Christine Lavant - Gedächtnisstätte roter Hahn, 2021, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Meine Sinnbilder der Dichterin Christine Lavant – Zeichnungen von Susanne Haun

Christine Lavant - Gedächtnisstätte roter Hahn, 2021, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Christine Lavant – Gedächtnisstätte roter Hahn, 2021, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Christine Lavant

Die Gedichte der Lyrikerin Christine Lavant sind einer breiten Masse nicht bekannt. Auch ich kannte die Schriftstellerin bis vor kurzem noch nicht. Der Käufer meiner Zeichnung „Mein Sinnbild von Sylvia Plath“ machte mich auf ihre Gedichte aufmerksam.

Ich kaufte mir aus dem Suhrkamp Verlag das Buch „Christine Lavant – Gedichte“ in der 4. Auflage von 1978. Besonders hat mich ihre Lyrik von Seite 30, „Hole von allen Gedächtnisstätten“ beeindruckt. Nach diesem Gedicht sind beide Porträts entstanden.


Technik

Beide Zeichnungen sind mit Feder, Tusche und Pinsel im November des letzten Jahres in der Größe 40 x 30 cm auf Hahnemühle Burgund Aquarellpapier 250 g/qm entstanden.

Utz Benkel Verlag

Ursprünglich dachte ich, dass eine der beiden Zeichnungen gut in den nächsten Kalender 2023 im Utz Benkel Verlag passen würde. Leider hat Utz nach 10 Jahren beschlossen, das Kalender Projekt einzustellen. Die Verkaufszahlen des Kalenders wurden immer geringer. Es gab sehr viele Menschen, die den Kalender sehr gelungen fanden, aber leider sehr weinige, die ihn auch gekauft haben. Schade!

Christine Lavant - Brennen wird der Menschenmund, 2021, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Christine Lavant – Brennen wird der Menschenmund, 2021, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Porträt

Das Porträt, das ich hier an zweiter Stelle zeige, ist eigentlich dass, was ich als erstes gezeichnet habe.

Christine Lavant erkrankte schon 5 Wochen nach ihrer Geburt an Hauttuberkulose, es wurdehistorisch „Halsdrüsengeschwulst“ genannt. In der obigen Zeichnung wollte ich Christine Lanvants Krankheit und ihre Versehrtheit zum Ausdruck bringen.

Kalligrafie

Auf beiden Zeichnungen habe ich Auszüge aus dem von mir ausgewählten Gedicht von Christina Lavant zitiert, von dem ich hier die ersten vier Zeilen zitieren möchte:

Hole von allen Gedächtnisstätten
deinen verängstigten Namen zurück,
hole ihn, ehe der rote Hahn
entgültig mein Herz überwältigt.

Lavant, Christine, Gedichte, Frankfurt am Main 1988, S. 30.

10 comments

  1. Liebe Susanne, beide Portraits sind dir wunderbar gelungen – wobei mir persönlich das hier zuerst gezeigte noch ein wenig mehr zusagt. Ich mag den Kontrast der Komplementärfarben, die eine besondere Spannung und Energetik in die Zeichnung bringen.
    Ja, es ist sehr schade, dass Utz das Kalenderprojekt eingestellt hat, bzw. einstellen musste. Aber es ist nachvollziehbar, denn für einen Verleger muss es sich ja auch in irgendeiner Weise rechnen.
    Liebe Grüße für dich….von Rosie

    1. Liebe Rosie,
      ja, das stimmt, die Projekt sollten möglichst plus / minus / Null aufweisen. Und schon das ist nicht immer gewährleistet, wenn ich an Ausstellungen außerhalb der Heimatstadt denke. In der Regel spielt man Reisekosten und Arbeitszeit nicht ein.
      Liebe Grüße von Susanne

  2. Christine Lavant – kannte ich nicht. Schweres Schicksal hatte sie, erst spät Anerkennung gefunden. Und schon wieder nur noch Spezialisten bekannt. …

    1. Ja, Martin, es gibt soviele Künstlerinnen und Künstler – Existenzen, die kann man gar nicht alle kennen.
      Im Moment überfordert mich das viele Wissen, dass durch Symposien, Colloquien, Filme und Texte frei im Internet zugänglich ist. Ich habe in den letzten drei Monaten für meine Diss virtuell per zoom an drei Symposien teilgenommen und noch eines für Mai gebucht. Ich muss mich einfach mehr aufs Schreiben konzentrieren.

      1. Da ist was dran, liebe Susanne. Alle Forschungsgebiete sind, je näher man hinguckt, umso weitläufiger. Man muss dann irgendwann einen Schlussstrich ziehen und sich sagen: So, genug geforscht, jetzt schreibe ich auf der vorhandenen Grundlage erst mal das Kapitel hin. Manchmal, selten, hat man dann was wichtiges übersehen. Aber meist führt das Weiterbohren und Weiterforschen nur dazu, dass die Fußnoten immer mehr und immer länger werden ….

        1. Danke, lieber Martin, du hast mir mit deinen Worten sehr geholfen. Nach meinem heutigen montaglichen Morgenprogramm werde ich mich gleich an meinen Text setzen. 🙂 🙂
          Liebe Grüße von Susanne
          P.S. Ich schreibe dir gleich auch noch eine kleine Mail dazu.

Kommentar verfassen