
Christine Lavant
Die Gedichte der Lyrikerin Christine Lavant sind einer breiten Masse nicht bekannt. Auch ich kannte die Schriftstellerin bis vor kurzem noch nicht. Der Käufer meiner Zeichnung „Mein Sinnbild von Sylvia Plath“ machte mich auf ihre Gedichte aufmerksam.
Ich kaufte mir aus dem Suhrkamp Verlag das Buch „Christine Lavant – Gedichte“ in der 4. Auflage von 1978. Besonders hat mich ihre Lyrik von Seite 30, „Hole von allen Gedächtnisstätten“ beeindruckt. Nach diesem Gedicht sind beide Porträts entstanden.
Technik
Beide Zeichnungen sind mit Feder, Tusche und Pinsel im November des letzten Jahres in der Größe 40 x 30 cm auf Hahnemühle Burgund Aquarellpapier 250 g/qm entstanden.
Utz Benkel Verlag
Ursprünglich dachte ich, dass eine der beiden Zeichnungen gut in den nächsten Kalender 2023 im Utz Benkel Verlag passen würde. Leider hat Utz nach 10 Jahren beschlossen, das Kalender Projekt einzustellen. Die Verkaufszahlen des Kalenders wurden immer geringer. Es gab sehr viele Menschen, die den Kalender sehr gelungen fanden, aber leider sehr weinige, die ihn auch gekauft haben. Schade!
Porträt
Das Porträt, das ich hier an zweiter Stelle zeige, ist eigentlich dass, was ich als erstes gezeichnet habe.
Christine Lavant erkrankte schon 5 Wochen nach ihrer Geburt an Hauttuberkulose, es wurdehistorisch „Halsdrüsengeschwulst“ genannt. In der obigen Zeichnung wollte ich Christine Lanvants Krankheit und ihre Versehrtheit zum Ausdruck bringen.
Kalligrafie
Auf beiden Zeichnungen habe ich Auszüge aus dem von mir ausgewählten Gedicht von Christina Lavant zitiert, von dem ich hier die ersten vier Zeilen zitieren möchte:
Hole von allen Gedächtnisstätten
Lavant, Christine, Gedichte, Frankfurt am Main 1988, S. 30.
deinen verängstigten Namen zurück,
hole ihn, ehe der rote Hahn
entgültig mein Herz überwältigt.

