Susanne Haun

Monte Nero – Nebenkrater des Etnas auf Sizilien – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2017

 

Sizilien rückt immer weiter in den Hintergrund meiner Gedanken.
Gut, dass ich Tagebuch geführt habe!

 

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, den 5.9.2017

Was wäre ein Besuch Siziliens ohne den Mongibello, den schönen Berg, zu besuchen? Bedingt durch die Lage unserer Ferienwohnung beginnen wir die Erkundung des Etnas von der Nordflanke her, auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Das Navi spuckt für die 98 km von Caronia bis nach Piano Provenzana 2 ½ Stunden Wegzeit aus, wir geben als Wegpunkte Randazzo und Linguaglossa an, da wir aber vorher schon an vielen interessanten Aussichten an der Straße angehalten haben, beschließen wir, auf die Altstadt und die beiden Dome in Randazzo zu verzichten und nur ein Panoramafoto am Straßenrand mitzunehmen.

 

 

 

Die Fahrt war ein Genuss und die Ziegen, die die Straße vor uns überquerten, waren bestimmt extra für mich des Weges gekreuzt.

Piano Provenzana ist der Skiort Siziliens. 2002 wurde die Talstation vollständig unter den Lavamassen begraben. Wir haben auf unserer Wanderung einige Zeugen der Zerstörung gefunden. Inzwischen sind im Winter wieder Skilifte in Betrieb. Im Sommer sieht es Am Piano Provenzana wie in den Skiorten der Alpen im Sommer aus: Skurril stehen die Skilifte still, es herrscht eine Stille im Ort, wo im Winter die Skibars für Musik sorgen. 3 Euro kostet es, hier zu parken. Der Parkwächter kommt mit einem Mofa das weitläufige Parkgelände hochgefahren und kassiert gewissenhaft. Es ist schon 15 Uhr und zu spät für große Touren – dafür haben wir einfach zu sehr auf dem Weg getrödelt, wir sind um 10 Uhr losgefahren und ehrlich gesagt, ich wusste nicht, wo die Zeit geblieben war. Bei jedem kleinen Lavastrom haben wir angehalten, Fotos gemacht, gezeichnet und die Landschaft in uns aufgenommen und uns nur einen Espresso zwischendurch gegönnt. Nicht nur die Zeit auch das Wetter spielte für eine längere Wanderung nicht mit, es hatte sich am Etna zugezogen, statt der 28 Grad in Caronia hatten wir eine Temperatur von 16 Grad. Ein Glück war ich schon mit meiner langen Wanderhose losgegangen. Gut informiert wussten wir, dass hier eine gute Wanderausrüstung benötigt wird. Wir hatten Jacken, Tücher und Trekkingstöcke dabei und brachten alles für den kleinen Weg zum Monte Nero. Die Wanderung geht eigentlich weiter zur Grotta del Gelo, in der ein kleiner Gletscher liegen soll. Uns reichte der kleine Einblick in die Kraterlandschaft, mir kamen beim Spazieren Gedanken an die Höllenkreise aus Dantes göttlicher Komödie, an Lucifer und auch an die Brutstätte der Orks aus dem Herrn der Ringe. Besonders interessant fand ich, wie die Pflanzen aus der Lava wachsen, rosa und gelbe Blumen und Etna-Tragant (dornige Polsterpflanze) scheinen aus dem Stein hervorzugehen. Nach hawaiianischer Art bezeichnet man die Lava als Aa-Lava, sie ist blockartig zerbrochen und sollte sich jemand wagen, barfuß auf der Lava zu laufen, ist die lautmalerische Bedeutung des Lavatypus sofort verständlich. Wir verzichten darauf, Barfuß über das Lavafeld zu schlendern, ich bin froh über unsere festen Wanderschuhe. Es bieten sich viele Einblicke in Lava Abbrüche, das Highlight ist der Blick in einen erloschenen Krater.

Nach diesem kurzen Ausflug setzen wir uns wieder ins Auto, es stand in der Zwischenzeit alleine auf den Parkplatz und begannen den sich zähgestaltenden Rückweg. Nach den vielen Eindrücken wollen wir eigentlich nur schnell in unsere Ferienwohnung jedoch zieht sich die Rückfahrt, auf der wir über Cesare fahren, in die Länge. Eigentlich wollten wir noch einen Cappuccino, Cesare hätte sich dafür angeboten, aber das haben wir lieber auf ein andermal verschoben.

 

 

15 Antworten

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  1. Pit said, on 25. Oktober 2017 at 17:22

    Danke, liebe Susanne, fuer diesen lesenswerten Bericht und die prima Fotos: eine beeindruckende Landschaft. So ein Reisetagebuch ist doch etwas Feines: ich bin froh, dass Mary bei unseren Reisen immer Eines fuehrt. Jetzt gerade erlebe ich mit diesem Tagebuch und unseren Bilder ja unseren SolarEclipseRoadTrip wieder nach. Wenn wir doch nur auch – ein wenig wuerde ja schon genuegen – zeichnen/malen koennten! Da bin ich ganz neidisch geworden, als ich in Hannes Stilleben neulich Klausbernds Tagebuch von seiner Arktisreise gesehen habe: ganz fantastisch, wie dort Wort und Bild kombiniert sind.
    Liebe Gruesse,
    Pit

    • Susanne Haun said, on 26. Oktober 2017 at 06:34

      Ja, ich schaue mir auch gerne deinen Reisebericht an.
      Das Zeichnen ist nicht schwer, jedes Kind schwingt gerne den Bleistift. Das weiter zeichnen scheitert meistens an den eigenen Ansprüchen des Zeichners. Vielleicht hat ihr Freude an Scetchnotes. Ich habe es mal für London erstellt. Wenn du auf meinem Blog unter Scetchnotes in der Kategorie schaust, dann findest du einige Beispiele dafür.
      Viele Grüße nach Texas von Susanne

      • Pit said, on 26. Oktober 2017 at 16:08

        Das sind zwei interessante Aspekte, liebe Susanne. Ich stimme Dir zu: es sind meine eigenen Ansprueche, wenn ich sage, ich kann nicht zeichnen/malen. In gewiesem Sinne trifft das zwar durchaus zu, aber so etwas wie „Sketchnotes“ [danke fuer den Hinweis] waere besimmt sehr interessant. Das wuerde ich gerne mal auf einer unserer naechsten Reisen ausprobieren.
        Liebe Gruesse aus eine wunderbar sonnigen und kuehlen suedlichen Texas,
        Pit

        • Susanne Haun said, on 27. Oktober 2017 at 07:09

          Ich wünsche euch viel Freude mit den Sketchnotes, Pit.

          • Pit said, on 27. Oktober 2017 at 15:39

            Danke! Ich werde von mir hoeren lassen, wenn es etwas Berichtenswertes dazu gibt!

  2. SätzeundSchätze said, on 25. Oktober 2017 at 17:29

    Traumhaft wie Du und Micha euch wieder so toll ergänzt mit Fotos und Deinen Zeichnungen und dem Tagebuch. Und dass ihr euch immer wieder vertrödelt 🙂

    • Susanne Haun said, on 26. Oktober 2017 at 06:35

      Danke, Birgit, ich hoffe, dass wir auch irgendwann wieder Gelegenheit haben, zu dritt eine Stadt zu erkunden wie in Nürnberg oder Augsburg 🙂

  3. kopfundgestalt said, on 25. Oktober 2017 at 20:34

    wer ist die nette dame in rot? 🙂

    • Susanne Haun said, on 26. Oktober 2017 at 06:40

      Danke, danke 🙂 Wir haben auch festgestellt, dass sich das Rot gut vom Schwarz der Vulkansteine / -asche abhebt 😉

  4. gkazakou said, on 25. Oktober 2017 at 23:29

    ein trefflicher Bericht mal wieder, schön bebildert. Am besten gefallen mir natürlich die gezeichneten Ziegen. Wir waren auch auf dem Ätna, von Catania aus, wo wir uns im September 2009 eingemietet hatten. Die Wunden des Vulkanausbruchs von 2002 waren noch recht frisch. Ich schau mal, welche meiner Fotos euren Bericht velleicht noch ein wenig ergänzen könnten.

    • Susanne Haun said, on 26. Oktober 2017 at 06:42

      Ich freue mich auf deine Fotos, Gerda, wir waren auch noch auf dem Etna Süd, wir sind extra hingefahren (3 Stunden). Die Stimmung dort ist ganz anders. Ich blogge auch noch darüber. 🙂 Ich wünsche dir (euch) einen schönen Tag …..

  5. ann christina said, on 26. Oktober 2017 at 10:57

    Ziegen sind so tolle Tiere, dickköpfig und schlau 😊 Schöne Zeichnungen und Fotos, da bekommt man Lust, mal wieder weg zu fahren…

  6. Der Ätna von Catania aus | GERDA KAZAKOU said, on 26. Oktober 2017 at 21:13

    […] Susannes Bericht über ihren Besuch des Ätna hat mich angeregt, auch meine Fotos vom September 2009 herauszusuchen, als wir in der teilweise aus Lavagestein gebauten Stadt Catania Quartier bezogen und mit einer kleinen Expedition den Ätna besuchten. Der Ätna ist ein gewaltiges Gebirgsmassiv, fast dreieinhalb Kilometer springt es aus dem Meer empor, lebendig, rauchend, durch Lavaströme immer wieder umgeformt. Der Kastellan vom Kastell Ursino (Bären-Kastell), das Friedrich II der Stauffer im 13. Jahrhundert zu bauen befohlen hatte und das bei einem verheerenden Vulkanausbruch im Jahr 1669 fast als einziges Bauwerk überlebte, weil der Lavafluss im tiefen Graben zum Stehen kam – dieser Kastellan also, Sizilianer, versicherte uns, Aetna sei dasselbe Wort wie Atena, die Göttin, denn man müsse sich vorstellen, welchen gewaltigen Eindruck dieser rauchende feuerspeiende Berg auf die Seeleute ausgeübt habe. Für sie sei er eine weithin sichtbare Gottheit gewesen, Orientierungspunkt auf hoher See, lange bevor Land in Sicht kam. Das Wort aber sei äthiopischen Ursprungs. […]

  7. Dina said, on 27. Oktober 2017 at 17:59

    Ein toll bebilderter, absolut lesenswerter Bericht. Klasse gemacht, Susanne und Micha!


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