. Auf dem Folder der Klamm wird mit wildromantischen Augenblicken und Wasserfällen geworben. Das stimmt auf jeden Fall, jedoch teilt man diese Augenblicke mit Hunderten anderen. Erst, wenn man sich für den Rückweg für einen etwas anstrengenden Weg, parallel zur Klamm entscheidet, lichten sich die Massen und man ist alleine.

 

 

Schönau am Königssee ist für mich die scheußlichste Ortschaft im Berchtesgadener Land. Vom Parkplatz zum Königssee ein einziger bayrischer Jahrmarkt. Ein Ticket für die Tour nach St. Bartholomä ist trotz der Massen schnell zu kaufen. Die Elektroboote sind überfüllt und wir sitzen Knie an Knie, Schulter an Schulter und kämpfen um den besten Blick. An zeichnen ist gar nicht zu denken. Weiter als St. Bartholomä bin ich noch nie gefahren. Mich interessiert von dort die Wanderung in das Massiv des Watzmanns zur Eiskapelle. Hier findet ihr eine Beschreibung des Weges von St. Bartholomä zur Eiskapelle vom Naturpark. Je weiter wir vom Schiffsanleger entfernt sind, desto ruhiger wird es, hier trifft man die Wandertouristen, man grüßt sich und tauscht Erfahrungen aus. Mit richtigem Schuhwerk ist die Strecke gut zu laufen, selbst für mich.

 

 

Auf beiden Touren habe ich wenig gezeichnet, meine Kraft brauchte ich zum Laufen und Festhalten.

 

 

Ich sehe in den Bergen überall Brüche, Wege, Gefahr und Schönheit und mag besonders das Wechselspiel zwischen Schöneheit, Erhabenheit und Gefahr. Jürgen ist gerade mit seinem Wohnmobil im Berchtesgadener Land und Allgäu (siehe hier) und empfindet es als zu schön. Jürgen, vielleicht liegt das daran, dass ihr es aus dem Wohnmobilheraus betrachtet und wenig ins Land wandert? Ich bin wiedereinmal erstaunt, wie unterschiedlich daselbe Motiv gesehen wird.

 

19 Antworten

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  1. SätzeundSchätze said, on 14. Juli 2017 at 17:42

    Das bayerische Voralpenland ist schon überwältigend. Mir geht es aber ebenso wie Dir: Auch wenn mir beim Anblick der Wiesen, der Seen und der Berge erst einmal das Herz aufgeht, so spüre ich immer auch die Gefahr und die Macht die diese Natur hat. Bergunfälle, Lawinen, Hochwasser, Erdrutsche … das kennt man ja. Und: Auch wenn viele Orte für den Tourismus herausgeputzt sind, ist es halt doch so, dass das Leben – gerade in den kleineren Ortschaften – schon auch seine Härten hat. Das ist nix für Städter 🙂
    Tolle Bilder von der Klamm – ich war mal als Kind dort, vielleicht sollte ich doch mal wieder meine Wanderstiefel auspacken 🙂
    Liebe Grüße von Birgit

    • Susanne Haun said, on 15. Juli 2017 at 06:17

      Liebe Birgit,
      es lohnt sich auf jeden Fall, Wanderstiefel anzuziehen. Auch wenn es überall sehr voll ist. Ich hatte vor kurzem von Martin (rumgekritzel) einen Bericht über die Besichtigung des großen Patagonischen Gletschers gelesen und auch er hat von den Menschenmengen erzählt. Gibt es einen Ort auf der Welt, der vom Tourismus noch nicht entdeckt ist. Ich finde auch immer die Berichte vom Everest so schlimm – wie im Stau auf der Autobahn schleppen sich die Menschen zum Gipfel.
      Liebe Grüße von Susanne

  2. kkessler833 said, on 14. Juli 2017 at 18:04

    Great post!

  3. Pit said, on 14. Juli 2017 at 19:50

    Schade, dass so viele wunderbare Sehenswuerdigkeiten so ueberlaufen sind und so vermarktet werden. Danke fuer die schoenen Bilder, und hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

  4. juergenkuester said, on 14. Juli 2017 at 20:22

    Liebe Susanne!
    Es ist schon ein ungewöhnlicher Zufall, dass wir den gleichen Ort so kurz hintereinander besucht haben. Ich vermute, dass dies auch der Grund fuer Deinen Beitrag gewesen ist.
    Ein Ort und doch gehen wir offensichtlich unterschiedlich mit der Ästhetik des Ortes und der anschließenden Aufarbeitung um. Obwohl es auch nicht ungewöhnlich ist, da wir ja durch unterschiedliche Brillen schauen und unserer Art der Bearbeitung sich ja auch unterscheidet.
    ich werde in den nächsten Tagen zu diesem Thema noch einen Beitrag posten.
    Alles Gute, bis bald
    Juergen

    • Susanne Haun said, on 15. Juli 2017 at 06:22

      Lieber Jürgen,
      da freue ich mich sehr und bin gespannt darauf.
      Ich blocke ja meistens über unsere Urlaube, es wird auch noch ein Beitrag von der Halsalm und vielleicht auch von Salzburg folgen. Jedoch habe ich schon wieder Blogstau. Viele Arbeiten haben sich angehäuft, von denen ich noch nicht berichtet habe. So knapp wie dieses Jahr war ich auch noch nie an Zeit. Sehen wir uns eigentlich in Nettersheim? Seid ihr am 20. August zuhause?
      Liebe Grüße und eine schöne Restfahrt von Susanne

      • juergenkuester said, on 15. Juli 2017 at 09:47

        Zu Deiner Frage: ich bin zwar zuhause, aber wir fahren nach Gütersloh und an dem Montag fängt meine Rhizomwoche“ mit Barbara Schmitz-Becker an. Wir werden also wahrscheinlich nicht vorbeikommen koennen, Liebe Grüße

        • Susanne Haun said, on 15. Juli 2017 at 10:35

          Und wie sieht es mit einem Treffen in Köln aus? Wir werden uns Samstags wahrscheinlich in Köln aufenthalten und vielleicht Klausbernds Schwester treffen und Abends bei meiner Ex-Schwägerin Nr. 2 sein.
          Vielleicht schaffen wir es ja auch, uns nicht auf dem Domplatz beklauen zu lassen 😉
          Wie immer ist eine straffe Planung notwendig, um in wenigen Tagen möglichst viel zu unternehmen.

          • juergenkuester said, on 15. Juli 2017 at 13:29

            Auch das ist schwierig für mich, da ich Samstags erst aus der Schweiz auf der Buchalovs Tour von Sofasophia zurückkomme – so die Planung. Bei mir ist da alles sehr knapp getaktet.
            Es tut mir wirklich leid.
            Um uns zu treffen, muss eine andere Lösung her. Ich denke mal drüber nach. Liebe Grüße

            • Susanne Haun said, on 17. Juli 2017 at 05:59

              Macht nichts, Jürgen, irgendwann klappt es schon wieder! Viel Freude bei deinen Unternehmungen, Susanne

  5. 365dniwobiektywielg said, on 14. Juli 2017 at 20:33

    Finally you went out in nature

  6. kopfundgestalt said, on 15. Juli 2017 at 09:02

    Sehr sorgfältig aufbereitet.
    Das Steine-Blumenbild sehr wohltuend.
    Man kann Deine Zeichnungen auch losgelöst vom Gegenständlichen ansehen.

    • Susanne Haun said, on 15. Juli 2017 at 10:36

      Danke.
      Ja, das denke ich auch 🙂 jeder Betrachter kann sein eigenes Erlebnis in meinen Zeichnungen haben 🙂 🙂 🙂

  7. emhaeu said, on 15. Juli 2017 at 10:02

    Ach, und ich träume seit Jahren davon, mal zum Königssee zu fahren. Vielleicht sollte ich lieber von was anderem träumen, wenn ich mir das so durchlese, was Du schreibst. Aber auf den Bildern sieht es dann doch wieder toll aus …. schönes Wochenende! Martin

    • Susanne Haun said, on 15. Juli 2017 at 10:30

      Ich musste während der Bootsfahrt auf dem Königssee an deinen Bericht von Patagonien denken und habe mich gefragt, ob es auf dieser Welt noch einen Ort gibt, wo kein Tourist unterwegs ist? Euch auch ein schönes Wochenende, Susanne

  8. Sabine Waldmann-Brun said, on 15. Juli 2017 at 10:59

    Hattest Du nicht Lust, den bayerischen Rummel am Ort Deines Missfallens zum Bild zu machen? Boote, vollgeladen, übertrieben, auf die (Zeichen-)Spitze getrieben, ich finde, die Karikatur ist noch eine gute Wehr….

    • Susanne Haun said, on 15. Juli 2017 at 11:34

      Nein, Sabine, dazu hatte ich nicht ein bißchen Lust. Der bayrische Touristenrummel unterscheidet sich nicht vom Berliner Touristenrummel. Und Berlin habe ich fast jeden Tag.
      Auch in Rom, Barcelona, Lissabon, Marrakesch etc. sind immer dieselben Themen der Überfüllung zu beobachten.
      Ich bin wegen der Ruhe und den Bergen ins Berchtesgadener Land gefahren und die habe ich meistens nur wenige 100 Meter von den Attraktionen gefunden. Anscheinend sind die Menschen sehr faul (oder ängstlich) und bewegen sich wenig. 🙂
      Ich ignoriere den Trubel lieber …


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